Archiv für Mai 2007

Familie reloaded

31. Mai 2007

Vor einigen Tagen habe ich mich an dieser Stelle über die Forderungen von linken Ideologen lustig gemacht, die den Begriff der Familie dermaßen ausgeweitet wissen wollen, dass man jeden menschlichen Kontakt unter ihn subsumieren könnte, wenn nur irgendwie Nähe dabei entsteht. (more…)

Scheiss-CSD!

31. Mai 2007

Das dürfte so ungefähr die zentrale Aussage einiger offenbar dauerhaft regredierter Linksschwuler sein. Obwohl die Aussage vermutlich noch grundsätzlicher heißt: Alles Scheiße! Die Veranstaltung, die die jungen Menschen seit einigen Jahren regelmäßig in Berlin-Kreuzberg und Umgebung durchführen, trägt den Namen “Transgenialer CSD”. Standesgerecht trifft man sich zu Vorbereitungstreffen in einem sogenannten besetzten Haus, also dem widerrechtlich angeeigneten Eigentum anderer Menschen. Inhaltlich hat man schwulenpolitisch gar nichts zu sagen, allgemeinpolitisch werden ein paar Sprüche aus der autonomen Mottenkiste hervorgeholt. Der Aufruf 2007 mit dem Titel “10 Jahre für das Dagegensein” sei hier zur Belustigung vollständig zitiert: (more…)

Gemein: Amis homofreundlicher als Europäer!

30. Mai 2007
Die Akzeptanz von Homosexualität hat in den USA einer neuen Umfrage zufolge einen neuen Höhepunkt erreicht. Das ist das Ergebnis einer Gallup-Umfrageserie, die seit 30 Jahren die Einstellungen gegenüber Schwulen und Lesben misst. (more…)

Absurde Antidiskriminierung, reloaded

29. Mai 2007

Wenn der Besitzer eines schwulen Nachtclubs aus irgendeinem Grund keine Heteros und Lesben in seinem Club haben will, soll er das Recht dazu haben, ganz gleich, wie merkwürdig einem dieses Anliegen erscheinen mag. Dummerweise steht ihm dabei das Antidiskriminierungsgesetz im Weg, das besagt, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden darf. Also muss der Besitzer eine Ausnahmegenehmigung erstreiten. Wie überflüssig. Wäre es nicht viel leichter, der Staat würde sich nicht in die Angelegenheiten von Privatanbietern einmischen und ihnen das Recht gewähren, sich ihre Kunden oder Mitarbeiter aussuchen zu dürfen?

Winke-Winke, Teletubbies?

29. Mai 2007

Wie geistig eingeschränkt konservative Moralisten sein können, beweist auf’s neue die Liga polnischer Familien, genauer Ewa Sowinska, Abgeordnete und Ombudsfrau für Kinderfragen. Im Kampf gegen “homosexuelle Propaganda” hat man einen neuen, bösartigen Verführer polnischen Kleinkinder ausgemacht: Tinky Winky, von den Teletubbies.

“Ich habe bemerkt, dass Tinky Winky eine Handtasche trägt, aber mir war nicht bewusst, dass er ein Bub ist”, sagte Sowinska. “Später habe ich erfahren, dass da ein homosexueller Zusammenhang verborgen sein kann.”

Um also eine drohende Homosexualisierung Polens zu verhindern, sollen nun Psychologen prüfen, wie es denn um die sexuelle Orientierung Tinky Winkys bestellt ist. Sollte dieser sich als schwul herausstellen, will Sowinska die Teletubbies verbieten lassen. Die Spekulationen um Tinky Winkys Privatleben sind im Übrigen nicht neu. Schon der mittlerweile verstorbene Jerry Falwell hat gemutmaßt, der lila Wonneproppen bevorzuge Teletubbies seines eigenen Geschlechts.

Update: Ewa Sowinska macht einen Rückzieher

Wir Kampfblogger

29. Mai 2007

Oops, jetzt ist es raus. Politically Incorrect hat uns enttarnt: Ja, wir sind schwul. Und wir bloggen. Was da gestern unter dem Titel “Es gibt sie auch: Schwule Kampfblogger” auf PI erschienen ist, verdient trotz des erheiternden Titels einige ernsthafte Anmerkungen. (more…)

Diskurspädophilie

28. Mai 2007

Die Initiative Queer Nations zur Gründung eines Magnus-Hirschfeld-Instituts wurde von uns anfänglich mit Wohlwollen betrachtet und entsprechend auch gerne in der Blogroll verlinkt. Besonders gefallen hat uns die deutliche Abgrenzung von linksschwulen Unvereinbarkeitsritualen, die deutlich wird, wenn Queer Nations zum Selbstverständnis der Initiative schreibt:

Lesben, Schwule, heterosexuelle Männer und Frauen, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen, UnternehmerInnen, Betriebsräte, Bundeswehrangehörige, MedizinerInnen, Christen, Juden, Muslime … und eine Fülle von Helfern und Helferinnen, die sich diese Sache zu ihrer machen.

Auch die von Queer Nations geäußerte Hoffnung finden wir sympathisch:

… auf dass in wenigen Jahren der Bundespräsident, die Bundespräsidentin dieses Institut eröffne. Das Signal wäre eindeutig: Deutschland ist ein liberales Land, eines, das Homosexuelles wertschätzt und Lesben und Schwule schützt. Die Geschichte und Gesellschaftlichkeit der sexuellen Minderheiten muss Teil der deutschen Nationalgeschichte werden: einer, auf die man stolz sein kann.

Zu diesem Ansatz gehört sicherlich notwendig ein gewisser Pluralismus, von dem die liberale Gesellschaft nicht zuletzt lebt. Doch auch der Pluralismus hat seine Grenze (more…)

Aufgesetzte Toleranz und geifernde Schadenfreude - Wenn Volkes Stimme spricht

28. Mai 2007

Schaut man sich einige der Leserkommentare zur Demonstration in Moskau und zur Verhaftung Volker Becks an, kommt man zu folgendem Schluss: Es gibt schon unglaublich dumme, bigotte und heuchlerische Menschen. Die sammeln sich aber nicht nur bei Politically Incorrect. Sondern auch z. B. beim Tagesspiegel oder dem Stern. Die Aussagen dieser Kommentatoren kreisen dabei im Wesentlichen um drei Pole:

1.) Schwule und Lesben hätten nicht das Recht sich in der Öffentlichkeit wie Heterosexuelle zu verhalten

Während also jeder Hetero - mit Recht - darauf besteht, die Zuneigung zu seinem Partner auch in der Öffentlichkeit ausdrücken zu dürfen - durch Händchen halten, Umarmungen, zärtliches Küssen etc. - soll dies Schwulen und Lesben verwehrt bleiben. Denn dies wäre im Falle von gleichgeschlechtlicher Liebe eine “Aufdrängung” bzw. “Zurschaustellung” von Sexualität. Das ist Doppelmoral und Heuchelei, nichts weiter.

2.) Die inneren Angelegenheiten anderer Länder gingen Deutschland nichts an

Oder anders gesagt: Menschenrechte sind teilbar und gelten nur für bestimmte Länder bzw. “Kulturen”.

3.) Schadenfreude, dass es die Schwulen mal erwischt hat

Ist ja auch wahr. Man müsse sich ja schon entschuldigen heterosexuell zu sein. Eine Minderheit sollte sich nicht so aufspielen und gleiche Rechte - Sonderrechte - verlangen. Gleiche Rechte stünden eben nur der Mehrheit zu.

Alles in allem also ein bunter Mix aus Vorurteilen, Unbehagen und subtil verhülltem Hass und Ekel.

Hier einige Beispiele der Vox Populi: (more…)

Wird Politically Incorrect schwul?

27. Mai 2007

Wurde einer der letzten trüben Sterne am heterosexuellen Himmel jetzt auch von der Verschwulung der Welt ausgelöscht? Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man diese Meldung des am äußersten rechten Rand operierenden Blogs Politically Incorrect liest:

CSD-Berlin: Warum nicht durch Neukölln?

Aber mal der Reihe nach: Politische Korrektheit finden wir meistens doof. Politically Incorrect, das Blog des Freizeit-Cowboys Stefan Herre, allerdings auch. Wer es ab und zu liest, wird wissen, warum. Selten wird so dumpf und primitiv gegen Schwule gehetzt wie dort. Ich erinnere nur an die auf PI zelebrierte Freude, als der von uns keineswegs geschätzte Volker Beck beim Moskauer CSD 2006 blutig geschlagen wurde. Auch dieses Jahr geifert das gesunde Volksempfinden wieder auf PI, bis ihm der Schaum vom Mund tropft. (more…)

Nichts Neues aus Moskau

27. Mai 2007

Die Perversen haben heute in Moskau erneut demonstriert. Sie haben für ihr ganz persönliches Recht demonstriert, Schwule und Lesben zu hassen, zusammenzuschlagen und - wenn’s gefällt - zu töten.

Wie bereits im letzten Jahr war die Moskauer Polizei nicht besonders willens gegen den gewaltbereiten Mob einzuschreiten.

Wie bereits im letzten Jahr wurde auch Volker Beck attackiert und verhaftet.

Und wie bereits im letzten Jahr gibt es auch hierzulande Menschen, die ihre Schadenfreude darüber nur schlecht verbergen können.