Durch Brandenburg im rosa Kleidchen
Die Tage werden länger und wärmer, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und balzen um die Wette. Alle sind fröhlich, glücklich und vergnügt. Nur der gemeine Homo homophobiensis sitzt mit erregter Miene in seinem dunklen Kabuff und reibt sich genüsslich die Hände. Denn gerade eben, hat er wieder eine Verschwörung der Schwulen entdeckt, die er nun unbedingt an das Licht der Öffenlichkeit zerren muss. Und was bietet sich dafür besser an als ein Internet-Forum? Eben:
Ich habe hier mal die letzten aktuellen Threads zum Thema Homosexualität überflogen und dabei ist mir aufgefallen, dass der Schwulenanteil mit 3-5%, teilweise sogar mit 10% an der männlichen Bevölkerung beziffert wird. Diese Zahlen scheinen sich jedoch keineswegs mit den Beobachtungen in der Wirklichkeit zu decken, so habe ich z.B. während meiner Studienzeit in einer hessischen Stadt keinen einzigen Schwulen kennen gelernt und ich wüsste auch nicht, wer es in meinem Bekanntenkreis eventuell sein könnte.
Klingt logisch. In meiner Universitätsstadt und meinem Bekanntenkreis fand und findet sich nicht ein Linkshänder. Ich wage demnach einfach mal die These, dass die Behauptungen gewisser Anthropologen, dass Linkshänder existieren, eine Lüge ist. Dieser Vergleich sollte eigentlich schon reichen, um die Absurdität zu illustrieren aus dem eigenen Erleben heraus Rückschlüsse über die Häufigkeit homophil empfindender Männer zu ziehen. Denn woran merkt man eigentlich, dass man einen Homo vor sich hat?
Dazu möchte ich mir mangels Kenntnissen kein Urteil erlauben. Jedoch waren Schwule, wann immer sie mir auf meinen Streifzügen durch Großstädte begegneten, sehr deutlich als solche zu erkennen.
Woran? Vermutlich daran, dass sie mit rosa Kleidchen und regenbogenfarbigem Handtäschchen von Louis Vuitton durch die Gässchen stolzierten. Doch warum ist es überhaupt so wichtig wie viele Schwule es nun gibt?
[Es] drängt sich natürlich kritischen Zeitgenossen wie mir der Verdacht auf, dass die Homolobby hier bewusst Falschinformation betreibt, mit der Absicht, Homosexualität als etwas gesellschaftlich relevantes hinzustellen.
Denn wenn man auf Breiter Front an 10% Schwulenanteil glaubt, bekommen die Forderungen der Homolobby als wenn man bei der Realität bleibt und die 1,3% ins Auge fasst.
Die „Realität“ von 1,3 Prozent Schwulen an der männlichen Gesamtbevölkerung wird hier abgeleitet aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Emnid, die ich allerdings im Netz nicht finden konnte. Ist aber auch egal, denn die Frage nach der Seriosität der Studie berührt den Kern des Anliegens überhaupt nicht:
Ich verfüge […] über einen recht großen Bekanntenkreis und ich behaupte einfach mal, dass darunter so an die 70-80 Männer sind, die ich mehr als nur oberflächlich kenne. Darunter ist jedoch niemand, bei dem ich mir vorstellen könnte, dass derjenige eventuell homosexuell ist. Selbst in meinem Bekanntenkreis in meiner Heimat befindet sich mit Sicherheit kein einziger Schwuler, dafür würde ich um meinen rechten Daumen wetten.
Ich bin mir sicher, dass es in meinem brandenburgischen Heimatdorf - in dem ich mich ab und an aus dem Moloch Großstadt flüchte - ebenso Leute gibt, die ihren rechten Daumen darauf verwetten würden, dass es in der Dorfgemeinschaft keinen einzigen Schwulen gibt. Und vermutlich würden sie das sogar dann sagen, wenn sie im dörflichen Tante-Emma-Laden hinter mir in der Schlange stehen würden. Zum Glück für ihre Daumen, befindet sich mein rosafarbenes, rüschenbesetztes Kleidchen nämlich wieder mal in der Reinigung und so bin ich gezwungen, ausnahmsweise mal Jeans und T-Shirt zu tragen.
Diese Beobachtungen decken sich somit keinesfalls mit den enorm hohen Zahlen, die die Homolobbyisten immer in dem Mund nehmen. Selbst wenn nur 3% aller Männer homosexuell veranlagt wären, müsste ich demzufolge eine ganze Hand voll Schwule bekannte haben. Da ich jedoch wie schon erwähnt keinen einzigen kenne, zweifle ich sogar an den 1,3%. Aufgrund von meinen Beobachtungen müsste ich quasi schlussfolgern, dass Homosexualität ein Fake ist)
Es wird immer besser: Erst täuscht die Homo-Lobby mit “enorm hohen Zahlen” die Gesellschaft über das wahre Ausmaß der Geißel Homosexualität. Und nun stellt sich heraus, dass die Homo-Lobby Lobbyarbeit für eine Gruppe von Menschen macht, die offensichtlich gar nicht existiert. Zumindest nicht so richtig. Ist das schlimm? Nicht nur das, es ist eine Katastrophe:
Ich halte es allgemein für bedenklich, wenn man unkritisch und wie unter Rot/Grün ideologisch motiviert einfach den Forderungen einer Minderheit nachkommt. Finden Sie nicht auch, dass es einen kleinen Unterschied macht, wenn 100 Schwule Forderungen nach einer Homoehe stellen oder 1.000.000 dies tun?
Na, finden Sie das nicht auch? Sagen Sie doch mal was! Hallo! Können sie mich hören?
Ja, sehr gut und ich versichere Ihnen, dass es keinerlei Unterschied macht. Wäre es z.B. statthaft, aus dem geringen Anteil von Schwarzen in Deutschland den Schluss zu ziehen, ihre Forderungen nach Heirat, Schulbildung und Wahlrecht seien irrelevant?
Aber, Moment mal, das habe ich ganz übersehen. Es geht ja gar nicht um Schwarze sondern um Schwule, die heiraten wollen. Was natürlich ein unerträglicher Affront ist. Weil es ja eben gar keine Schwulen gibt. Zumindest nicht im Bekanntenkreis.
Ansonsten müsste man ja konsequenterweise den Forderungen von z.B. Objektfetischisten die ihren Esstisch heiraten wollen in einem gleichen Maße Gehör schenken wie den Schwulen.
Sicher, denn ob ich nun einen Menschen liebe oder einen Esstisch, das ist im Prinzip doch das Gleiche. Denn ist die Welt nicht lediglich eine Konstruktion? Hängt nicht alles mit allem zusammen? Sind wir nicht alle ein bisschen Esstisch?
So langsam aber sicher kristallisiert sich die Ursache heraus, warum unser Homo homophobiensis überhaupt keine schwulen Freunde und Bekannten hat:
Bei den Schwulen ist das halt wie bei den Negern oder den Türken: Sie geben sich überwiegend mit ihresgleichen ab. Aber wen wundert das schon? Für normale Menschen ist es mit Schwulen halt einfach nicht auszuhalten. Deswegen haben die auch kaum Hetero-Freunde.
Kann ich gut verstehen. Denn warum sollte man auf solche Freunde wie ihn wert legen?
Homosexualität ist eben für niemanden wünschenswert. Am allerwenigsten wünschen sich Väter die Homosexualität der eigenen Söhne, da Väter sich meistens wünschen, dass ihre Söhne genauso werden wie sie selbst.
Und obwohl man keine Schwulen kennt, weiß man über deren Verhalten natürlich bestens Bescheid:
Wie groß ist denn in eueren Kreisen eigentlich wirklich das Bedürfnis nach der Möglichkeit, ein eheähnliches Bü[n]dnis mit einem anderen Schwulen einzugehen?
Ich persönlich kann nicht für „meine Kreise“ sprechen, mein Bedürfnis nach einem „eheähnlichen Bündnis“ ist allerdings recht hoch.
Soweit ich weiß, wechseln die Schwulen ja ihre Partner so häufig wie andere ihre Unterwäsche, im Schnitt soll eine Homobeziehung so um die 13 Monate dauern. Die restlichen Schwulen haben entweder überhaupt kein Bedürfnis nach festen Bindungen oder keine Möglichkeit, einen Partner zu finden.
Er kennt mich zwar nicht, könnte es mit mir als Kumpel auch nicht aushalten, weiß aber mehr über mein Leben als ich. Voll krass ey!
Würdest du sagen, dass es dieses Lebenspartnerschaftsgesetz wirklich braucht?
Nein, das würde ich nicht sagen. Denn der auf Gleichberechtigung mit den Heteros basierende Ehestatus wäre mir weitaus lieber.
Von all dem abgesehen: Wie sollte man denn deiner Meinung nach mit Schwulen umgehen, die wirklich massiv unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und deswegen Veränderung suchen? Ich halte es für eine schlimme Form von Sadismus, die Forderungen dieser Menschen aus ideologischen Gründen zu überhören und ihnen stattdessen einzutrichtern, dass sie sich gefälligst mit ihren Neigungen anzufreunden haben.
Tja, wer hätte das gedacht? Von der Vermutung, dass die Homo-Lobby uns alle über das wahre Ausmaß der Homosexualität belügt, sind wir da angekommen, wo noch jeder gelandet ist, der glaubt alles über die Umtriebe der Homos zu wissen, obwohl er selber gar keine kennt: beim liebevollen Verurteilen. Homos sind irrelevant, Homos belügen, mit Homos ist es nicht auszuhalten, Homos sind nicht wünschenswert, Homos können nicht lieben, Homos sind es nicht wert zu heiraten, usw. usf.
Aber mal ehrlich: Welcher Homo wird sich denn von solchen Aussagen verletzt fühlen? Und welcher Homo würde es ablehnen, sich mit jemanden anzufreunden der so etwas vom Stapel lässt? Schließlich sollten die Homos doch einsehen, dass man ihnen nur helfen will. Ganz ehrlich. Und das bis zum bitteren Ende.
3. Mai 2008 um 12:29
“In meiner Universitätsstadt und meinem Bekanntenkreis fand und findet sich nicht ein Linkshänder.”
Das ist doch eine unglaubliche Lüge, ich bin Linkshänder!!!
3. Mai 2008 um 13:56
Na super, jetzt ist die gesamte Argumentation im Eimer…
3. Mai 2008 um 14:00
Im Übrigen, Gideon, steht schon im obigen Text: Homos lügen.
3. Mai 2008 um 15:04
Ich habe so sehr unter meiner sexuellen Orientierung gelitten, dass ich nach fünf Jahren meinen Mann geheiratet habe. Übrigens waren 50% der Hochzeitsgäste schwul/lesbsich: der eindeutige Beweis, dass seine Statistik falsch ist - es gibt sogar Beweisfotos!
5. Mai 2008 um 12:03
[...] hören bzw lesen wir via GayWest, dass offenbar auch Darmstadt schwulenfrei ist. Und überhaupt soll es ja in Deutschland ganz [...]