Von schwulen Bauernopfern und islamischen Sündenböcken

By Damien

Mehdi Kazemi ist 19 Jahre alt und schwul. Vor vier Jahren kam er aus dem Iran zum Studium nach Großbritannien. In der Zwischenzeit wurde sein Freund im Iran aufgrund seiner Homosexualität verurteilt und gehängt. Mehdi beantragte Asyl, weil er Angst hat, dass ihn nach einer Rückkehr in die Heimat das gleiche Schicksal erwartet – zumal er von seinem Vater telefonisch erfuhr, dass sein Freund im Verhör seinen Namen preisgegeben und von ihrer Beziehung berichtet hatte. Nachdem der Asylantrag von Mehdi abgelehnt wurde, floh er in die Niederlande. Dort hofft er jetzt, nicht nach Großbritannien ausgeliefert zu werden, weil das sein sicheres Ticket in den Tod im Gottesstaat wäre. Zu dumm für Mehdi, dass er kein militanter Moslem ist, denn dann wäre ihm ein erfolgreicher Asylantrag im islamverliebten England nahezu sicher.

Der Independent berichtet ausführlich über den Vorgang:

In a letter to the British Government, Mr Kazemi has told the Home Secretary, Jacqui Smith: “I wish to inform the Secretary of State that I did not come to the UK to claim asylum. I came here to study and return to my country. But in the past few months my situation back home has changed. The Iranian authorities have found out that I am a homosexual and they are looking for me.” He added: “I cannot stop my attraction towards men. This is something that I will have to live with the rest of my life. I was born with the feeling and cannot change this fact but it is unfortunate that I cannot express my feeling in Iran. If I return to Iran I will be arrested and executed like my former boyfriend.”

Die Entscheidung über die Zukunft von Mehdi liegt nun in der Hand des niederländischen Gerichts, das über seinen Antrag auf Asyl aufgrund von Verfolgung aus Gründen der sexuellen Orientierung zu entscheiden hat.

Ich hoffe, Mehdi wird von den Niederlanden nicht als Bauernopfer im gerade anschwellenden Konflikt um den Islam-Film von Geert Wilders gebracht:

Die niederländische Regierung hat gestern wegen der bevorstehenden Veröffentlichung eines islamkritischen Kurzfilmes die zweithöchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Die 15-minütige Doku des nationalliberalen Parlamentsabgeordnete Geert Wilders soll den Islam als faschistische Ideologie darstellen, in der Frauen und Schwule unterdrückt werden.

Klingt nach einem Film nah an der Realität.

“Es gibt die realistische Möglichkeit, dass die Niederlande Ziel eines Terroranschlags werden”, erklärte Tjibbe Joustra, Chef der Antiterrorismus-Behörde. Terroristen aus Pakistan und Afghanistan würden derzeit nach Europa eingeschleust, so Joustra.

Zwar kennt noch niemand den Film, aber manch einem Vertreter der Religion des Friedens reicht schon die Möglichkeit, dass jemand einen islamkritischen Film sehen könnte dafür aus, einigen Aufwand zu betreiben, um das zu verhindern:

Der Film “Fitna” (arabisch für “Das Böse”) hat bereits zu erheblichen Reaktionen aus der islamischen Welt geführt, obwohl ihn noch niemand gesehen hat. Pakistan hat bereits den Zugang zu YouTube blockiert, weil dort der Film veröffentlicht werden könne (queer.de berichtete). Iran hat mit dem Abbruch der Beziehungen zu den Niederlanden gedroht, der malaysische Botschafter und der syrische Großmufti haben vor dutzenden Toten als Reaktion auf den Film gewarnt.

Wobei das selbst hartgesottenen Realitätsverweigerern zu weit geht, schließlich würden ein halbes Dutzend Tote doch reichen. Oder wie soll man diesen Kommentar bei queer.de sonst verstehen?

Die Überschrift “Terroralarm wegen Islam-Film” ist mir zu kurz, schürt es doch die allgemeine Islam-Phobie. Es ist doch wohl eher so, dass beide Seiten völlig hysterisch reagieren.

Ein islamkritischer Film, der nicht verschweigt, dass Frauen und Schwule im Islam systematisch verachtet und verfolgt werden, wenn sie sich nicht den traditionellen Geschlechterarrangements unterordnen, ist also eine hysterische Reaktion? Wie reagiert man wohl angemessen auf die Zustände in der islamischen Welt? Mit Einladungen zum interreligiösen Dialog?

Die erwähnten Reaktionen islamischer Staaten als hysterisch zu bezeichnen finde ich übrigens auch nicht besonders passend. Ich vermute eher, dass sich die Herren in Teheran und Damaskus aufgrund der bisherigen Unterordnungspolitik europäischer Staaten gegenüber islamfaschistischen Forderungen kalt ausrechnen, womit sie diesmal drohen müssen, um einen kritischen Zeitgenossen zum Schweigen zu bringen. Zur Not findet sich sicher auch wieder ein militanter Tierrechtler, der die Scharia das Gesetz in die eigene Hand nimmt, wie bei der Ermordung des niederländischen Politikers Pim Fortuyn. Deren Vollstrecker

van der Graaf gab als Motiv an, er habe Fortuyn hindern wollen, Muslime als Sündenböcke zu benutzen.

Und so schritt der bekennende Veganer damals zur Tat und opferte einen lebenden Schwulen zur Feier der multikulturellen Gesellschaft. Bevor dieser mit seiner puren Existenz weiter dafür sorgen konnte, dass sich Moslems als Sündenböcke fühlen müssen, obwohl sie doch bekannt sind für ihre liberale Haltung gegenüber Menschen mit homosexueller Orientierung. Hoffentlich wissen all das auch die Richter zu würdigen, die über den Asylantrag von Mehdi Kazemi zu entscheiden haben.

2 Antworten zu “Von schwulen Bauernopfern und islamischen Sündenböcken”

  1. rom sagt:

    Das ist wirklich eine riesige Sauerei. Das Vereinigte Dhimmireich weist noch nicht einmal seine Hassprediger, Terrorverdächtigen und sonstige langbärtige Jihad-Apostel und turbanisierten Sozialhilfe-Betrüger aus.

    Vielleicht wäre dem Mann geholfen, wenn er radikal-moslemische Kleidung anlegte, Jihad-Moscheen besuchte und mit Schildern “Death to UK” durch die Londoner City laufen würde! Würde das alles noch nicht helfen, bleibt immer noch der Gang zum “Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte”. Dieses “Gericht” verbietet jedem Staat islamische Jihad-Kriminelle in ihren Heimatländer abzuschieben, denn die könnten ja dort vielleicht “gefoltert” werden! Dem Vereinigten Dhimmiland ist genau dieses vor einigen Tagen geschehen. Noch nicht einmal die Argumentation des Anwalts des Vereinigten Dhimmilandes, das britische Volk hätte auch ein Recht auf innere Sichterheit, liessen diese “Richter” gelten!!rom

  2. Jet sagt:

    Besuchen Sie bitte auch http://www.madhikazemi.com/ und http://www.ipetitions.com/petition/UKMADHI/signatures.html

    Mehdi ist noch nicht völlig sicher und wir brauchen auch Ihre Stimme!

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