Muss der Bounty Killer draussen bleiben?

bountykiller_mussen_leider_draussen_bleiben.jpgGeht es nach dem LSVD, erhält der Schokoriegelkiller in Deutschland Auftrittsverbot. Unter der fast schon Antifa-Aroma verströmenden Überschrift “Hassmusik ist Volksverhetzung! Auftritte von Bounty Killer verhindern” zitiert Verbandssprecher Manfred Bruns einen Brief des Homo-Verbands an die Polizei:

“Wir möchten Sie dringend auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass die genannten menschenverachtenden Lieder nicht zur Aufführung kommen und dass der Interpret auf der Bühne keine Aussagen macht, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Ferner sind wir der Auffassung, dass Interpreten, die solch menschenverachtende, minderheitenfeindliche Inhalte in ihrem Repertoire führen, hierzulande kein Forum geboten werden sollte. Es kann nicht angehen, dass auf deutschen Bühnen von denselben Leuten zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, die in Jamaika regelmäßig für eine unvorstellbare Schwulenhatz sorgen. Von Dancehall Bühnen herab sorgen Interpreten wie Bounty Killer für eine Schwulenhatz, der immer wieder (vermeintlich) schwule Männer zum Opfer fallen.”

Zudem hat der LSVD

die Bundesregierung heute aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass Bounty Killer, mit bürgerlichem Namen Rodney Price, geb. 12.06.1972, die Einreise nach Deutschland verweigert wird.

Die Veranstalter haben wir aufgefordert, die geplanten Konzerte abzusagen.

Zur Erinnerung:

In seinem Lied “Another level” ruft Bounty Killer offen dazu auf, schwule Männer zu verbrennen oder zu ertränken. Auch in anderen Songs ruft er zu Mord an Schwulen auf.

Uns scheint hier der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gem. § 111 StGB und der Tatbestand der Volksverhetzung gem. § 130 StGB gegeben zu sein, sofern der Auftritt stattfinden und die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden sollten. Strafbar machen sich in diesem Fall auch die Veranstalter.

Falls jemand prophylaktisch bei den Veranstaltungsorten nachfragen will, ob sie Hassmusikern tatsächlich ein Forum geben wollen:

Die Konzerte sollen am 27. März im Essener JZE, am 28. März im Münchner Backstage und am 9. April in der Berliner Kulturbrauerei stattfinden.

19 Antworten zu “Muss der Bounty Killer draussen bleiben?”

  1. Ario sagt:

    schwieriges thema. ich hatte früher selber ein sound system und mochte sogar einige chichiman tunes…naja, irgendwann wurde die musik zu langweilig. von einreiseverboten halte ich nicht viel. wer hier spielt sollte einfach nicht hetzen… das gilt für reggae sowie für “nationale rockmusik”…

    bounty killers tune mit gwen hey baby finde ich immernoch geil!

    zur schlichtung sei gesgat dass die meisten reggae fans sehr liberale offene menschen sind und sich stark von der rap kultur unterscheiden. da sehe ich die größere homophobie. und by the way. die jamaikanischen texte versteht ausser chichiman eh keiner, und die chichiman tunes werden sehr oft nicht mehr gespielt!

    jamaika und homosexualität ist auch eine geschichte der kolonie. das entschuldigt nichts aber interesant zu wissen dass homosexualität mit kolonialer herren dekadenz assoziiert wird bei vielen jamaikanern… trotzdem ein schlimmer pflaster für schwule, und für kiffer.

    ein völlig verklärtes land jamaika! nix mit freie liebe und freie drogen!

  2. Thommen sagt:

    Zur Erinnerung: Heutige Machthaber in Afrika behaupten immer wieder, Homosexualität sei von den Kolonialherren “eingeführt” worden. “Das” habe es ursprünglich auf dem Kontinent gar nicht gegeben…
    Wozu waren denn die Verbote - wenn “es” das damals gar nicht gegeben hat???

  3. em8chel sagt:

    Zitat: “und by the way. die jamaikanischen texte versteht ausser chichiman eh keiner…”

    Das ist vielleicht das Problem in Deutschland, viele Leute denken nur, wow, das Lied ist ja megageil, ohne den Text zuzuhören…würde jemand zu solchen Text tanzen?

    “in den Schwuchtels Kopf…(Klang von Gewehrschuss)” Bounty Killa
    “Alle Schwuchtel…verbrennen wie ein alter Radreifen…” Bounty Killa
    “Ich traume von ein neues Jamaika, wo alle Schwule hinrichtet werden…” Binnie Man
    “Schwulen sollen mit Flammenwerfer verbrannt werden, wie Ungeziefer zerquetscht werden, und mit Fuß treffen wie ein altes Kleidungstück…” Elephant Man

    Ihre Konzerte werden in Canada, Großbritanien und USA abgesagt. Deutschlands Toleranz sei Dank darf Bounter Killa mit uns alle tanzen (außer den verdammten Schwuchtel natürlich).

  4. Heiko v. Tippelskirch sagt:

    Oh Mann - was ist denn das für eine Ausssage: den Text versteht hier keiner.
    Diebe sind Diebe auch wenn sie mich nicht bestehlen!
    Als nächstes “Arschlöcher an die Macht” Hauptsache wegsehen!
    Heiko (seit 33 Jahren verheiratet)

  5. Swinx sagt:

    Zitat vom obrigen text
    “Geht es nach dem LSVD, erhält der Schokoriegelkiller”

    interessant,wie man hier afroamerikaner bezeichnet? 0o
    und ihr wollt mir was von volksverhetzung erzählen?!
    dann sollten sich die verfasser des textes erstmal an die eigne nase fassen,meiner meinung nach!
    denn feuer bekämpft man auch nicht mit feuer!
    zudem bin ich der auffassung, wenn homosexuelle nach toleranz, anerkennung und gleichberechtigung streben, sollten sie auch so TOLERANT sein und einsehen, dass nunmal nicht alle menschen homosexualität begrüssen!

    mir gehts darum,dass homosexuelle tun und lassen können was sie wollen, aber nicht von mir verlangen sollen,dass ich das toll finde.
    und vor allem sollen sie die reggae udn dancehall fans nicht ihrer freuden berauben, denn ich habe bisher noch nicht gehröt, dass es proteste gegen den CSD gab bzw. dieser unterbunden wurde!

    ich will mein spass genauso wie “ihr” euren spass wollt!

    ansonsten haben alle pro BK argumente, in den anderen antworten hand und fuß.

  6. Damien sagt:

    Schätzchen, “Schokoriegelkiller” ist eine Verballhornung von “Bountykiller”. Wenn man den Witz nicht verstanden hat, einfach mal die Klappe halten statt von Volksverhetzung zu phantasieren.
    Ich ertrage (=toleriere) täglich, dass es Menschen gibt, die Homosexualität nicht begrüßen. Nachvollziehbar finde ich sowas aber nicht im geringsten. Es könnte ihnen doch am Arsch vorbeigehen, solange ich ihnen nicht an eben den fasse.
    Welcher Freuden wollen wir Euch denn berauben? Der, die Texte Eurer Stars zu genießen, in denen sie dazu aufrufen, unsereins abzuschlachten? Sorry, aber das möchte ich tatsächlich nicht ertragen.
    Proteste gegen CSDs gab es übrigens schon viele, vor allem in Osteuropa werden CSDs regelmäßg angegriffen, z.T. auch verboten. Von Leuten, die ganz ähnlich argumentieren, wie Deine Lieblingsmusiker, mit der Volksgesundheit, Gottes Willen und wie die ganzen faschistischen Vokabeln sonst noch heißen.

  7. Adrian sagt:

    Ey Swinx, hat man auf nem CSD schon mal zum Mord an Reggae- und Dancehall-Fans aufgerufen?

  8. Swinx sagt:

    nun gut man kann diesen begriff,aber auch negativ auffassen und werten!
    und ja ich hab den witz verstanden und werd dennoch nicht meine klappe halten-denn ihr dürft doch auch frei reden ^.-
    mir gehts am allerwertesten vorbei, ob nun männer bzw frauen auf der straße rumlaufen und ihr sexuelle gesinnung zeigen und dennoch muss ich es ja nicht toll finden.
    und ja, ihr wollt mich der freude berauben, songs wie “outcry” “petty thief” oder “pot of gold”…etc usw… zu geniessen,denn sie klingen musikalisch einfach nur wunderbar in meinen ohren!
    zudem war ich letztes jahr auch bei sizzla in concert und es war einfach der oberhammer und nein, ich habe dort nicht einen bösen kommentar über homosexuelle gehört,geschweige denn einen ganzen song!

    “Proteste gegen CSDs gab es übrigens schon viele, vor allem in Osteuropa werden CSDs regelmäßg angegriffen, z.T. auch verboten.”

    habt ihr euch eigentlich mal schlau gemacht,wie andere religionen und völker über homosexualität denken?
    zumal locker 90% der deutschen reggaefans sehr liberal erscheinen und sich mit dieser ideologie überhaupt nicht identifizieren können!
    sie lieben einfach nur die musik, die conciousness und rightousness in der musik! ich zähle mich zu diesen 90%…

  9. Adrian sagt:

    “habt ihr euch eigentlich mal schlau gemacht,wie andere religionen und völker über homosexualität denken?”

    F***, das muss uns glatt entfallen sein.

  10. Swinx sagt:

    dann solltest du das schleunigst nachholen :p
    aber ich merk schon zu debattieren bringt rein gar nichts und da das so ist,müsst “ihr” euch wohl oder übel damit abfinden,dass nicht alle menschen pro homosexualität sind!

  11. Adrian sagt:

    Nö, damit finde ich ich nicht ab. Zumindest nicht, wenn das “contra Homosexualität” sich dadurch äußert, dass man mich tot sehen will.

  12. Swinx sagt:

    lern erstmal vernünftig patois,bevor du dem “mist” glauben schenkst,der in jedem homo-forum veröffentlich wird.
    zumal die chancen halt recht gut stehen,dass er auftreten darf,sofern er schriftlich bestätigt,die kritiseirten texte nicht zu performen…
    soll mir auch egal sein, ich kenne ganz andere songs von BK,die ich hören mag…aber um selassies willen-last den fans ihre freude daran!
    jah bless
    gn8

  13. Adrian sagt:

    Ah, jetzt verstehe ich. Sizzla, Bounty Killer und Co werden alle einfach nur falsch verstanden und ihre Texte falsch übersetzt. Das haben alles die bösen Schwulen eingefädelt um Reggae- und Dancehall-Fans wie dich zu terrorisieren.

  14. Damien sagt:

    jetzt hab ichs, glaub ich, verstanden: die texte sind eigentlich voll okay und rufen gar nicht zum mord an schwulen auf. ob seiner großen toleranz bestätigt der eine oder andere reggaeinterpret aber trotzdem, dass er die - im grunde genommen völlig harmlosen texte - nicht vortragen wird. außerdem singen die musiker in manchem text etwas anderes als den aufruf, schwule zu töten. und dass man schwule nicht mag, wird man ja wohl noch sagen dürfen, oder?

  15. hansM sagt:

    Für alle die Bounty killer beschuldigen und sogar anzeigen wegen Aufruf zum Mord. Lernt erst mal PATOIS bevor Ihr einen Künstler verleumdet. “Fire pon” heißt z. B. nicht Feuer anmachen sondern “Schande über”, was wohl einen kleinen Unterschied ausmacht. Zudem wurde vertraglich vereinbart, dass HAßtexte nicht aufgeführt werden.
    Zudem droht Bounty Killer wegen der vorge´nannten falschen Übersetzung die Verhaftung und Abschiebung aus Deutschland auf Betreiben von LSVD uns Volker Beck ( Grünensprecher ) d.h. BK mußte sich verstecken um nicht verhaftet zu werden, ohne die Möglichkeit der vorherigen Stellungnahme.
    Rechtsstaat ade! Toll Herr Beck Bruns u. a.
    Haft statt Diskussion!

  16. Adrian sagt:

    http://www.reggaetime.de/patois_lexikon.html

    also “fire pon” steht da nicht, aber “fire bun / fiah-bun” was übersetzt so viel heißen soll wie: symbolisch etwas vernichten, verbrennen, verurteilen

    Jetzt bin ich beruhigt. Schwule werden in Bounty Killers Welt also nur symbolisch vernichtet, verbrannt und verurteilt. So wie es in Jamaika ja auch üblich ist, Schwule rein symbolisch zu lynchen, auf das sie dann symbolisch am nächsten Baum hängen.

    Patois scheint übrigens eine ziemliche Prollsprache zu sein. Aber das hat sie ja mit BK’s Musik gemeinsam. Dieses Urteil ist natürlich nur rein symbolisch zu werten.

  17. Damien sagt:

    @hansM: Auf queer.de berichtet eine Münchner Stadträtin, die auf dem BK-Konzert war, dass er ganz selbstverständlich auch dort Hasstexte zum Besten gegeben hat. Soviel zum Thema “vertraglich vereinbart”.
    Wieso mußte er sich verstecken? Die bayerische Staatsregierung hatte doch ihr Herz für den antikolonialen Widerstand entdeckt und mitgeteilt, es sei dem Killer lediglich verboten, nach Deutschland einzureisen. Wenn er schon hier sei, könne man nichts machen… Das finde ich viel bedenklicher, von wegen “Rechtsstaat ade”.

  18. Tamika sagt:

    Man bekommt den Eindruck Schwulen- und Lesbenorganisationen sind das intoleranteste überhaupt - das ist ja schon Xenophobie in Reinkultur!

    Aber es geht auch so:

    Bounty Killer begeisterte ohne Homophobie

    Der für seine schwulenfeindlichen Songs bekannte Dancehall-Sänger Bounty Killer hat am Freitag im Freiburger Fri-Son auch ohne Homophobie zu begeistern vermocht. Er hat sich laut Veranstalter an eine entsprechende Abmachung gehalten.

    (sda) In Deutschland waren zuvor nach Protesten drei Konzerte der laufenden Tournee abgesagt und gegen den Jamaikaner Strafanzeige eingereicht worden. Auch das Konzert in Wien fand nicht statt. In Songs wie “Drop Bullet” ruft Bounty Killer dazu auf, Homosexuelle zu verbrennen und zu erschiessen.

    Für seine beiden Konzerte in Freiburg und Zürich (vom Samstag) unterschrieb der Sänger eine Unterlassungserklärung. Die Freiburger Veranstalter verteilten darüberhinaus an alle Konzertbesucher Flyer mit einem Appell an Toleranz: Homophobe Äusserungen würden absolut nicht geduldet. Die Organisatoren hatten den Text zusammen mit der Schwulenorganisation Pink Cross ausgearbeitet.

    Laut Martine Chalverat vom Fri-Son besuchten etwa 750 Reggae-Fans jeden Alters das “mitreissende” Konzert. Weil Bounty Killer auf seiner Tournée nicht nach Frankreich komme, seien viele Franzosen extra nach Freiburg gereist.

    Das Reggae-Publikum sei im Allgemeinen ein friedliches Völkchen, so Chalverat, das nichts mit Homophobie oder Gewaltaufrufen am Hut habe.

  19. Michael sagt:

    Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Auch gute Freunde werden, wenn es zum Soundclash kommt erschoßen, verbrannt und hingerichtet. Hinterher wird zusammen gekifft und gelacht.

    Also erst mal locker bleiben und schauen ob man sich mal genauer damit auseinander setzt bevor man Urteile fällt.

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