Hau den Homo
Was würden evangelikale “Therapeuten” eigentlich mit Heterosexuellen machen, die sich wünschen homosexuell zu werden? Würden sie auch diese ernst nehmen? Oder eher in die nächste Klapsmühle stecken?
Wie kann man eigentlich Menschen ernst nehmen, die sich äußern wie Michael Gerlach?
Es störe ihn, dass Homosexualität in der Öffentlichkeit keinesfalls kritisiert werden dürfe, sagte Gerlach, der selbst 15 Jahre homosexuell war. Von einer Demokratie erwarte er jedoch, dass auch über die „Risiken des schwulen Lebensstils“ diskutiert werden dürfe.
Und dass die Vonholdt wieder mitmischt kann eigentlich nicht überraschen. Wenn es um die Heilung der Homosexualität geht, sind eben immer die gleichen Pappnasen an Bord.
Ausführliches über Weltanschauung, Ziele und Methoden der selbsternannten Homo-Heiler demnächst hier auf GayWest. Auch wenn ich eigentlich keine Lust dazu habe…
5. Mai 2008 um 15:09
Ich finde dabei ja auch immer den Hinweis von Dan Savage nützlich: die Leute sind nicht nur gegen Homosexuelle, die sind gegen Sexualität. Wenn die auch nur im mindesten Erfolg hätten, Homosexualität zu reglementieren oder runterzumachen, kommen danach “von der Norm abweichende” heterosexuelle Praktiken dran, und irgendwann sind dann auch wieder Fremdgehen, offene Beziehung und voreheliche Vergnügungen strafbar. Jedenfalls in deren Utopie.
Beste Grüße,
k.
6. Mai 2008 um 0:23
Frau Vonholdt, ein gar gruseliges evangelisches Wesen. Etwas ärgerlich, dass dieses Milieu (’heißer Draht zu Gott’) Teile der jungen Generation mit einer derartigen pseudowissenschaftlichen ‘frommen Sexualdressur’ ansprechen kann.
Diese Bereitschaft von Menschen, die in der kulturellen Moderne aufgewachsen sind, die in Generationen errungenen Freiheiten religiöser und (damit auch) sexueller Selbstbestimmung an einen Guru, Prediger oder Imam abzugeben ist … mysteriös.
Fundamentalismus - auch ‘Gender-Fundamentalismus’, die Sklavenketten “heiliger Geschlechtsrollen” - wird in unseren in arme und reiche Straßenzüge zerfallenden Städten wieder ärgerlich ‘attraktiv’.
Die säkularen (Ex-)Christen waren fast draußen aus dem geistigen Mittelalter, die Muslime hatten bislang weniger Spielräume. Sollte Vonholdt nach Teheran auswandern?
Jacques Auvergne
6. Mai 2008 um 16:57
Zur Frage: Was würden … zu werden? Sicher “über” demjenigen beten. Und gern auch öffentlich für denjenigen.
Zur Frage: Kann man…? Man kann Menschen, die sich so äußern, eigentlich nicht ernst nehmen. Leider äußern sie sich. Leider werden sie von anderen ernstgenommen. Das sind dann auch welche, die glauben, dass es einen “schwulen Lebensstil” gebe.
K. äußert sich zu Recht: Die haben ganz entschieden was gegen Sex. Und die angeführten Praktiken halten sie schon immer für schwere Verfehlungen. Das hat einen ganz entscheidenden, herrschaftstechnischen Vorteil: Ein ständig schlechtes Gewissen der Schäfchen, die sich von solchen Hirten verführen lassen. Für die Bereinigung seines schlechten Gewissens ist man dann auch etwas zu geben bereit, Zeit, Geld, Freiheit. Und Anerkennung für die Hirten, die so tun, als ob sie frei von Sünde seien.
Übrigens sind die umso freier, die vorher umso schwerer gesündigt haben. Leider auch oft umso lauter. Und sie geben das, was sie früher getan und heute für Sünde halten, noch als Beleg ihrer heutigen besonderen Kompetenz an.
C.