Im Februar berichteten wir mit einiger Verspätung, aber umso mehr Begeisterung über ein Solidaritätsprojekt des Pornoproduzenten Michael Lucas für schwule Soldaten in Israel. Tjark Kunstreich hat Lucas nun in der Jungle World interviewt. In dem lesenswerten Interview antwortet Lucas auf die Frage nach Unterschieden zwischen den USA und Israel in Bezug auf schwule Pornos:
Israel ist erstaunlicherweise in mancherlei Hinsicht säkularer als die USA. Israel ist aufgeschlossener, was überraschend ist für ein so junges Land. In Tel Aviv können Männer sich überall händchenhaltend bewegen, in New York geht das nur in Chelsea und in wenigen anderen Gegenden Manhattans. In New York kann ich keine Live-Show machen, in Tel Aviv ist das kein Problem. Überall auf der Ben-Gurion-Street hingen große Plakate mit meinem Bild und der Ankündigung meiner Show.
Lucas freut sich über den Gay Pride in Jerusalem und erinnert daran, dass in Tel Aviv seit Jahren Hundertausende daran teilnehmen. Über die Sympathie europäischer Schwuler für die Palästinenser sagt Lucas ohne lange um den heißen Brei herum zu reden, sie
wählen die Seite derer, die ihnen die Kehle durchschneiden oder sie steinigen würden, wenn sie die Gelegenheit dazu bekämen.
Der schwule Sextourismus, den die angebliche Schwulenfreundlichkeit in arabischen Ländern nicht zuletzt unter Deutschen auslöst, entlockt Lucas keine Begeisterung. Der Grund: Schwule Sextouristen sind dort nur eingeschränkt erwünscht, genauer gesagt einseitig, von hinten nämlich:
Die Männer, die in diese Länder fahren, um sich ficken zu lassen, profitieren davon, dass die Männer dort daran gehindert werden, heterosexuellen Sex zu haben, bevor sie verheiratet sind. … Wenn jemand damit zufrieden ist, sich wie eine Ziege benutzen zu lassen, finde ich das bemitleidenswert.
Warum Europa immer mehr von seiner Toleranz gegenüber Schwulen verliert, erklärt Lucas am Beispiel eines unserer Nachbarländer:
Holland war ein tolerantes Land, insbesondere Amsterdam war ein schwulenfreundlicher Ort, einer der sichersten auf der Welt. Im Zuge der Islamisierung wandelte sich Amsterdam zu einer für Schwule gefährlichen Stadt. Es gibt eine zunehmende Intoleranz von islamischer Seite, die mit der großen Zahl an muslimischen Einwanderern begründet wird.
Das ohne Abstriche empfehlenswerte Interview findet sich in voller Länge hier.
13. Juli 2007 um 11:56
Schade, dass Israel als Reiseziel so teuer ist. Für mich als Student leider unbezahlbar.
13. Juli 2007 um 12:05
Flüge soll es schon ab 150 Euro geben. Und die Preise sinken weiter…
15. Juli 2007 um 4:18
Ich war schon ein paar Mal in Israel. Allerdings ist das schon eine Weile her. Mit den Selbstmordanschlägen und dem Kassambeschuss der Palis, ist es mir dort zu unsicher geworden. Schade, Israel ist ein heisses Pflaster….rom