Der Softwareriese Microsoft wird aus den verschiedensten Gründen gehasst: weil es sich um einen Konzern handelt, weil es sich um einen amerikanischen Konzern handelt, wegen Bill Gates, wegen Windows 95, 98, XP und Vista, einfach aus Prinzip oder aus Liebe zum Obst. Einige wenige hassen Microsoft aber auch aus ganz anderen Gründen, wie z.B. Ken Hutcherson, seines Zeichens ehemaliger Footballspieler und heute evangelikaler Geistlicher. Ihm stinkt schon seit langem die strikte Diversity-Politik des Softwaregiganten und insbesondere die wohlwollende Politik von Microsoft gegenüber Schwulen und Lesben. Und weil Hutcherson das alles so sehr gegen den Strich geht, hat er den kühnen Plan gefasst, Microsoft per Aktienmehrheit zu übernehmen und damit der finanzstarken Politik der Unterstützung Schwuler und Lesben und der homosexuellen Agenda ein Ende zu bereiten.
Millionen und Abermillionen Dollar würden mächtige Konzerne alljährlich bereitstellen um jene Agenda zu pushen, vertraute Hutcherson dem Daily Telegraph an, doch Microsoft solle sich nicht einbilden er habe Angst. Nein, viel eher sollte Microsoft vor ihm Angst haben, schließlich stünden dem selbsternannten “Krieger für Christus” nicht nur die 3500 Mitglieder seiner Gemeinde sondern auch Millionen evangelikaler Christen und orthodoxer Juden zur Seite – und Gott natürlich:
Mr Hutcherson told a shareholders’ meeting that he would be the company’s “worst nightmare”, threatening that he has the support of not only the 3,500 members of his church, but perhaps also millions of evangelical Christians and orthodox Jews. [...]
“I consider myself a warrior for Christ. Microsoft don’t scare me. I got God with me.”
Auf die Frage warum Kriegsheld Hutcherson als Schwarzer, der zur Zeiten der Rassentrennung aufwuchs, sich sein Leben dem Ziel verschrieben hat, selbst zu diskriminieren stellte er seinerseits die rhetorische Frage in den Raum:
“How many homosexuals have you ever seen had to ride on the back of a bus? I haven’t seen one. I know that many blacks have in the past.
Und als ob das noch nicht dumm genug wäre, bringt der ehrenwerte Reverend Ken Hutcherson noch ein weiteres Sturmgeschütz aus dem Arsenal religiöser Fundamentalisten in Stellung:
“I’ve never seen an ex-black. Michael Jackson couldn’t even achieve that. But I’ve seen ex-gays. We minister to them every day. We talk to them about how to get out of that sin.”
Genau. Und wenn wir die Tucken bei Microsoft geheilt haben, sind als nächstes die bei Apple, Boeing und FedEx dran.
19. November 2007 um 12:23
Wunderbarer Bericht. Vielleicht sollte ich in Aktien investieren.
19. November 2007 um 12:31
[...] gegen die weltweite Ungerechtigkeit. So, jetzt habe ich Tränen in den Augen. Scheiße. Los, klick weiter und lass mich in Ruhe, habe doch eh keine [...]