BRAVO, Herr Steinmeier!

By Damien

Nachdem die Jugendzeitschrift BRAVO ausgerechnet den bekennenden Schwulenfeind Bushido zum Anti-Gewalt-Botschafter erkoren hatte, hat nun Bundesaußenminister Steinmeier den Vogel abgeschossen. Er nahm einen Song mit dem Berliner Rapper Muhabbet auf, der danach als islamistenfreundlich und schwulenfeindlich geoutet wurde:

Diese Stadt ist voller Schwuchteln und Schlampen, Hier gibt es hunderttausend und noch mehr Opfer / Fickfressen, Faggots [und] Bitches schwuchteln euren Kopf leer

zitiert queer.de aus einem Titel des Rappers an der Seite des deutschen Außenministers. Ganz in schlechter linker Tradition versteht sich der Musiker auch darauf, den “Massengeschmack” zu dissen, der – wie sollte es anders sein – amerikanischen Ursprungs ist und angeblich keinen Platz für Individualität läßt, das Ganze noch hübsch garniert mit einer offenen Gewaltandrohung:

“Denn ich weiß, der Hund, der bellt, ist der Hund, der niemals beißt / Ich bin der, der schweigt und dir das Messer zeigt / nachdem ich zugestochen habe, warne dich: geh nicht zu weit! / Kill dich, denn für Fotzengelaber hab ich keine Zeit / In der Hauptstadt der Schwulen, dem deutschen Hollywood / Lebt jeder nach dem Trend der Medien und Clubs”.

Damit nicht genug, äußerte Muhabbet Verbesserungsvorschläge für die Durchführung islamistischer Morde:

Die Filmemacherin Esther Schapiro erklärte sogar, Muhabbet sei der Mord an Theo van Gogh nicht weit genug gegangen. Der Niederländer war 2004 auf offener Straße von einem Islamisten ermordet worden, weil er islamkritische Filme gedreht hatte. Schapiro berichtete in der ARD, dass der Rapper auf Kollegen zugegangen sei und gesagt habe, van Gogh hätte “Glück gehabt, dass er so schnell gestorben ist”. Hätte der 23-jährige Rapper den Filmemacher in die Hände gekriegt, hätte er ihn erst im Keller eingesperrt, um ihn zu foltern.

Als Medienprofi bestreitet der Musiker heute natürlich, derartiges jemals gesagt zu haben. Wenig verwunderlich ist auch die Reaktion von Außenminister Steinmeier. Der

steht nach wie vor hinter dem Sänger, der seit vergangenem Jahr gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt für deutsch-türkische Verständigung wirbt. Er habe keine Anhaltspunkte darauf, dass Muhabbet ein Islamist sei, erklärte Steinmeier im ARD-Morgenmagazin.

Zur Begründung sagte der Politiker, der Musiker habe sich immer gegen Gewalt und für Integration ausgesprochen. Ob “Ich bin der, der schweigt und dir das Messer zeigt / nachdem ich zugestochen habe” tatsächlich als Plädoyer gegen Gewalt und für Integration interpretierbar ist, sollte der Minister vielleicht noch einmal überdenken. Vermutlich hat er dazu jedoch keine Zeit, da er den von ihm vorgetragenen Liedtext ebenfalls eingehend interpretieren muss, um Missverständnisse zu vermeiden. Ein paar Kostproben aus dem fröhlich Lied:

Wir haben andere Sitten, ihr habt andere Sitten, kommt sehn wir uns in die Augen, sagen die Meinung, zeigen das wahre Gesicht.

Denkst du ich werde mich ergeben, denkst du ich halt nicht dagegen, denkst du, dass ich still und schweigend mich hier einfach auf deinen Boden leg.

Deutschland Warum verschließt Du Dich…

Wenn Muhabbet nicht seine Ambitionen in Gegenwart von Esther Schapira deutlich geäußert hätte, wüßte man vielleicht nicht ganz sicher, welche anderen Sitten und welches wahre Gesicht hier gemeint sind. So aber weiß nun auch Herr Steinmeier, dass er sich mit einem Mann gemein gemacht hat, der Tod den Feinden des Islam skandiert und damit auch schon Kritiker meint. Nicht dass die Haltung von Steinmeier überraschend käme, aber die Nonchalance mit der er über die Vorwürfe gegen den Musiker hinweggeht, ist doch selten dreist für einen führenden deutschen Politiker. Selbst die Äußerung Muhabbets gegenüber Schapiro, auch Ayaan Hirsi Ali habe den Tod verdient, kann an der Gleichgültigkeit Steinmeiers nicht ändern. Mittlerweile purzeln die Dementis. Muhabbet und sein Manager bestreiten laut SPON die Äußerungen, sie hätten sich lediglich über die antimuslimische Botschaft eines Films von Schapira über die Ermordung van Goghs geäußert. Antimuslimisch? Das zieht immer in Deutschland, das aus der Geschichte gelernt hat NIE WIEDER ISLAMOPHOBIE. Vielleicht dauert es jetzt nicht mehr lange, bis Steinmeier und sein Haus-Rapper zum Gegenangriff übergehen und Schapira entgegnen “Wer Wind sät, wird Sturm ernten”. Bis jetzt lautet die Sprachregelung von Steinmeier, er wolle unaufgeregt mit den Vorwürfen umgehen.

Doch noch bevor die Aufregung abgeklungen ist, ist eins deutlich: Das Signal an die wachsende Zahl moslemischer Wähler, dass ihre Anliegen bei der SPD gut aufgehoben sind – dafür müssen die Homos mit ihren Befindlichkeiten schon mal auf der Strecke bleiben und werden entsprechend nicht mal erwähnt in der ministeriellen Erklärung. Wie aber will Steinmeier das den Schwusos verkaufen, den Lesben und Schwulen in der SPD?

4 Antworten zu “BRAVO, Herr Steinmeier!”

  1. Philologisches Klo sagt:

    Hoppla,jetzt komme ich – Franz-Walter,träller mir den Migranten-Jihad

    Aussenminister Steinmeier macht mit seinem französchen Amtskollegen Kouchner und dem Sänger Muhabbet Hausmusik für ein tolerantes, integrationswilliges Europa. Es ist nur doof, dass der Muhabbet sich in 2004 für den islamistischen Jihad in der EU a…

  2. Martin_R sagt:

    Mit seinen Texten und natürlich mit seinen Aussagen gegenüber Theo van Gogh und Ayaan Hirsi Ali hat Muhabbet bewiesen, was für ein Vorzeige-Integrierter er ist. In Polit-TV-Talkshows durfte er Sätze von sich geben wie: “Integration ist keine Einbahnstraße.” Wer hier in welches System integriert werden sollte, dürfte klar sein.

    So manchem Politiker, v.a. von der SPD, scheint klargeworden zu sein, welches Wählerpotential in den muslimischen “Mitbürgern” schlummert. Welche Partei sich also etwas scharia-konformer gibt, wird darauf hoffen dürfen, ein ordentliches Stück dieses “Wähler-Rohstoffs” abzubauen. Daß dabei so manch andere Interessen (z. B. die Menschenrechte) auf der Strecke bleiben, interessiert wie auf der internationalen Bühne wenige. Muhabbet und seine Homies zumindest dürften sich eher von den Pseudo-Menschenrechten von 1990 angezogen fühlen.

  3. nicoelf sagt:

    Ich möchte mich öffentlich an allen Homosexuellen Männern entschuldigen, dass ich einen Blog erstellt habe (mittlerweile eleminiert), der den Hass auf Homosexuelle steigern sollte.

    In Ehren N.D.K. Elf

  4. Marco sagt:

    Interessant auch, dass jetzt rauskam, dass Muhabbet wohl schon vor einigen Monaten in der Süddeutschen erklärt hat, dass es okay sein, wenn Frauen ein Kopftuch tragen und dass er jeden Freitag in die Moschee geht etc. . Daher verwundert sein aktuelles Statement eher nicht- man könnte fast sagen, es sei repräsentativ für die Denkweise vieler Muslime.

    Dennoch fair bleiben: Die meisten Muslime in Deutschland sind Türken. Davon hat sich die Mehrheit säkularisiert, so alle meine türkischen Freunde. Daher bitte nicht immer solche Statements wie “3 Millionen Türken = 3 Millionen gewaltbereite Muslime”.

    Dennoch: Man sollte den Mut haben, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Und eine Annäherung an Dinge wie Unterdrückung der Frau und Homophobie darf es in Deutschland nicht geben. Der Dialog endet genau hier. Punkt. Keine Diskussion.

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