Literarische Wichsvorlage

By Damien

Tilman Krause, Literaturkritiker der Welt, schätzt Jonathan Littells Sex-und-Gewalt-Elaborat Die Wohlgesinnten. Jetzt war Krause mit Littell teuer essen. Der Erkenntnisgewinn, den Krause danach präsentiert, ist eher billig dürftig – was an Littell, nicht an Krause, liegt:

Es geht dem guten Jungen nur um Sex! Er, der der Frage eines der Podiumsteilnehmer nach der Notwendigkeit der abundanten Masturbations- und Vergewaltigungsszenen in den „Wohlgesinnten“ im Raum stehen ließ; er, der seinen Theweleit herunterbetet und Faschismus als Form der Sexualität begreift; er, der in Memoiren des Auschwitz-Kommandanten Höß vor allem die dort „unbewusst“ zum Ausdruck kommende Homosexualität interessant findet – er ist ganz einfach oversexed. Das Nazi-Wehrmachtsdeutsch sein Fetisch. Das ändert an der literarischen Leistung seines Buches nichts. Sexuelles Begehren ist auch eine intellektuelle Produktivkraft. Aber: Post coitum omne animal triste. Kein Wunder, dass Littell so mürrisch wirkt.

Weitere seiner Masturbationsphantasien könnte Littell von mir aus gerne für sich behalten.

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