Es gehört zu den kulturellen Eigenarten Russlands, Homosexuellen nicht sonderlich viel Sympathien entgegenzubringen. Diese Eigenarten beinhalten auch, dass ab und an Schwule, die sich auf die Straße trauen, zusammengeschlagen werden. Weniger brutal, dafür aber umso dämlicher war die Aktion, die sich rund 200 nationalreligiöse Orthodoxe letzten Sonntag geleistet haben. Nachdem in der Nacht zuvor ein von Schwulen gechartertes Schiff die Moskwa entlangschipperte, taten es ihnen die christlich-orthodoxen Patrioten am Tag darauf nach. Ihr Schiff, beflaggt mit religiösen Bannern und zaristischen Fahnen, sollte das von den Schwulen verunreinigte Wasser des Flusses “reinigen”.
“Our great Orthodox capital is in spiritual vacuum and experiences ideological aggression from the West. So our aim was to demonstrate that the Russian people’s spiritual and moral ideals are alive and will be so forever,” Yury Ageschev, coordinator of the Union of Orthodox Brotherhoods, told Interfax.
Man kann nur hoffen, dass die ideologische Aggression des Westens andauert und in Zukunft dazu führen wird, aus Putinesien einen vernünftigen Staat zu machen, dessen Einwohner nicht auch noch stolz darauf sind, ihre Neurosen hinsichtlich Nationalismus, Fundamentalismus und Homophobie zu pflegen. Was für eine Loser-Mentalität…