Nach diesem Motto verfährt zur Zeit ein katholisches Ehpaar aus Carmel, Indiana. Sie hassen ihren Sohn Patrick, der seit gut 25 Jahren mit seinem Freund Brett zusammen ist, ebenso wie diesen Freund und jeden Schwulen auf der Welt.
Infolge einer Erkrankung kam Patrick ins Krankenhaus. Dort übernahmen die Eltern das Regiment und untersagten dem Freund, Patrick zu besuchen, da seine Anwesenheit die Mutter verletze und ihren Glauben beleidige. Die Mutter äußerte außerdem die Ansicht, falls ihr Sohn nach der Genesung von seinem Schlaganfall wieder mit seinem Partner zusammenleben wolle, sei es besser, er bliebe für immer krank.
Die Eltern verlegten ihren Sohn in ein Pflegeheim. Brett besuchte Patrick nun in den Abendstunden, so dass die Eltern nicht den Anblick von zwei Schwulen auf einmal ertragen mußten. Das Heimpersonal stellte fest, dass Bretts Besuche einen positiven Effekt auf Patricks Gesundung hatten. Ein Gerichtsbeobachter konstatierte, es sei offensichtlich, dass die beiden sich liebten. Ein Neuropsychologe sagte dem Bericht, dass eine langdauernde Beziehung heilungsfördernd ist, günstig sei eine Rückführung von Patrick in das gemeinsame Haus mit Brett. Die Eltern jedoch argumentierten, diese Rückführung würde die Chancen auf ein normales Leben ihres Sohnes reduzieren. Ob sie damit die Krankheit oder die sexuelle Orientierung meinten, behielten sie für sich.
Brett rief das Gericht an, doch da in Indiana schwule Lebensgemeinschaften staatlicherseits nicht im geringsten anerkannt sind, wurde seine Klage abgelehnt. Die Eltern ließen ihren Sohn zu sich nach Hause verlegen, obwohl ihnen gesagt wurde, dass das seine Gesundungschancen reduzieren würde. Jetzt durfte Brett nicht einmal mehr bei Patrick anrufen. Zudem teilten sie mit, egal was je ein Gericht entscheiden würde, Brett und Patrick würden sich nie wiedersehen.
Die ganze Geschichte und die Antwort auf die Frage, wieso schwule Amerikaner und ihre Freunde einen ganz bestimmten Käsekuchen nicht mehr kaufen sollten, gibt es hier.
Hattip: Dominik Hennig
21. August 2007 um 6:31
Und es gibt wirklich Leute die nicht verstehen, warum ich einigen “Menschen” das Recht zu leben absprechen will…
Das einzige, was ich ihnen mehr gönnen würde als einen grausamen Tod, wäre eine entstellende Krankheit oder eine Ganzkörperlähmung für den Rest ihres, dann hoffentlich langen, Lebens.
PS: Ich meine natürlich die Eltern..
21. August 2007 um 13:29
[...] ein toter Schwuler ist ein guter Schwuler” titel der Gay-West-Blog und schreibt: Nach diesem Motto verfährt zur Zeit ein katholisches Ehepaar aus Carmel, [...]
21. August 2007 um 15:30
…und dann warnen die Amis vor dem Islam.
Haustür und Kehren, meine ich.
21. August 2007 um 16:09
@ genfood: Nun ja, mir ist nicht bekannt, dass irgendjemand diese Hardcore-Katholiken verteidigt hätte, sie könnten halt nicht anders, weil sie dazu irgendwie gezwungen würden – eine bei Schwulenhass von moslemischer Seite gerne verwendete Argumentationsfigur, da ist dann wahlweise der Kolonialismus schuld, der Rassismus der Mehrheitsgesellschaft, die Männlichkeitskonstruktionen, der Eurozentrismus oder was da sonst für Abstraktionen rumwabern, nur der konkrete Täter hat halt immer eine Entschuldigung.
Im Übrigen, wo warnen “die Amis” vor “dem Islam”? Etwas mehr Differenzierung könnte nicht schaden.
21. August 2007 um 16:33
@ Damien
Zumal jedem klar sein duerfte, dass fuer Schwule in USA eine groessere Gefahr von Moslems ausgeht, als von fundamentalen Christen – da erstere eben doch zu weit mehr Gewalt tendieren.
21. August 2007 um 18:04
[...] der Superlative Der Beitrag im Gay West Blog erschüttert mich total.. Was um alles in der Welt geht da ab im Land der unbegrenzten [...]
21. August 2007 um 20:24
Ach ja, was die Religion in den Köpfen mancher Menschen alles anrichten
kann. Da hasst ein kaholisches Ehepaar ihren Sohn weil er schwul ist – sind
Schwule aus der Nächstenliebe – die das Christentum ja lehrt – ausgenommen?
Solange die kath.Kirche – allen voran Benedikt XVI. – Schwule als verirrte-
gemeint ist eine krankhafte Neigung – behandelt, braucht man sich über
den gesteigerten Hass frommer Christen gegen Schwule nicht zu wundern.
Ach so, da sind ja noch die Skandale der knabenschändenden katholischen
Priester (in den USA) zu erwähnen – doch das wäre ein gesondertes Thema wert.
21. August 2007 um 21:21
Wie appetitlich! Man kann gar nicht so viel würgen, wie man möchte! BAH! Was für eine scheussliche Geschichte!
22. August 2007 um 3:38
Da muss man gar nicht in die USA gehen! Ich hatte meinen ersten Freund auch damals als ich in Schweden beim Bund war! Zuhause bei meinen Eltern und Freunden hätte ich mich das nie getraut. So war ich sicher das es nie einer erfährt! Genau um nicht in solche Situationen zu kommen würde ich mich doch wenigstens offiziell mit einer Frau zusammentun!
22. August 2007 um 18:03
die spinnen die amis. aber desshlab leben sie ja auch da drüben. ähm, die spinnen die amis, hab ich das schon erwähnt? da gibts ja auch noch überzeugte kreationisten…..
23. August 2007 um 4:42
wow, ich würde wirklich zugerne nur ein einziges mal verstehen was in den Köpfen solcher Menschen vorgeht. Welch extremes Gedankengut, die Gesundheit, nein das Glück eines Menschen von seiner Sexualität abhängig zu machen. Solche Geschichten machen mich wütend und traurig, nicht zuletzt da ein Bekannter von mir von seinen Eltern nach “vietnam” verbannt wurde und erst zurück darf wenn er “nicht mehr” schwul ist. Besten Dank wirklich schade das Dummheit und Intoleranz nicht schmerzen zufügen.
gut geschrieben, die Artikel gefallen mir
24. August 2007 um 9:59
Abgesehen davon, das mich meine Eltern, wenn auch möglicherweise etwas unwillig, unterstützen würden wenn ich schwul wäre, so müsste ich doch an die Onkelz denken: Ich will lieber stehend sterben als kniend leben.
25. August 2007 um 19:35
Katholiken, ich weiß ja wohl, warum ich die katholische Kirche verabscheue…
Was ist eigentlich mit der Weisung der Bibel, daß Kinder, wenn sie heiraten, das Haus der Eltern verlassen und ihr eigenes Leben leben sollen?
Da der Sohn mit seinem Freund zusammenggelebt hat, kann man das wohl als “verheiratet” werten in dem Fall.
Und was ist mit dem freien Willen?
Glauben MUSS auf freiem Willen basieren, sonst ist er nichts wert, wo bleibt der da?
Die Eltern können dem Sohn sagen, daß sie aus Glaubengründen mit seiner Homosexualität nicht zurecht kommen, aber wenn sie ihn zu Abstinenz _zwingen_, wird er auch nicht in ihren “Himmel” kommen.
26. August 2007 um 19:57
ich finde nicht, dass es da nur um die amis geht, extemes gedankengut findet man auf der ganzen welt. alles extreme ist gefährlich, weil es den blick trübt. die eltern sind ja vollkommen der meinung sie handeln und fühlen richtig und dies findet man ja nicht nur in amerika oder im bezug auf die schwulen. es gibt halt einfach kein schwarz weiss ,sondern alles ist bunt und wenn man das halt im 2007 immer noch nicht kapiert hat, dann hat man hier nichts verloren. meine söhne dürften beide schwul sein, da hätte ich garantiert weniger (vielmehr keine)mühe als, wenn sie extrem wären.lg hispace
1. September 2007 um 10:46
hm.. die bisherigen einträge sind sicherlich größtenteils von einer echten anteilnahme am schicksal patricks getrieben aber der geäußerte inhalt will nicht so recht mit meiner eigenen – gelebten – erfahrung übereinstimmen. weder die katholische kirche noch der islam, nicht die amerikaner und nicht der typische deutsche schlechthin sind die verantwortlichen, anklagewürdigen schwulenhasser. sie sind nicht diejenigen, denen die schuld für gesellschaftliche missstände dieser – zugegeben menschenunwürdigen – art angelastet werden kann und darf. institutionen in all ihren facetten sind nichts wert ohne die menschen die hinter ihnen stehen und ihren einfluss geltend machen. ich mache meinen einfluss geltend. du machst deinen einfluss geltend. ich bin schwul aber ich bin kein mahatma ghandi. ich bin voreingenommen und nicht ohne vorurteile. es passiert mir, dass ich andere menschen nach ihrem äußeren und ihren äußerungen beurteile ohne den kern ihres menschseins oder inhalts zu kennen. du etwa nicht? nimmst du jeden wie er ist? liebst du wirklich JEDEN deiner nächsten wie dich selbst? soll ich mich wirklich wundern, dass es menschen wie patricks eltern gibt? menschen, die genug rückhalt einer menschengruppe haben um sich sicher zu sein, dass das was sie tun richtig ist? wenn ich nicht einmal einen einzigen abend als schwuler mann in eine schwule bar gehen kann ohne mindestens einmal ein abschätziges wort von einem anderen schwulen mann über einen anderen schwulen mann zu hören? in einer minorität die selbst großen wert darauf legt in sich selbst diskriminierendes schubladendenken zu fördern? soll ich wirklich den kopf darüber schütteln, wie die gerichte den eltern rechtgeben wo wir selbst untereinander so ungerecht über einander urteilen? es ist erschreckend und es ist grausam aber es ist menschlich.
1. September 2007 um 15:16
@mario da hat du sicher recht, ich ertappe mich auch immer wieder, dass ich irgend etwas saublödes abschätzendes sage und die schwulen unereinander gehen überhaupt nicht zimperlich miteinander um. wichtig ist doch einfach, dass man immer versucht an sich zu arbeiten…vielmehr an seiner menschlichkeit zu arbeiten und sich selber auch hinterfragt…ob schwul, lesbe,frau, mann, eltern…..liebe deinen nächsten…beim einen fällts leicher beim anderen weniger….aber wie heisst es so schön…vermutlich könnten wir gerade von dem lernen, bei dem es uns nicht so leicht fällt;-)