Jahrelang frisierten «Experten» die Aids-Zahlen nach oben und schürten Angstkampagnen. Ein renommierter Forscher widerlegt nun die Mythen: Aids ist im Westen eine Homosexuellenseuche, das Ansteckungsrisiko weit geringer, als Uno-Behörden wider besseres Wissen behaupten.
Mit dieser “Entwarnung” beginnt ein Artikel in der Schweizer Weltwoche. Den Grund für die bisherige Fehlinformation der Bevölkerung weiß der renommierte Forscher auch gleich:
Es ging darum, die Schwulen vor Diskriminierung zu schützen, indem man Aids zu einer Geissel stilisierte, die die ganze Menschheit ohne Unterschiede bedroht.
Jetzt wird aber aufgeräumt: Schwule vor Diskriminerung schützen, wo gibts denn sowas? Besonders perfide sind in den Augen des Autors die Aids-Hilfen und anderen Hilfsorganisationen, die, so legt der Autor nahe, ganz andere Zwecke verfolgen als Aufklärung zum Thema. Angesichts der verbreiteten Angst vor Ansteckung nämlich
konnten sich zugleich die Aids-Organisationen als Menschheitsretter inszenieren.
Obwohl sie in Wahrheit nur Schwulenretter sind, denn bekanntlich sterben in Europa und Nordamerika ausschließlich Homosexuelle an AIDS, zumindest wenn man diesem Satz des Forschers glauben darf:
Der Sonderfall Afrika, wo Aids tatsächlich auch die heterosexuelle Mehrheit betrifft, wurde zum Modellfall erklärt.
Und das geht nun wirklich nicht: Afrika als Modell für uns?! Wenn schon, sind ja wohl wir Modell für die. Wenn die einfach nicht zivilisiert genug sind und den ganzen Tag in der Gegend rumficken, brauchen die sich nicht wundern, wenn sie krank werden. Das nennt man wohl Rassismus. Munter geht es weiter mit der Enttabuisierung:
Allerdings war es auch hier, wie im Fall der Schwulen, verpönt, von Promiskuität zu reden; stattdessen wurden Armut und Diskriminierung als Hauptgründe für die hohen Raten ins Feld geführt.
Was heißt schon hohe Raten? James Chin, Epidemiologe und Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley schließlich
belegt überzeugend, dass die Zahl der weltweiten HIV-Infektionen etwa bei 30 Millionen liegt und nicht, wie offiziell verbreitet, bei 40 Millionen.
Und das sind schließlich schon mal 10 Millionen weniger. Ich kann mir nicht helfen, aber mich erinnert diese Argumentation ganz verteufelt an die von guten Deutschen, die sicher sind, dass es bestimmt nicht sechs Millionen waren, die im KZ vergast wurden.
Was will der Autor uns eigentlich sagen? Punkt 1: Die Gefahr geht vom Weibe aus. Jedenfalls bei heterosexuellen Europäern und Nordamerikanern:
Die Wahrscheinlichkeit für einen ansonsten gesunden Mann, sich beim Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau anzustecken, ist sehr gering; sie liegt bei weniger als 1:1000.
Außer bei den Wilden:
Das heisst, die Gefahr einer Epidemie besteht erst, wenn viele ihre Sexpartner täglich oder zumindest wöchentlich wechseln. In Asien geschieht das über käuflichen Sex, in den USA und in Europa in Schwulensaunen und ähnlichen Treffpunkten.
Falls sich jemand an dieser Stelle fragt, ob der Autor glaubt, dass es in den USA und in Europa keine heterosexuelle Prostitution gibt, kann Entwarnung gegeben werden. Er hält sie schlicht für unproblematisch – für den Mann:
Steckt sich in Europa allerdings jemand in einem Bordell an, infiziert er nachher vielleicht seine Ehefrau, aber damit hört die Ausbreitung im Allgemeinen auf.
Wozu also die Aufregung? Schlimmstenfalls wird die Alte mit infiziert, aber das war’s auch schon. Gefahr gebannt. Nicht so im subsaharischen Afrika, man kennt das, da wird rumgesaut was das Zeug hält:
Bei etwa einem Viertel der Bevölkerung herrscht sowohl bei Männern wie Frauen eine hohe Promiskuität, die sich nicht auf Prostitution beschränkt.
Was will der Autor uns eigentlich sagen? Punkt 2: Man wird doch wohl noch von Risikogruppen sprechen dürfen. Wobei hier, wie im gesamten Artikel, das Spannendste nicht das ist, was der Autor behauptet, sondern das, was er nicht schreibt, nur nahelegt. So schreibt er über die Geschichte der Aids-Prävention in der Schweiz:
Es kam zum Schulterschluss zwischen der Aids-Hilfe Schweiz und dem Bundesamt für Gesundheit, die seither zusammen die Präventionskampagnen lancieren, wobei sie sich von Anfang an darauf einigten, «weniger von Risikogruppen als von Risikosituationen zu sprechen», «nicht die HIV-Positiven, sondern das Virus zu bekämpfen»…
… was der Autor offenbar nicht ganz in Ordnung findet. Nein, er sagt das nicht, aber was sonst meint er damit:
Primär geschah das aus Angst davor, Randgruppen zu brandmarken – es gab Stimmen, die die gut sichtbare Tätowierung von HIV-Positiven oder gar deren Quarantäne forderten.
So, so: Primär. Und sekundär? Ging es der Aids-Hilfe möglicherweise einfach darum, uns allen das Leben zu vermiesen und, vor allem, den Sex, nach dem Motto “Wenn wir Schwulen keinen Spass mehr haben dürfen, sollt ihr ihn auch nicht haben”:
Obwohl die Aids-Hilfe Schweiz immer erklärte, nicht Panik schüren zu wollen, stand das Sexualleben der achtziger und neunziger Jahre im Schatten der tödlichen Krankheit, Angst war zum treuen Begleiter jedes Abenteuers geworden.
Oder wollten die Schwulen einfach nur unser Geld zur Finanzierung ihrer Jobs?
Die zunehmende Verwendung von Kondomen in Folge von Präventionskampagnen fand, wie uns der Autor verrät, nicht die Zustimmung der katholischen Kirche. In Afrika hätte aber selbst die Erlaubnis der Kirche nichts genützt, schließlich sind die Afrikaner unbelehrbar, wie uns ein kurzer Einblick in die kulturalistisch-rassistische Gedankenwelt des Forschers verrät:
Allerdings hätte das Präservativ wohl auch mit dem Segen der Kirche Mühe gehabt, in Afrika beliebt zu werden. «Man duscht schliesslich auch nicht im Regenmantel», sagte mir einmal jemand in der Elfenbeinküste, und ein anderer: «Man isst die Banane auch nicht mit der Schale.»
Was will der Autor uns eigentlich sagen? Punkt 3: Die Schwulenlobby will uns alle zu potentiell Infizierten machen.
Schaut man sich heute, nachdem in Europa die grosse Aufregung vorbei ist, die neuen Plakate der Aids-Hilfe an, wird ihr ideologischer Charakter deutlicher als früher. Da ist etwa die biedere Familie mit Tochter und Geburtstagstorte. «Check your lovelife», werden wir aufgefordert, und im Hintergrund sehen wir eine Reihe sexy Frauen, die
das sieht der Fachmann sofort
Ex-Freundinnen des Ehemanns verkörpern, aber eher wie Prostituierte aussehen. Soll damit die Frau aufgefordert werden, ihrem Mann zu misstrauen, weil schliesslich jeder ins Bordell geht, wie uns seit Jahren weisgemacht wird?
Das wäre ja noch schöner, wenn eine Frau ihrem Mann nicht mehr vertrauen kann. Wo doch jeder weiß – siehe oben -, dass sich der Mann bei der Frau ansteckt. Was zwar nicht erklärt, warum in der Schweiz 35-40% der Hiv-Neuansteckungen bei Frauen erfolgen, aber
Soll die Familie als Trutzburg der Heuchelei entlarvt und verlacht werden?
Ja, wenn es nach der Schweizer Aids-Hilfe geht. Doch welches Ziel verfolgt sie mit diesem Angriff auf unsere Familien? Was steckt dahinter? Natürlich, die Schwulen:
Muss man so weit gehen und die Aids-Hilfe Schweiz primär als Schwulenlobby betrachten, die mit ihrer Entdifferenzierung der Risiken kompensatorisch von der eigenen Verdächtigung ablenkt?
Offensichtlich muss man. Dazu sind die Schwulen auch noch inkompetent. So schreibt der Autor über Roger Staub, einen Schweizer Aids-Aktivisten der ersten Stunde, dies sei
ein gutes Beispiel, wie ein Aktivist zum «Fachmann» geadelt wurde. Staub, Jahrgang 1957, war Sekundarlehrer, als er 1985 die Aids-Hilfe Schweiz mitbegründete.
Meine Güte, was will der Mann? Wenn Schwule sich für ihre Interessen einsetzen, müssen sie offensichtlich vorher mindestens Medizin studieren, öffentlich äußern tun sie sich am Besten gar nicht und wenn, dann nur in ihrem Namen, keinesfalls kraft ihres Amtes:
Ab 1986 war er im Auftrag des BAG Leiter der «Stop-Aids»-Kampagne, 1989 bis 1995 Delegierter für Aids-Fragen des Kantons Zürich. Seine Arbeit ist eher interessen- als erkenntnisgeleitet. Wie er der Weltwoche bezüglich der kritischen Äusserungen von Chin erklärte, im Pluralis Maiestatis: «Die Epidemiologen kommen und gehen, wir bleiben.»
Deshalb: Vorsicht, Europa! Die größte Gefahr für Dich geht offensichtlich nicht von Hiv und Aids aus, sondern von der Schwulenlobby, die ist immer und überall.
Was will der Autor uns eigentlich sagen? Punkt 4: Kondome sind für Heteros in Zukunft verzichtbar. Welche Auswirkungen das auch jenseits von Hiv und Aids hat, beschreibt zum Beispiel Kejeblos in einem kritischen Beitrag zu einem weiteren Text des Weltwoche-Autors. Katja Boggian zitiert aus einer kürzlich erschienenen Schweizer Studie zu Risikoverhalten und Umständen der Infektion von Patienten, welche sich kürzlich mit dem HI-Virus angesteckt haben:
Auch nach 20 Jahren „Stop Aids”- bzw. „Love Life”-Kampagne sind (vornehmlich heterosexuell orientierte) Personen zu verzeichnen, die wenig in der Lage sind, das Risiko einer HIV-Infektion realistisch einzuschätzen, da sie die Möglichkeit, sich mit HIV anzustecken, zum vornherein als unwahrscheinlich oder gar inexistent einschätzen und in der Folge durchgehend und unabhängig von der konkreten Situation auf einen Schutz verzichten.
Weshalb das in der Weltwoche veröffentlichte Plädoyer für heterosexuelles Barebacking in der westlichen Welt nur eines ist: Verantwortungslos.
24. August 2007 um 8:11
Der Artikel ist tatsächlich extrem einseitig. Und ich teile Deine Einschätzung, dass es verantwortungslos ist, die Safer-Sex-Kampagnen ausschließlich vor dem HIV-Hintergrund zu betrachten. Denn Kondome schützen bekanntlich auch vor anderen schlimmen Krankheiten – der Tripper ist z.B. bereits wieder auf dem Vormarsch in Europa.
“Die Wahrscheinlichkeit für einen ansonsten gesunden Mann, sich beim Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau anzustecken, ist sehr gering; sie liegt bei weniger als 1:1000.” Stimmt nicht – das gilt nur bei Vaginalverkehr. Dann allerdings stimmt der Satz – bestätigen mir zumindest die Mediziner meines Freundeskreises. Und das ist durchaus eine Meldung wert, nicht als Anleitung zum Hetero-Barebacken (s.o.), sondern weil tatsächlich die überwiegende Mehrheit fehlinformiert ist und das Risiko für wesentlich höher hält. Risiken übertrieben darzustellen mag aus den richtigen Gründen geschehen – z.B. um Safer Sex zu popularisieren. Aber es untergräbt die Glaubwürdigkeit des Warnenden, siehe “Waldsterben”.
24. August 2007 um 13:50
Tripper, Hep und Syph sind ganz gewaltig auf dem Vormarsch, ganz zu schweigen von den ungewollten Schwangerschaften (obwohl hier die Teenie-Mädels in den neuen Bundesländern ja Blumentöpfe, Tiefkühltruhen etc. entdeckt haben, wo dann der ungewollte Nachwuchs entsorgt wird) — ungeschützter Sex unter Heten ist der Normalfall. HIV ist längst nicht mehr als Gefahr präsent. Klar, Schwule und bisexuelle Männer in Berlin oder Köln, aber doch nicht ich, der 08/15-Hetero aus Bochum oder Magdeburg. Wir, die 1976, 77, 78, 79, 80 geboren wurden und mit den “Aids-Schock” Mitte der Achtziger als junger Mensch “miterlebt” haben, haben ein geschärfteres Bewusstsein als die, die zehn Jahre jünger sind und HIV und Aids nur noch als Fussnote aus Zeitschriften kennen. Was tun, um das Bewusstsein (wieder) zu schärfen? Was tun, um Kondome attraktiver zu machen?
24. August 2007 um 15:56
Ich finde, die safer-sex-Werbungen sollten noch eindeutiger über die steigende Zahl der Neuansteckungen und die Folgen sämtlicher Geschlechtskrankheiten informieren. Tripper und Co werden zwar inzwischen endlich auf den Plakaten erwähnt, doch durch die Photos sind sie einfach nicht ernst zu nehmen (nach der Vogelgrippe: Kartoffelaids). Auch ungewollte Schwangerschaft könnte mehr thematisiert werden.
Die Zahl 1:1000 möchte ich anzweifeln; es gibt viele Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung erhöhen, z.B Menstruation oder kleine Verletzungen, wenn’s nicht richtig flutscht.
Da dies mein erster Kommentar ist, wollte ich nochmal sagen: Eine geile Schreibe hast du!! Und tollen Blödsinn treibst du immer wieder auf!
24. August 2007 um 16:02
Wenn man so etwas liest muss man sich fragen: Schreiben die Leute sowas mit voller Absicht oder sind sie zu blöd, um zu verstehen, was sie damit aussagen?
Das ist ja mindestens so geil wie die Aussage, Vorfälle wie in Mügeln seien schlecht für das Ansehen Deutschlands im Ausland. Stimmt schon, sonst fällt mir auch kein anderer Grund ein, warum man Inder nicht durchs Dorf hetzen sollte!
Andererseits zeigt es deutlich, warum CSDs noch immer notwendig sind. Schade eigentlich!
24. August 2007 um 23:18
Päckchen,Mügeln,Rostock und die Weltwoche
So etwa halbjährlich lasse ich mir von der Bundeszentrale für politische Bildung ein schweres Paket mit Altpapier und Medien schicken, der Postbote legt dann immer einen Blick auf, als hätte ich ihm die Erbtante abspenstig gemacht: “So Zuppi, …
25. August 2007 um 19:44
Womit war denn der Autor zugedröhnt, daß sein Denkvermögen so komplett ausgeschaltet war…?
26. August 2007 um 12:01
Wäre es besser, wenn es umgekehrt wäre? Die Zahlen (angeblich) stattnach oben nach unten “frisiert”? Die Gefahr eher verharmlost? Wie sähe es dann aus? Wenn die Leute sich deshalb besser schüzuen, dann ist das doch im richtigen Sinne und besser als umgekehrt.
Hat jemand dem Schreiber mal den Begriff Risikoverhalten (statt Risikogruppe) erklärt???
ich hätte ihm gerne mal unter die Nase gerieben, welches Verhalten welcher Gruppe für die vielen Abtreibungen und Teenie-Schwangerschaften verantwortlich ist!!!!!
“Es ist zu einer Art Höflichkeitskodex geworden, dass man nicht darauf hinweisen darf, dass Aids in Europa abgesehen von den Fixern primär eine Krankheit der Homosexuellen war…” Ja, und zwar “WAR!”
Offenbar scheint man dies als Anlasse zu nehmen, Heterosexuellen den “Freifick” nahezulegen. Die können ja nicht getroffen werden.
Promiskuität? Ach was, das trifft doch nicht die Besucher von Bordellen…
ist ja nur 1:1000. Und die Besucher sind ja auch nicht in erster Linie MÄNNER!
Komisch, wieso stellen WEIBLICHE Homosexuelle die Gruppe mit den niedrigsten AIDS-Quote dar? Offenbar vergisst man, das Lesben auch Homosexuelle sind. SOllte man jetzt nicht empfehlen, das Frauen sich am besten durch Sex mit Frazuen schützen? (\Klugscheissermodus off)
29. November 2007 um 15:38
Ich kenne David Signer aus zwei anderen Veröffentlichungen als durchaus abwägenden und kundigen Wissenschaftler, der über Sexualität in Afrika einige interessante Statements einzutragen weiß: Etwa dass Präservative bisweilen mit Prostitution gleichgesetzt werden oder dass es weithin als undenkbar gilt, den sexuellen Akt vom Versuch der Empfängnis zu trennen.
In Afrika ist HIV AUCH ein kulturelles Problem, als Hauptansteckungsfaktor wird in allen kundigen Institutionen Frauenfeindlichkeit und Polygamie genannt. Praktiken, wie die Vagina mit ätzenden Reinigungsmitteln aufzutrocknen, was den Sexualverkehr für den Mann intensiver machen soll, oder auch der Fetischglaube, der das Kondom tatsächlich als magisches Schutzreliquiar einstuft und mehrfach verwendet oder einfach auf den Nachttisch legt SIND möglich und erwähnenswert.
Ansonsten ist in Afrika eine Persistenz von Aufklärungskampagnen zu bemerken, die in einem relativ geringen Zusammenhang mit der Infektionsrate steht. Weil HIV nämlich zum einen mystifiziert wird und zum anderen bagatellisiert. Und dagegen tritt Signer meines Erachtens an. Zwei oder drei strittige Zitate mögen eine gewisse Voreingenommenheit verraten. Das ist zu kritisieren und meines Erachtens ist Signer für eine solche Kritik durchaus ansprechbar, es wäre interessant seine Stellungnahme zu lesen.
Festzuhalten bleibt als Absicht des Ethnologen, dass es in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen unterschiedliche Risikopotentiale zu benennen gibt, die diskutabel sein mögen. Sie derart abzutun wie hier der Fall halte ich für nicht besonders gelungen.
29. November 2007 um 15:51
“In den ersten Jahren nach der Entdeckung von Aids gingen die rhetorischen Wogen hoch. In den USA liess der fundamentalistische TV-Evangelist Jerry Falwell verlauten, Aids sei der Zorn Gottes, der auf die Homosexuellen niedergehe. Ronald Reagans Kommunikationschef Pat Buchanan äusserte, die Seuche sei die Rache der Natur an den Schwulen. Reagan schwieg zur Epidemie und unternahm nichts bis 1987, als bereits über 20000 Amerikaner an Aids gestorben waren. Die Empörung insbesondere unter den Schwulen war gross, und ihre Ansicht verfestigte sich, die breite Öffentlichkeit werde erst aufwachen, wenn sie selbst betroffen sei. Der Tenor der Aidskampagnen, Aids gehe alle an, wurzelt in der (aggressiven) Gleichgültigkeit der ersten Jahre.”
Auch wenn ich im übrigen Artikel, dessen mangelnde Qualität ich bedauere, bisweilen als aufgeregt anti-pc und damit latent homophob interpretierbare Phrasen finden kann, spricht doch obiger Absatz gegen eine prinzipiell homophobe Grundeinstellung des Autors. Er befindet: Wenn über HIV geredet wird, spielen Sexualpraktiken eine Rolle. Vom kondom rät er nicht ab.