Get Out, Mothafucka!

Eine der Lebensweisheiten meiner Oma lautet: „Es gibt Dinge, die tut man einfach nicht.“ Genau daran musste ich denken, als ich diese Nachricht las:

In zwei Wochen wird in den Staaten eines der wohl kontroversesten Hip Hop Bücher aller Zeiten releaset [sic]. Ein Musicbiz Insider namens Terrance Dean will in seinem Buch “Hiding in Hip Hop” alle schwulen Rapper - die sich weigern öffentlich zu ihrer Sexualität stehen - bloßstellen und sie zu einem Coming Out zwingen. Im Vorwort des Buchs heisst es:

“Jeder möchte gerne die Wahrheit über seinen Lieblings-Star wissen. In der maskulinen Hip Hop und Hollywood Szene, gibt es eine sehr wohl bekannte Gay Subkultur, die Insider der Industrie zwar kennen, aber um jeden Preis geheim halten wollen.”

Begründet wird das Zwangsouting vermutlich damit, die allgegenwärtige Schwulenfeindschaft der Hip-Hop-Szene bekämpfen zu wollen. Ganz nach dem Motto also, dass der Zweck die Mittel heilige. Bullshit! Ich kann in einem solchen Vorgehen nur das eines Möchtegern-Diktators erkennen, der seinen Lebenssinn darin sieht, lustvoll das Privatleben anderer Menschen zu penetrieren. Wie widerlich!

Zum Thema “Outing” siehe auch:

My way, my time?

Schwules Denunziantentum

Outing als Lebensinhalt

2 Antworten zu “Get Out, Mothafucka!”

  1. Albert sagt:

    Kann ich nicht so nachvollziehen.

    Du hast in schw. Denunz.tum geschrieben, dass es eine ARt Saubermann ideologie wäre, die als Motivation für das outen anderer Personen zuständig ist, aber ist nicht auch Homophobie, noch dazu aus kommerziellen Interessen(also auf die Fans eingehend), darauf fundiert(sozusagen der conservative-Gangsta-Saubermann-Style des HipHop)?

    Wenn es ideologisch im Hip Hop Homophobie gibt, und dem aus Kommerziellen Gründen nachgegeben wird, dann ist es das doch das selbe wie bestätigung, d.h. verstärkung, oder?

    Also hat die Aggression, die Diktatur, jetzt aber vom Konsens und der Masse ausgehend, also selbstgefälliger, normaler und brutaler, schon vor einer solchen Outing-Aktion eingesetzt, ergo, so scheint mir, ist sie Legitimiert.

    Was sagst du/ihr?

  2. Adrian sagt:

    Sorry, da komm ich nicht mehr mit.

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