Küssen verboten…
… texteten die Prinzen 1992. Für Schwule scheint das noch heute zu gelten. Zumindest in der Karibik:
Der 23-jährige Aaron Chandler aus einer Kleinstadt Massachusetts wollte mit seinem Freund sowie dessen Schwester und Schwager auf den karibischen Kaiman-Inseln eigentlich nur feiern. Doch als er abends auf einer Tanzfläche in seiner Ferienanlage seinem Partner ein paar harmlose Küsse gab
platzte einem Miturlauber der Kragen:
Nach dem ersten Kuss hatte ein anderer Tourist die Beiden gebeten, sie mögen aufhören.
Weil der Tourist die entsprechende Bitte aber nicht ebenso an sich küssende Heteros richtete,
ignorierte das Paar die Bitte.
Damit es keine Unklarheiten gibt, was die Beiden miteinander veranstaltet haben:
“(…) wir haben uns nicht die Zunge in den Hals gesteckt. Normalerweise halten wir Händchen oder geben uns einen kurzen Kuss.”
Doch schon das war zuviel:
Nach einem weiteren Kuss griff ein Polizist ein. Er nahm das Paar schließlich mit auf die Wache. “Er sagte uns, unser Verhalten verstoße gegen das Gesetz”.
Was Auslegungssache ist, schließlich ist Homosexualität
in dem britischen Überseegebiet nach einer Weisung aus dem Mutterland seit 2000 erlaubt. Allerdings gibt es auf der Inselgruppe noch Gesetze, die “unmoralisches Verhalten” in der Öffentlichkeit unter Strafe stellen.
Bevor jedoch ein Richter darüber entscheiden konnte, ob öffentliches Küssen in der homosexuellen Variante auf den Kaiman-Inseln von Gesetzes wegen als unmoralisch gilt, entschuldigte sich die Regierung der Kaiman-Inseln bei Chandler:
“Im Namen des gesamten Tourismusministeriums entschuldige ich mich für das erschütternde Erlebnis. Ich versichere Ihnen, dass die Kaiman-Inseln alle Besucher herzlichst willkommen heißen”, erklärte Tourismuschefin Pillar Bush in einem offenen Brief an Chandler und seinen Partner. “Was Ihnen zugestoßen ist, war ein Einzelfall, der nicht repräsentativ ist für die Kaiman-Inseln. Wir wissen, dass tausende schwuler und lesbischer Besucher zu uns kommen und deren Urlaub genießen”.
Damit das auch so bleibt, erklärte Bush abschließend,
sie wolle das Paar gerne persönlich treffen.
Wenn das keine prompte und saubere Lösung ist.
12. Mai 2008 um 19:10
Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen. Richtig so!