Kriegsfetischismus mal ganz liberal

Mister G. hat wieder zugeschlagen. Erbarmungslos enttarnt er bei den Freunden der offenen Gesellschaft einen libertären Kollegen als französischen Lustblogger (”Monsieur”) und bezeichnet ihn als einer “Kindergartenlogik” zufolge handelnd. Mister G. himself und seine prompt zur verbalen Solidaritätserklärung bereitstehenden Sekundanten hingegen sind selbstredend erfahrene und kompetente Militärstrategen, von denen wir uns alle noch eine Scheibe abschneiden könnten. Was ich allerdings nicht vorhabe. Statt dessen möchte ich Gregs Beitrag nutzen, um ein wachsendes Unwohlsein zu artikulieren:

Beginnen wir mit dem Anlass, aufgrund dessen die ganze Aufregung losging. Dominik Hennig hatte einen Text verlinkt, in dem zwischen (wahren) Helden und Kriegshelden unterschieden wird. Letztlich scheint Greg an dem Text zu stören, dass für ihn die wahren Helden eben die Kriegshelden sind. Das ist sicher kein unwesentlicher Unterschied, daraus aber so eine Art moralischen Vorwurf zu machen, funktioniert eigentlich nur, wenn man den politischen Gegner - und als solcher wird Dominik von Greg behandelt - als feigen Hund hinstellen oder - um es mit einem der Lieblingsausdrücke von Greg und seinen Kumpels zu sagen - ihm unterstellen möchte, er habe keine Eier. Mir wird bei dieser Wortwahl immer übel, weil mir klar ist, dass das natürlich genau das Denken ist, aus dem heraus die anislamisierten Jugendlichen Leuten wie mir am liebsten in eben die Eier treten würden, die wir als Schwule ja gar nicht haben können. (Spekulationen über den psychodynamischen Hintergrund solchen Denkens spare ich mir an dieser Stelle und überlasse sie der Phantasie des Lesers.)

In der sich an Gregs Beitrag anschließenden Diskussion schreibt Paul, sich auf einen Text von Stefan Blankertz beziehend, den Dominik verlinkt hatte:

Also der Anfang von Punkt 251. (”Der siegreiche Staat schreibt nach dem Krieg die Geschichte, stellt dar, daß er selbst recht gehandelt habe und daß das gegnerische Land befreit worden sei vom Bösen. Über Jahrhunderte hinweg blieb die Historiographie die Chronik von Siegern.”) hätte genau so auch in der Jungen Freiheit stehen können, wenn nicht sogar in der National-Zeitung.

Whow, was für ein Argument! Doch genau besehen ist noch gar keins genannt. Es ist eine moralische Keule, die hier ausgepackt wird (”Nazi”) und damit scheint Pauls Beitrag ausreichend dafür, dass der informierte Leser kopfschüttelnd denkt, “was ist der Dominik doch für einer, verlinkt Sätze, die auch in der National-Zeitung gestanden haben könnten”. Etwas mehr Mühe beim Widerlegen einer Position wäre manchmal auch nicht verkehrt.

Wer will, mag sich auch an der einen oder anderen mangelnden Differenziertheit von Dominiks Replik stören, so zum Beispiel an dem Begriff “Super-Westler”, aber dies scheint mir andererseits dem geschuldet, was ihm in der Diskussion an Gehässigkeit entgegen schlägt.

Weiter im Text. Hardy schreibt:

Und was deutschen Militarismus angeht: Deutschland hat als ein NATO-Partner sämtliche Pflichten mitzutragen, auch wenn es tödlich für einige Soldaten ausgehen wird.

Formal mag das ja stimmen, aber die Nonchalance mit der sich Blogger in solchen Worten als Herren über Leben und Tod anderer Menschen gerieren, die widert mich schon lange an. Wieder verkneife ich mir, über die psychodynamischen Hintergründe solcher Äußerungen längere Reflexionen anzustellen, offensichtlich ist für mich jedoch der Wunsch, an einer größeren Macht teil zu haben - was das noch mit Individualismus zu tun hat, möge man mir bitte erklären. Dominik kommentiert dies mit den Worten:

… was kümmern Einzelschicksale, wo es um große, überindividuelle Zwecke geht. Die Unterordnung des Einzelnen unter “das Große und Ganze” - das ist das einigende Band aller Kommunisten, Faschisten und Demokraten!

Nun wird dies sicher kaum einem von uns gefallen, mit Kommunisten und Faschisten in einem Atemzug genannt zu werden. Bevor einer die Gleichsetzung empört zurück weist, möge er aber bitte noch einmal kurz in sich gehen und überlegen, wie oft er Zeuge solcher Gewaltphantasien in den eigenen Kreisen geworden ist. Derartige Äußerungen sind ja keineswegs eine Seltenheit in liberalen Kreisen. Zumindest unter den Jüngeren von uns scheint es fast schon notwendig, sich immer wieder mit betonter Lässigkeit prophylaktisch über Bomben auf Teheran zu freuen. Bevor ich jetzt gleich “Dresden” um die Ohren gehauen bekomme, sei an dieser Stelle Nichtidentisches zitiert, der zum Thema gesagt hat, was zu sagen war:

Als jugendlicher Antifa-Aktivismus endgültig in werden wollte, antichambrierte man auf Antifa-HipHop-Jams oder wahlweise Egotronic-Raves, legte sich entsprechende Insignien zu und marschierte im antideutschen Trachtenverein von einer Manifestation völkischen Denkens zur Nächsten, um dort vor Aktionismus zu strotzen.
Bereits damals erfüllte mich am jugendbewegten Parolengebrüll blankes Unbehagen, solange der 2. Weltkrieg als ein Hauptspaß vermeiert wurde, den man nur auf der richtigen Seite hätte erleben wollen. “Stalingrad, Stalingrad, Deutsche in ein Massengrab” heiserten in schwarz getauchte Gespenster drauflos, die weiß-blaue Flagge schwenkend.
In Dresden trifft man sich alle Jahre wieder gerne mal zum Manöver und trägt Wimpel und Banner zur Schau. Eines verlautet, inhaltlich wie 100 andere, “Alles Gute kommt von oben.” Ein Aufruf tönt pädagogisch wertvoll: “Selber Schuld”. So dominiert noch das Bedürfnis, dem ganzen Grauen Witz und verklemmte Lacher abzunötigen.
Dieses Glorifizieren einer Kriegshandlung im hämischen Jubeln ist kein Gegenmittel zum ekelhaften Opferdünkel der deutschen Nazis, sondern nur dessen Blaupause, wenngleich der Schritt zum Surrogat hoffentlich ein unbewältigbarer ist.
Im kollektiven Juppieh-Bomber-Harris-Geschrei ist keine Spur an Reflexion über die Ereignisse zu finden, sondern allein jugendliche Gewaltphantasien. Mental wird Krieg zu dem Abenteuerspielplatz, als den man die Konfrontation mit den Nazis sich wünscht. Die Unterstellung jubelt mit, den Airforce-Piloten sei ein Bewusstsein des Todes, den sie auszustreuen gezwungen waren abgegangen, sie seien nicht eine für sie äußerst gefahrvolle, verlustreiche Wahl des schlechtesten, aber einzig verbleibenden Mittels eingegangen, sondern hätten sich bereits mit dem Geschehen identifiziert wie ihre Gegner.
Einer wirklichen Erleichterung über die Befreiung von den deutschen Nazis ist notwendig die größere Verzweiflung angesichts der von diesen angerichteten Gräuel beigemischt. Es gibt keinen unbegrenzten Jubel nach der Barbarei, nur aufatmen über ihr Ende. Wer da als Nachkomme ins grimassenhaft grinsende Grölen, ins hämische “Sowas kommt von Sowas“, dessen fatale, verfehlte Botschaft ich in einer Kritik auf dem adf bereits bemängelte, verfällt, hat nichts vom Unbegreiflichen begriffen.
So sehr Arthur Harris vor seinen deutschen Feinden in Schutz zu nehmen ist, so wenig ist ihm zu unterstellen, dass er noch die Fliegerbomben als je “Gutes”, das von oben kommt, bezeichnet hätte. Gut war das Anliegen der Piloten, die ihr Leben aufs Spiel setzten und bereit waren, zu töten, nicht ihre Bomben oder der Tod selbst.
In der Parole vom Guten von oben ist die Identifikation mit Autoritäten, mit dem Stärkeren eingeschweißt, nicht jedoch ein vernünftiges Moment der Kritik aufbewahrt. Man beließe es angesichts der revisionistischen Opferfeiern besser bei einem Gegengedenken oder auch bloß beim entsetzten Kopfschütteln, denn zu diesen Ersatzparties mit aggressiver, von der Masse der Anwesenden gedeckten Abwehr zu stromern, um dort dann nebenbei Tocotronic-Alben zu tauschen und sich bei Burger und Kuchen im Anschluss über die Nazi-Fressen und deren Empörung zu belustigen, denen man es heute aber sowas von gezeigt habe.

Zu schlechter Letzt muss man sich als Schwuler von liberalen Kollegen auch noch Sexismus der plattesten Art anhören:

Wow. Der Herr Henning geht ja ab wie ein Zäpfchen…

Wie? Das war gar nicht so gemeint, wie es da steht? Tja, manchmal spricht es eben aus einem heraus. Da fällt mir eine alte linke Parole ein: Sexisten aufs Maul!

30 Antworten zu “Kriegsfetischismus mal ganz liberal”

  1. Daniel Fallenstein sagt:

    Und wenn das abgehende Zäpfchen einfach nur ne feststehende Redensart ist, die ohne homophobe Intensität und Geschwindigkeit abbilden soll? Anders kenne ich das bisher nicht.

  2. Daniel Fallenstein sagt:

    es soll heissen: ohne homophobe Hintergedanken

  3. Damien sagt:

    Findest Du es nicht bemerkenswert, wenn ausgerechnet ein schwuler Blogger, der sich bereits unqualifizierte Kommentare bezüglich seiner sexuellen Orientierung öffentlich anhören durfte, mit einem Zäpfchen verglichen wird, also einem Gegenstand, der in den Arsch eingeführt wird? Sorry, aber ich finde das offensichtlich und ziemlich daneben. Ob die Hintergedanken dabei bewußt waren, finde ich unerheblich.

  4. Daniel Fallenstein sagt:

    Ich finde es schon erheblich ob es überhaupt den Hintergedanken gab!

  5. Daniel Fallenstein sagt:

    Ob mrpresident überhaupt wusste, dass Dominik schwul ist, wäre zuallererst zu klären. Innocent ’til proven guilty, und sowas…

  6. Hardy sagt:

    Also ich kenne diese Redensart lediglich in Form der abgehende Rakete, als total asexuellen Ausdruck. Von Zäpfchen habe ich in den Kommentaren zum ersten mal gelesen.

  7. christianhannover sagt:

    “Es ist eine moralische Keule”

    moralisch ja, denn ich kenne/kannte mindestens 30 personen, die ohne die landung in der normandie wahrscheinlich nicht mehr unter den lebenden wandelten bzw. nie die gelegenheit dazu bekommen hätten.

    aber warum keule? die behauptung, ein krieg würde die rechte des individuums verletzen, vernachlässigt die tatsache, dass das bekriegte regime in diesem fall millionen individuen zuvor ausgelöscht hat und damit auch nicht aufgehört hätte. dominiks these, nur der aufstand der eigenen bevölkerung gegen das regime wäre rechtens gewesen, vernachlässigt die tatsache, dass das volk im falle des dritten reichs hinter den machthabern stand. welche individuen zählen denn nun mehr? und was ist mit den slawischen individuen, an denen wahrscheinlich der nächste holocaust durchgeführt worden wäre?

    mit wem dominik vorzugsweise das bett teilt, wusste ich zumindest nicht, es geht mich auch nichts an und es ändert nichts an meiner kritik.

  8. Paul13 sagt:

    Also auf die Idee, ein Zäpfchen mit Sex zu assoziieren, muß man erst mal kommen. Aber vielleicht bin ich ja auch einfach altmodisch.

  9. Paul13 sagt:

    @ Hardy

    Ich kenn das neben dem Zäpfchen auch mit einer Zigarre (genauer gesagt auf hessisch “Ziggah”) oder Nachbar’s Dackel. Das ist also ein allgemein üblicher Ausdruck, der sogar schon Lokalkolorit entwickelt.

  10. Greg B. Grabinski sagt:

    Wow, meine These, dass man in jeden Text alles interpretieren kann, ist wieder einmal meisterhaft belegt worden.

    Ich weiss, dass Du es wohl so gerne hättest, dass für mich nur Kriegshelden Helden sind. Dem ist nicht so. Es gibt beides. Hingegen sieht Monsieur Dominik Kriegshelden eindeutig als abwertenden Begriff. Dem widerspreche ich. That’s it. Das hat sogar auch Monsieur Dominik verstanden, glaube ich, oder zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

    Ich habe ihn auch nicht als feigen Hund hingestellt. Auch das musstest Du dir über siebzehn Ecken interpretieren. Ich habe ihm bloss unterstellt eine moralisch lächerliche bis gefährliche Position zu vertreten. Und das darf ich. Unabhängig von seiner sexuellen Orientation, denn ich wusste genauso wenig wie CH mit wem sich Monsieur Dominik sich vergnügt. Es ist mir übrigens auch scheissegal.

    Was dies alles mit Militärstrategien zu tun hat, musst Du auch erklären.

    Dass Du mir dann aber auf Basis deiner Interpretation, die jeglicher Grundlage entbehrt, gleiches Denken wie Jugendliche die dir in die - ich weiss es nicht, ich bin verwirrt, sind sie da? Sind sie anderswo? - wie Du selbst sagst, eigentlich nicht vorhandenen Eier treten wollen (und wie wird das wohl interpretiert?), unterstellst ist irgendetwas zwischen frech, unhaltbar, dumm und beleidigend. Pick at least two.

    By the by, Monsieur ist französisch… Na, klingelt’s? Oder siehst Du immer noch, was Du sehen möchtest?Aber alles in allem, schön zu wissen, dass ich latent homophob und kriegssüchtig bin. Man lernt nie aus.

  11. Paul13 sagt:

    “Formal mag das ja stimmen, aber die Nonchalance mit der sich Blogger in solchen Worten als Herren über Leben und Tod anderer Menschen gerieren, die widert mich schon lange an.”

    Mich auch. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man unter dem pseudomoralischen Deckmäntelchen der Nichteinmischung ganze Völker ihren Unterdrückern und Henkern überlassen kann. Nach dem Motto, besser 1 Million Tote, die der Diktator ermordet, als 10.000 durch unseren Versuch, ihn daran zu hindern. Man ist selber ja nicht betroffen. Hauptsache, man macht sich nicht selber die Hände schmutzig. Ist wirklich widerlich.

  12. Damien sagt:

    Ach Paul, ich habe doch gar nicht für Nichteinmischung plädiert. Wir sind uns einig, was die Legitimität und Notwendigkeit von manchen Kriegen angeht. Was mir missfällt, ist die Art, wie manche Kollegen den (richtigen) Krieg feiern. Dazu diente ein langes Zitat von Nichtidentisches, aus dem sicher auch kein Plädoyer für Nichteinmischung herauszulesen ist.

  13. Damien sagt:

    Hi Greg, wie kommst Du darauf, ich hätte es gerne so, dass für Dich nur Kriegshelden Helden sind? Ich habe Deinen Text so verstanden und deshalb schrieb ich “scheint Greg zu stören”. Danke für die Aufklärung, wenn es sich anders damit verhält.
    Dass Du Dominik widersprichst, wäre für mich keinen Beitrag wert gewesen. Was Du gemacht hast, war jedoch ihn abzuwerten oder empfindest Du Begriffe wie “Kindergartenlogik”, “kaum über die eigene Nase schauen können” oder “erbärmlich” als sachliche Kritik? Mir geht einfach der Stil auf den Wecker, mit dem einige Kollegen über andere herziehen.
    Das waren übrigens die für mich wesentlichen Punkte in meinem Beitrag: der Widerwillen gegen die von einigen praktizierte Kriegsverherrlichung und der schlechte Stil, den einige an den Tag legen.
    Der Rest war Beiwerk. Von daher fand ich die Kommentarflut zum Thema anale Medikation recht bezeichnend. Schön, dass Du Dich auf einen der wesentlichen Punkte beziehst.
    By the way: Keine Ahnung, ob Du homophob bist. In der Regel sind sich Homephobe nicht darüber bewußt, dass sie es sind. Deine Wortwahl jedenfalls finde ich nicht zum ersten Mal merkwürdig und es ist nicht das erste Mal, das ich Dir das mitteile. Ob es dumm ist, das als homophob zu bezeichnen, mögen andere beurteilen.

  14. Damien sagt:

    PS, Greg: Französisch!?

  15. Felix sagt:

    @Damien

    Hier ein schönes aktuelles Beispiel dafür, wie man den (eventuell sogar richtigen) Krieg NICHT feiern sollte:

    http://www.youtube.com/watch?v=hAzBxFaio1I

  16. Zelig sagt:

    Was das Zäpfchen angeht, muss ich Damien zustimmen. Zumal wir ja alle unseren Freud gelesen haben und wissen, wie es zu solchen Assoziationen kommt. Und mit dem: “Französisch” geht’s mir ähnlich.

    Mich wundert vor allem, mit welcher Heftigkeit hier plötzlich diskutiert wird, zumal die Kritik hier ja sehr freundlich formuliert wurde. Ich kann voll und ganz verstehen, worum es Damien hier geht. Obwohl ich mit meinem Blog vermutlich einer der ersten bin, dem man den Vorwurf der Kriegsverherrlichung machen kann, finde ich, dass hier eine notwendige Diskussion angestoßen wird.

    Vielleicht macht ein kleines Beispiel deutlich, was ich meine:

    Während ich während des Libanon-Krieges in Israel war, habe ich mir zwischendurch die Zeit damit vertrieben, mir die Flugblätter von den antideutschen Linken aus meiner Stadt durchzulesen. Während ich im sicheren Tel Aviv sass, hat sich ein Freund von mir freiwillig gemeldet und ist mit den Panzerstreitkräften in den Libanon gefahren. Während ich also mit Sorge die Nachrichten verfolgt habe und lesen musste, wie ein israelischer Soldat nach dem anderen von der Hisbollah verletzt und getötet wurde, hat man sich in den Flugblättern aus Deutschland darüber gefreut, dass die IDF endlich “Aufklärungssplitter” aussendet und die Gelegenheit bekommen hat, es der Hisbollah mal so richtig zu zeigen. Der Krieg wurde regelrecht gefeiert und bejubelt. Während man um mich herum dabei war, sich Gedanken darüber zu machen, wie es den Verwandten und Bekannten geht die an der Front sind, war aus Deutschland zu hören, das Krieg doch etwas tolles sei. Die Ignoranz für die Situation in Israel, die mir aus diesen Flugblättern entgegenschlug, war unglaublich.

    Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Ich finde nicht, dass es falsch war, das Israel diesen Krieg geführt hat. Im Gegenteil: Er musste geführt werden. Aber deshalb ist Krieg immer noch etwas fürchterliches, zumal es tatsächlich Leute gibt, die ihn führen müssen. Und das sollte man nicht vergessen.

  17. Sergej sagt:

    Genau dieser moralische overkill der Falken ist gefährlich: Wer für Nicht-Einmischung plädiert, ist per se für alles verantwortlich: Genozide, Massenvergewaltigungen, Massaker…

    Das ist Heiner-Geißler-Niveau: der Pazifismus habe Auschwitz* erst möglich gemacht, sagte der einst. Wundert man sich dann, wenn auch die Reaktionen der libertären Kriegsgegner immer schriller und ihre Allianzen mit dem lunatic fringe immer häufiger werden? Wenn man ihnen immer wieder sagt, wer gegen A ist, ist für B, wer also den Krieg ablehnt, will den Holocaust?

    Wenn die Libertären zunehmend eine beklagenswerte Erosion der Abgrenzung gegenüber Rechtsextremen offenbaren, so liegt das zuvörderst daran, dass die Falken mit ihrer Schauprozeß-Rhetorik (die der Neokonservatismus von seinen bolschewistischen Wurzeln noch in der geistigen DNA trägt) diese in die Arme jener treiben. Das Andorra-Prinzip.

    Anschließend dann diese self fulfilling prophecy zu beanstanden - das ist Chuzpe!

    *)Plausibler erscheint mir eher die aus Mises, Hayek und Götz Aly extrahierte These, der Sozial-Etatismus habe Auschwitz erst möglich gemacht. Würde ich so verkürzt aber auch nicht formulieren.

  18. Sergej sagt:

    P.S.: DDH hat übrigens im Libanon-Krieg für Israel Partei ergriffen!

  19. Greg B. Grabinski sagt:

    »[...] dass für ihn [Greg?] die wahren Helden eben die Kriegshelden sind.«
    Ich bin zwar nach siebenmaligem Lesen des Satzes immer noch nicht ganz sicher, was Du mitteilen willst, aber wenn Du in meine Aussagen alles mögliche hineininterpretierst, dann darf ich mir doch auch wohl die Freiheit nehmen, dies wie oben zu interpretieren. Eigentlich nicht interpretieren, sondern verstehen.

    Und bitte verzeihe mir, aber meinen Stil kannst Du mögen oder nicht mögen. Da hört’s aber auch wieder auf. Ich weiss auch nicht, ob es stilvoll ist, mich sofort als kriegsgeil hinzustellen, weil ich gewisse Kriege durchaus für moralisch vertretbar halte. Wie ihr den Bogen davon zum Kriegsfetischismus spannt, ist mir vollständig schleierhaft.

  20. Damien sagt:

    Greg, der Punkt ist nicht, gewisse Kriege für moralisch vertretbar zu halten. Das tue ich auch. Der Punkt in diesem Fall ist, jemanden mit einer anderen Meinung (Dominik) auf diese Art runter zu putzen und sich selbst und die eigene Position damit zugleich absolut zu setzen. Wer anderer Meinung ist in Punkto gerechtfertigter Kriege, will “sich ficken lassen” oder wie hast Du es mal so schön in “Deinem Stil” formuliert. Den kannst Du ruhig beibehalten, ich behalte mir vor, ihn weiterhin als mackerhaft, gewaltschwanger und strukturell homophob zu bezeichnen - so wie eben die Sprache der türkischen Jungs in der U-Bahn.

  21. ilanramon sagt:

    Frage in die Runde: Wenn ich sage, dass etwas abgeht wie eine Rakete, was ja bekanntlich ein Phallus-Symbol ist, ist das dann auch strukturell homophob? Wenn Greg das ist, bin ich das naemlich auch ;-)

  22. Damien sagt:

    Commander, das hängt ganz davon ab, in welches Gebiet die Rakete eindringen will! Und natürlich von ihrer Geschwindigkeit. Und mit welchem Auftrag sie gezündet wird.

  23. Greg B. Grabinski sagt:

    »Wer anderer Meinung ist in Punkto gerechtfertigter Kriege, will “sich ficken lassen” oder wie hast Du es mal so schön in “Deinem Stil” formuliert.«
    Ich habe eine vage Erinnerung daran, dass alle anderen dies entweder lustig fanden oder es gar nicht bemerkt hatten. Und so war’s auch gedacht. Das weisst Du. Oder solltest Du zumindest.

    »Den kannst Du ruhig beibehalten, ich behalte mir vor, ihn weiterhin als mackerhaft, gewaltschwanger und strukturell homophob zu bezeichnen - so wie eben die Sprache der türkischen Jungs in der U-Bahn.«
    Na gut, wenn’s hilft.

  24. Paul13 sagt:

    @ Sergej

    “Genau dieser moralische overkill der Falken ist gefährlich: Wer für Nicht-Einmischung plädiert, ist per se für alles verantwortlich: Genozide, Massenvergewaltigungen, Massaker…”

    Aber wenn man Bush die Opfer der Terroristen im Irak in die Schuhe schiebt, dann ist das seltsamerweise ok. Wobei das nicht mal vergleichbar ist, denn die Amis versuchen die Täter wenigstens zu bekämpfen, die Kriegsgegner hingegen haben nicht mal einen Vorschlag unterbreitet, wie man Saddam gewaltfrei stürzen könnte.

    “Das ist Heiner-Geißler-Niveau: der Pazifismus habe Auschwitz* erst möglich gemacht, sagte der einst.”

    Geißler hat viel schon viel Unsinn geredet in seinem Leben (z.B. der unsägliche Spruch von den unanständigen Deutschen, die SPD wählen), aber dieser Spruch war ja wohl sein bester! Er sagt ja nicht, daß die Pazifisten die Täter sind oder auch nur zwingend mit den Tätern sympathisieren, er weist nur zu recht darauf hin, daß sie unabhängig von ihren vielleicht noch so ehrenhaften Absichten _DE_FACTO_ den Kampf gegen das Naziregime behindert haben. Spätestens Mitte der 30er Jahre hätte es für Frankreich und Großbritannien mehr als einen Grund gegeben, dem Nazispuk ein Ende zu bereiten. Und genau das haben die Pazifisten erfolgreich verhindert. Das ist nun mal kein Ruhmesblatt des Pazifismus.

  25. DDH sagt:

    Das Psychodrama des Greg B. Grabinski

    Tschüß, fdog!

  26. NUB sagt:

    Das ist aber auch ein bisschen inkonsistent, “was ist der Dominik doch für einer, verlinkt Sätze, die auch in der National-Zeitung gestanden haben könnten” als Totschlagargument und unterstellte Absicht zu entlarven, selber aber bei Zäpfchen von einer unterstellten Absicht auszugehen.

    Aber ich möchte den Greg da auch nicht pauschal in Schutz nehmen, sondern nur darauf hinweisen, dass die eigenen Unterstellungen immer die berechtigten sind und die anderer erst zu beweisen…

  27. telegehirn sagt:

    “Hier gehen ja einige ab wie ein Zäpfchen!”

    Als “sexueller Denunziant auf Libertär” darf ich so etwas sagen. Kann es sein, daß hier einige am “Detlev-Finkelstein-Syndrom” leiden? ;-)

  28. telegehirn sagt:

    Ach…Ich habe ja ganz vergessen, daß ich hier ja nicht mehr kommentieren darf, weil ich ja so ein pöhser Blog-Kriegsverbrecher bin. Sorry, ich wollte euch nicht in eurem rosa Wolkenkuckkucksheim stören.

  29. DDH sagt:

    Zitat:

    “Da kommt man hoffentlich nie über die Stammtische hinaus. Andernfalls sähe ich mich veranlaßt, von meinem Menschenrecht auf Notwehr Gebrauch zu machen und solche Spinner zu pfählen oder andere lustige Dinge mit ihnen zu machen. Vielleicht gibt es ja gute Therapeuten für Leute wie Dominik Hennig. Oder ein paar freundliche Linke aus seinem Landkreis, die so ekelresistent sind, dass sie sich mit ihm mal zu einem netten Plausch über seine geistigen Verwirrungen treffen können.”

    Fazit: Das sozial-faschistische Schweinesystem will mir wegen meiner Kritik am Fiskalfaschismus seine SA schicken: http://www.perspektive2010.org/blog/2008/02/21/doppelauszeichnung-fuer-dominik-hennig-gerbrunn/

    Werde mir mal lieber eine Knarre besorgen zum Selbstschutz! Oder soll ich warten, bis der Staat kommt?

  30. DDH sagt:

    http://dominikhennig.blogspot.com/2008/02/heil-hubertus.html

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