Brightons Mothafuckin Chi Chi Men
Das englische Seebad Brighton, von einigen wegen seiner großen “Community” das “San Francisco Großbritanniens” genannt, hat letztes Jahr eine Verordnung erlassen, die es Bars und Clubs bei Strafe des Lizenzentzuges verbietet, Rap- und Reggaemusik zu spielen, die in irgendeiner Weise zum Hass oder zur Gewalt gegen Homosexuelle aufrufen. Beide Musikrichtungen haben gerade in letzter Zeit Schlagzeilen gemacht, was ihren wirklich widerlichen Schwulenhass angeht. Gerade der jamaicanische Reggae ist nicht unbekannt dafür, schon mal Liedgut hervorzubringen, welches mal so nebenbei zum Mord an Chi Chi Men und Batty Boys aufruft.
Das britische Verbot, derartige Musik zu besitzen bzw. zu spielen ist also nicht ganz unangebracht. Dummerweise hat das um Leib und Leben seiner Homos besorgte Brighton sich mit dieser Verordnung wohl etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, denn ausgerechnet in der städtischen Bibliothek lagern eine ganze Menge homophober Songs:
[...] despite the ban on the music the city funded library has a sizable collection of works by Buju Banton, Beenie Man, Elephant Man and Sizzla - all containing homophobic lyrics.
City councilors who backed the ban on murder music in clubs were red-faced when the library collection was revealed to them.
Die Stadträte Brightons erklärten daraufhin, dies hätte schon alles seine Ordnung, es ginge bei der Verordnung schließlich nicht um Zensur, sondern sie stelle eine reine Präventivmaßnahme dar, um Morde an Schwulen zu verhindern:
“There is no ban or censorship on any particular artist or song and this section of the policy is not there to prevent people being offended - its sole purpose is to prevent crime and disorder,” a city spokesperson said.
“The library service sets out to maintain a balanced stock of material, offering a wide range of materials reflecting a broad spectrum of views and opinions.”
Ein lupenreines Bekenntnis zur Kunst- und Meinungsfreiheit von Musikern, deren Musik in Brightons Stadtbibliothek zwar gelagert aber nicht gespielt werden darf. Nun gut.
Um zu verdeutlichen, dass Meinungsfreiheit auch dazu da ist, Schwachsinn, Idiotie und Perversionen zu schützen, bieten sich zwei kurze Songtexte vom Reggae-Sänger Bujo Banton an:
If yuh nuh chi chi man wave yuh right hand and (NO!!!)/If yuh nuh lesbian wave yuh right hand and (NO!!!)Some bwoy will go a jail fi kill man tun bad man chi chi man!!!.”
The world is in trouble/Anytime Buju Banton come/Batty boy get up and run/ah gunshot in ah head man/Tell dem crew… it’s like/Boom bye bye, in a batty boy head,/Rude boy nah promote no nasty man,/them hafi dead.
Es ist immer wieder beeindruckend wie gewisse Personen es meistern, ihre dummdreisten Perversionen zu zelebrieren ohne dass ihnen ein Gewissen diktiert, doch mal zur Abwechslung ihr ganz persönliches Elend auszukotzen…
12. Januar 2008 um 16:47
Ganz objektiv betrachtet ist die Art und Weise (also nicht der Inhalt) wie da gereggaet/gesungen wird, Babysprache.
Tips zum Thema:
Marihuana des Volkes: http://www.conne-island.de/nf/119/22.html
Die Hure muss brennen - Wie deutscher Reggae Massenvernichtungsphantasien re-importiert: http://www.conne-island.de/nf/136/26.html
12. Januar 2008 um 23:10
Also ich verstehe in den ‘Songs’ kein Wort.
17. Januar 2008 um 14:26
Gibt es eigentlich Entwicklungshilfe für homophobe Bevölkerungsmehrheiten und ihre schwulen Opfer in solch wahrlich “unterentwickelten” Ländern wie Jamaica? Russland und viele andere könnten sie auch gebrauchen.
17. Januar 2008 um 15:46
Bestimmt, wieso sollte es so etwas nicht geben. Wenn ich dort als Helfer einer Entwicklungshilfe wäre, würde ich alle gleich behandeln. Wäre ja sonst keine Hilfe.