Schwul schlägt schwarz

Schon merkwürdig. Wenn es um Homos geht, setzen bei nicht wenigen Menschen Verstand und Zurechnungsfähigkeit völlig aus. Auf dem Blog „Positive Liberty“ seziert Jonathan Rowe den Artikel einer an Schwulen und Lesben leidenden Frau, der in seiner tragikomischen Larmoyanz durchaus Maßstäbe setzt:

“As a black woman who happens to be an alumnus of the University of Toledo’s Graduate School, an employee and business owner, I take great umbrage at the notion that those choosing the homosexual lifestyle are ‘civil rights victims.’ Here’s why. I cannot wake up tomorrow and not be a black woman. I am genetically and biologically a black woman and very pleased to be so as my Creator intended. Daily, thousands of homosexuals make a life decision to leave the gay lifestyle evidenced by the growing population of PFOX (Parents and Friends of Ex Gays) and Exodus International just to name a few.”

Und das am Sonntag. Wo doch die Sonne scheint und die Jungs da draußen in der Stadt knappe Shirts und coole Sonnenbrillen tragen. Aber gut. Fangen wir mal wieder bei Null an und erklären der Dame was Sache ist.

Stellen wir uns folgende Situation vor: Ein junger Mann in der Blüte seiner Jugend wacht eines Morgens auf um folgende Entscheidung zu treffen: „Obwohl ich total auf Mädchen stehe – man schon beim Gedanken an Weiber geht mir einer ab, wo hab ich bloß den Playboy hingeschmissen; und die Taschentücher? – werde ich von jetzt an nur noch mit Jungs ausgehen und mit ihnen Sex haben. Ich weiß nicht, irgendwie, dieser schwule Lebensstil hat schon was. Sich ständig erklären zu müssen, öfter mal blöd angemacht zu werden – voll geil. Meine Kumpels werden begeistert sein und meine Eltern sowieso. Ja schwul ist cool. Das werde ich von nun an sein…nachdem ich mit dem Playboy fertig bin.“

Absurd? Natürlich. Aber was könnte sonst gemeint sein mit dem Statement, jemand hätte den schwulen Lebensstil gewählt? Vielleicht, dass man sich nicht von Ex-Gay-Organisationen „heilen“ lassen will? Dass man es also gar nicht einsieht, sich seine emotionalen und sexuellen Empfindungen von blöden Tussen aus Toledo madig machen zu lassen?

Ich habe wirklich keinerlei Bedürfnis, schon wieder auf diesen Ex-Gay-Blödsinn einzugehen. Glücklicherweise übernimmt Jonathan Rowe das für mich:

It is also false that daily thousands of homosexuals decide to “leave the homosexual lifestyle.” Groups like Exodus have a proven record of failure with regards to most folks who attempt to change their sexual orientation.

Soviel zu dem Thema. Doch wie sieht es mit diesem Argument aus?

“As a black woman […] I take great umbrage at the notion that those choosing the homosexual lifestyle are ‘civil rights victims.’

Also wirklich! Wie kommen die Schwulis nur darauf, sie wären in der Geschichte der Menschheit jemals als Menschen zweiter Klasse behandelt worden? Denn ist das nicht eigentlich etwas, was nur einer „black woman“ zusteht?

Wie gesagt, gut, dass man sich mit diesem Blödsinn nicht alleine rumschlagen muss – am Sonntag, wo doch die Sonne scheint, mit all den Jungs da draußen… Jonathan, please:

Homosexuals are civil rights victims. Homosexuals historically have been subject to sodomy laws which led to imprisonment or worse, being banned from government jobs, institutionalization with a whole slew of sadistic treatments like electroshock therapy, reputation ruining, all which have led to at worst suicides like that of World War II hero Alan Turing. In short, if mistreatment is a criterion for being a civil rights victim, homosexuals easily pass that test.

Und überhaupt: Nehmen wir mal an, obiges Szenario mit dem von Mädchen besessenen Jungen und seiner Entscheidung, künftig auf Männer zu stehen, wäre realistisch; Homosexualität also eine freie Entscheidung. Na und? Inwiefern rechtfertigt die Entscheidung, wie man sein Leben führen will, eine staatliche Diskriminierung? Was wäre dann z. B. mit Benachteiligung aufgrund der Religion eines Menschen? Ist diese etwa angeboren?

Ein weiteres Sturmgeschütz aus dem Arsenal homophober Weichflöten ist dies, Homosexuelle würden gar nicht diskriminiert, weil diese des Öfteren besser gebildet wären und über ein höheres Nettoeinkommen als der durchschnittliche Hetero verfügen würden:

“Economic data is irrefutable: The normative statistics for a homosexual in the USA include a Bachelor’s degree: For gay men, the median household income is $83,000/yr. (Gay singles $62,000; gay couples living together $130,000), almost 80% above the median U.S. household income of $46,326, per census data. For lesbians, the median household income is $80,000/yr. (Lesbian singles $52,000; Lesbian couples living together $96,000); 36% of lesbians reported household incomes in excess of $100,000/yr. Compare that to the median income of the non-college educated Black male of $30,539. The data speaks for itself,”

Wenn höhere Bildung und ein höheres Durchschnittseinkommen jemanden dafür disqualifizieren, gleiche Rechte zu haben, sollten wir aber schleunigst auch Asiaten und Juden diskriminieren dürfen:

Jews and Asians are also better educated and make higher incomes. Could you imagine someone trying to argue they should be forbidden from anti-discrimination protection because of this.

Könnte es sein, dass die gute Frau aus Toledo einfach nur neidisch darauf ist, dass neben Juden und Asiaten, Homos nun schon die dritte Minderheitengruppe der USA sind, die bei Bildungsgrad und Einkommen an der schwarzen Community vorbeiziehen?

Wie auch immer, was Schwule angeht, konterkariert der höhere Bildungsstandard und das höhere Durchschnittseinkommen ein weiteres beliebtes homophobes Vorurteil. Nämlich dieses, alle Homos wären psychische und soziale Wracks:

I’m sorry but common sense dictates that a social group cannot at once both be that dysfunctional and so successful that their household incomes are almost 80% above the median. That would take hyper functionality. Gays would have to be arguably the most socially functional social group to be that successful.

Mehr muss man zu diesem Pamphlet aus Toledo auch nicht sagen.

Und jetzt werde ich endlich nach draußen gehen, um den schwulen Lebensstil zu zelebrieren. Auch wenn mein Durchschnittseinkommen momentan sehr knapp ist…

Eine Antwort zu “Schwul schlägt schwarz”

  1. kamenin sagt:

    Wir brauchen einfach ein paar effektive chemische Hautaufheller. Ab dann wird in die Schwule Agenda aufgenommen, dass Schwarzsein nur noch Lifestyle-Choice ist. Wetten, die gute Frau wäre beleidigt?

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