Menschenrechte sind fürn Arsch

By Adrian

Die Prämisse, Menschenrechte stünden jedem Menschen von Geburt an zu, seien also universell und unverletzlich, steht momentan schwer unter Beschuss. So urteilte bspw. Altkanzler Helmut Schmidt in bewährter Altersweisheit bei Sandra Maischberger:

“Man soll sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen!”

Denn in anderen Ländern herrschen nun einmal andere Sitten und was bitte schön qualifiziert uns böse Westler dazu, darüber zu urteilen, was richtig und was falsch ist?

“Anmaßung” sei das alles, so, als wüssten wir alles besser.

Europa habe in seiner langen Geschichte selbst unzählige Greueltaten begangen. “Und wo stehen denn die Menschenrechte?” fragte er zurück. Sandra Maischberger war für einen Augenblick derart irritiert, dass sie eine nicht ganz korrekte Antwort gab: “In der Uno-Charta”. “Nein”, sagte Schmidt, “die stehen in der UN-Menschenrechtsdeklaration. Ist aber eine reine Absichtserklärung.”

Man stelle sich nur einmal folgende Situation vor: Der Augenzeuge einer Messerstecherei greift nicht ein mit dem Hinweis, dies sei nicht statthaft, weil er früher selbst einmal Messerstechereien begangen habe. Und überhaupt sei das nun wirklich nicht seine Angelegenheit. Ob Schmidt so etwas gutheißen würde?

Doch nicht nur Helmut Schmidt, auch der Politikprofessor Kishore Mahbubani aus Singapur lässt im Spiegel ähnliche Weisheiten vom Stapel. Die Arroganz des Westens findet er jedenfalls unerträglich:

Werdet klüger, werdet einfühlsamer in eurem Verhältnis zum Rest der Welt. Lernt, anderen zuzuhören. Ansonsten wird es jenen Kampf der Kulturen geben, den ihr so fürchtet. Es ist wie in einer Schulklasse. Wenn einer den Rest die ganze Zeit tyrannisiert, entstehen Hass und Zorn. Der Westen war der Klassentyrann der letzten 200 Jahre. [...]

Ihr kommt auf euren hohen Rössern daher wie die weißen Ritter, Galopp, Galopp, und glaubt, die armen Völker von ihren bösen Führern befreien zu müssen. In Wahrheit verfolgt ihr unter dem Deckmantel von Demokratie und Menschenrechten nur eure egoistischen Interessen. Wir haben eure Doppelmoral durchschaut.

Ich kann förmlich das lustvolle Stöhnen diverser Antiimperialisten hören, welche angesichts dieser Worte vor Freude in ihre Unterhöschen ejakulieren. Es ist erstaunlich, wie oft man betonen muss, dass im Westen natürlich Fehler – auch massive – begangen wurden und werden, dass es aber einen Unterschied gibt zwischen Systemen, die Fehler machen und solche die Fehler sind.

Das Interview mit Kishore Mahbubani ist jedenfalls eine Orgie postmoderner Differenzierung:

SPIEGEL: Gilt die Menschenwürde eigentlich überall auf der Welt?

Mahbubani: Natürlich. Jeder Mensch sollte die gleichen Rechte haben. Keine Diskriminierungen.

SPIEGEL: Wie können Sie dann Staaten verteidigen, die Menschenrechte ganz offensichtlich verletzen?

Mahbubani: Ich kenne keine einzige perfekte Gesellschaft auf der Erde. Deshalb sollte keine Gesellschaft über eine andere richten. Das dürfte nur ein Land, das eine blütenreine Weste hat.

Was für eine Kleinkinder-Rhetorik. Und mit so was wird man also einer der “brillantesten und provokantesten Intellektuellen Asiens.” Dieser vernichtenden Kritik eines Bloggerkollegen kann man sich nur anschließen. Verwundern kann einen die Lobhudelei auf Professor Mahbubani allerdings nicht. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der auch Judith Butler und Günther Grass zu den klugen Köpfen gezählt werden.

Interessant übrigens, wie weit das Mantra der Nichteinmischung mittlerweile gediehen ist. Natürlich muss niemand militärische Interventionen zum Sturz von Diktaturen gutheißen. Merkwürdig aber, dass inzwischen selbst Kritik an der Verletzung von Menschenrechten – je nach Umständen – als rassistisch, neokolonialistisch oder islamophob gilt. Der Premier von Jamaika hat das Mantra des progressiven Beleidigtseins jedenfalls hervorragend verinnerlicht:

‘Jamaica is not going to allow values to be imposed on it from outside,’

Gemeint ist damit natürlich, dass Jamaika es sich vorbehält, auch in Zukunft weiter munter seine Homos diskriminieren, verfolgen und töten zu dürfen. Und der Premier hat Recht damit. Wehrt er sich doch lediglich gegen die arrogante Anmaßung des Westens. Und schließlich wurden dort früher auch Schwule verfolgt. Gleiches Recht für alle! Was damals Recht war kann heute nicht Unrecht sein! Kampf der Jamaikophobie!

6 Antworten zu “Menschenrechte sind fürn Arsch”

  1. dagny sagt:

    Ach, wenn diese Argumente doch nur in der Klimadebatte gegen das Einmischen vorgebracht wuerden!

  2. seizo sagt:

    Wenn man sowas hört bekommt man manchmal richtig Lust sich umzubringen.
    In was für einer Welt leben wir eigentlich?

  3. DDH sagt:

    Du blendest den Zwangscharakter der kollektiven Einmischung aus. Dieses Problem besteht bei der individuellen Einmischung nicht. ICH darf mich überall einmischen, aber ich darf es nicht mit DEINEM Leben oder DEINEM Hab und Gut tun, jedenfalls nicht ohne Dein Einverständnis! Genau das ist aber das Wesen jeder politisch-moralischen Intervention: daß Ihr eine fundamentale Rechtsverletzung innewohnt, daß sie wesensmäßig eine Aggression darstellt!

    Schmidt Plädoyer für Noninterventionismus hat mir recht gut gefallen, wenngleich ich die eher ans 19. Jahrhundert gemahnende nationalstaatlich-souveränistische Begründung nicht teile. Na egal. Falscher Rechenweg, trotzdem richtiges Ergebnis. DEUTSCHLAND RAUS AUS AFGHANISTAN!!!

  4. Adrian sagt:

    “ICH darf mich überall einmischen, aber ich darf es nicht mit DEINEM Leben oder DEINEM Hab und Gut tun, jedenfalls nicht ohne Dein Einverständnis!”

    Erzähl das nicht mir, sondern den Chefs diktatorischer Staaten.

  5. Knüppel sagt:

    Vereinte Nationen kämpfen für schwule Männer und lesbische Frauen

    Vorwort:
    Der menschliche Wert einer zivilisierten Gesellschaft läßt sich an bestimmten Kriterien ablesen, z.B. auch daran wie sie mit ihren ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten umgeht und umzugehen bereit ist. Eine Gemeinschaft, die diese gesellschaftlichen Minderheiten einzubinden, zu integrieren, versteht wird davon letztlich fast noch stärker profitieren, als diejenigen Menschen (die ja auch Steuerzahler, Wähler und Konsumenten sind), die es unmittelbar betrifft.

    Die Gesellschaft bindet damit diejenigen Menschen in die Gemeinschaft ein, die mit ihrem großen intellektuellen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Potenzial unverzichtbar für jedes funktionierende und lebenswerte Gemeinwesen sind. Ich behaupte außerdem, dass ein Gemeinwesen, welches gesellschaftliche Vielfalt zuläßt und aktiv fördert, von innen heraus deutlich stärker ist, als ein Gebilde, das auf Unterdrückung und Ignoranz basiert.

    Beispiel: Ein Land, in dem Juden, Migranten, Schwule, Lesben u.v.a. angstfrei und gleichberechtigt leben, wird immer auch von diesen Bevölkerungsgruppen als zutiefst schützens- und verteidigenswert angesehen. Und noch etwas: Die Menschenrechte dieser Minderheiten gehen niemals zu Lasten der Rechte anderer, wie z.B. Christen, Muslime, Atheisten oder auch heterosexuelle Ehepaare und Eltern. Die gegenteilige Behauptung ist eine infame Propaganda, die regelmäßig von neo-nazistischen Gruppen benutzt wird, um mit den Mitteln der Volksverhetzung Hass und Mißgunst zu erzeugen und den Verstand bei ihren Mitläufern auszuschalten.

    Hat „die Menschheit“ nicht seit einigen Jahren das 21. Jahrhundert (zumindest wenn wir die christliche Zeitrechnung zugrunde legen) erreicht? Sollten dann nicht Aberglaube, „Hexen“-Verfolgung, Verschwörungstheorien, Mythen, irrationale Ängste/Vorurteile und leicht zu widerlegende Irrlehren (wie z.B. nationalistisch geprägte rechte Ideologien) überwunden und einem klaren Blick auf die Realität gewichen sein?

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    Im Dezember 2008 haben 66 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen eine Erklärung gegen die Verfolgung von Homosexuellen unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören neben den 27 Ländern der Europäischen Gemeinschaft, Israel, Island, Norwegen, die Schweiz, Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko, Kuba, alle Teile des früheren Jugoslawien und das Gros der lateinamerikanischen Staaten. Zwar handelt es sich bei der Erklärung „lediglich um eine Geste“, die (noch) nicht rechtsverbindlich ist aber immerhin …

    Nicht unterzeichnet haben die Erklärung: Alle arabischen und fast alle mehrheitlich muslimischen Länder (außer Bosnien und Herzegowina), Russland, China, die Türkei (will die Türkei etwa immer noch Mitglied der EU werden?), die meisten afrikanischen Staaten und (er durfte in der Liga der „Reaktionäre“ ja offenbar auf keinen Fall fehlen) der Vatikan-Staat.

    2/…
    - 2 -

    Der designierte U.S.-Präsident Barack Obama hat sich ausdrücklich zur Umsetzung diverser homopolitischer Vorhaben bekannt und hält daran fest, wie z.B. der Erweiterung der bestehenden U.S.-amerikanischen Antidiskriminierungsvorschriften und der Gesetzgebung zur Bekämpfung von Hassverbrechen jeweils um das Merkmal der sexuellen Orientierung und der Abschaffung des Ausschlusses von offen schwul oder lesbisch lebenden Soldaten und Soldatinnen vom Militärdienst. Außerdem setzt sich Obama aktiv für die Eingetragenen Partnerschaften ein und will diesen schwulen und lesbischen Paaren endlich dieselben Rechte und Privilegien geben, wie verheirateten heterosexuellen Paaren, einschließlich eines vollen Adoptionsrechts.

    In Kenntnis dieser politischen Willenserklärungen des, in wenigen Tagen ins Weiße Haus einziehenden, neuen Präsidenten der U.S.A., hat sich der scheidende U.S.-Präsident George W. Bush nicht entblödet den Vertreter der U.S.A. in den Vereinten Nationen anzuweisen gegen die sexuellen Menschenrechte zu stimmen. Die New York Times erkannte in der diplomatischen Ignoranz der noch Bush-hörigen U.S.-Delegation bei den UN eine Art letztes „Weihnachtsgeschenk“ für die Klerikalen und hier ganz besonders für die fundamentalistischen Evangelikalen (zu denen Bush, nach seiner „Wiedergeburt“, nach eigenen Angaben selbst gehört …).

    Führende Bürgerrechtsorganisationen weltweit, wie Amnesty International und Human Rights Watch erklärten die UN-Erklärung zum Meilenstein, um auch das sexuelle Selbstbestimmungsrecht global ernst nehmen zu müssen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Navanethem Pillay äußerte nach der Unterzeichnung die Hoffnung, dass sich, wie die Apartheidgesetze und die Verbote des sexuellen Kontakts zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe auch die Gesetze gegen Homosexualität als anachronistisch herausstellen werden, sie seien nicht vereinbar mit dem internationalen Recht und den Werten von der Würde des Menschen.

    Angesichts solch barbarischer Zustände, wie sie u.a. in folgenden Ländern noch herrschen: Schwulen Männern drohen in Jamaika 10 Jahre Haft, in Chile ebenfalls Gefängnisstrafen, in Uganda lebenslange Haft, in Katar Auspeitschungen, in Iran der Galgen, in Saudi-Arabien das Kopfabschlagen mit dem Schwert und auch in Sudan, Mauretanien und Jemen droht schwulen Männern die Todesstrafe (lesbische Frauen werden in der „Gesetzgebung“ dieser Länder weitgehend ignoriert, weil man/n Frauen generell noch nicht einmal eine eigene, selbstbestimmte Sexualität zugesteht!), war die UN-Erklärung seit langem überfällig.

    Als offen schwul lebender Mann, rufe ich unsere weltweite Community dazu auf diese unmenschlichen Zustände immer wieder zum Thema zu machen, sich in den großen Menschenrechtsorganisationen aktiv zu engagieren und z.B. die Türkei, als „Urlaubsland für Schwule und Lesben auf eine schwarze Liste“ zu setzen. Der Entzug der Milliarden Euro und Dollars, die von schwulen Männern und lesbischen Frauen weltweit erarbeitet und erwirtschaftet werden, ist ein nicht zu unterschätzender Hebel, um gesellschaftliches Umdenken zumindest in einigen dieser Länder anzuregen.
    3/…
    - 3 -

    Als die amerikanischen Gay-Aktivisten in den 1970er Jahren anfingen auf Dollar-Noten, die von schwulen Männern und lesbischen Frauen erarbeitet oder erwirtschaftet wurden, den kleinen Stempel-Aufdruck: „Gay Money“ zu drücken, hat das innerhalb der amerikanischen Wirtschaft und Werbe-Branche nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Erstmals wurde das wirtschaftliche Potenzial von Schwulen und Lesben in wissenschaftlichen Studien erforscht. Die Erkenntnisse führten zu einem Umdenken. Heute will es sich kaum noch ein großes Unternehmen in den U.S.A. (und allmählich auch in Europa) leisten schwule Männer und lesbische Frauen als Kunden und Kundinnen sowie als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu brüskieren oder zu diskriminieren. International agierende Firmen, wie IBM, Microsoft, Apple, Ford, IKEA, McDonald, die Disney-Studios u.v.a. sprechen inzwischen in ihren Anzeigen und Werbespots ganz gezielt auch ihre homosexuelle Kundschaft an und müssen sich dafür wütende Angriffe besonders der fundamentalistischen Evangelikalen in den U.S.A. gefallen lassen.

    Bisher haben sich diese Unternehmen jedoch mehrheitlich nicht in ihrem begrüßenswerten Kurs beirren lassen. Vielleicht sollte unsere Community ihre Kaufentscheidungen gelegentlich stärker hiervon leiten lassen. Und außerdem: Welche Partei z.B. gegen die „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hat oder welche Partei im Bundestag gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz („Antidiskriminierungsgesetz“) gestimmt hat (zu 1. CSU, zu 2. FDP …) ist doch sicher auch ein wichtiges Kriterium vor jeder Stimmabgabe zur Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europa-Wahl?

    Resümee:
    Menschenrechte umfassen auch das sexuelle Selbstbestimmungsrecht, sie sind unveräußerlich und universell. Diejenigen Regime und Glaubensrichtungen, die ihren Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen Menschenrechte verweigern, gehören schon allein dadurch nicht zum zivilisierten Teil der Menschheit. Eine weltweite Ächtung ist überfällig.

    Quellen:
    • „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, Vereinte Nationen, 10.12.1948
    • „Erklärung über Menschenrechte, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“, Vereinte Nationen, Dezember 2008
    • „Bunter Widerstand“, Süddeutsche Zeitung 20.12.2008
    • „UN kämpfen für Homos“ und „Die eine geteilte Welt“, taz 20.12.2008
    • „Würde zweiter Klasse?“ und „Obamas Homo-Agenda“, rik (publigayte) 01/2009

    Knüppel … es läßt sich immer etwas verändern, also kümmern wir uns darum!
    In einem fast ausschließlich profit-orientierten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem gibt es eine universell verständliche Sprache: Den gezielten Einsatz oder Entzug von Geld … die schwul-lesbische Community verfügt über ein milliardenschweres Potenzial an Wirtschafts- und Kaufkraft. Lasst es uns intelligent nutzen … dafür gibt es Vorbilder.
    Nie wieder Opfer sein – NEVER AGAIN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    P.S. „The Times They Are A-Changing (Bob Dylan)

  6. Knüppel sagt:

    Menschenrechte sind unveräußerlich und universell

    Im Dezember 2008 sahen sich die Vereinten Nationen veranlasst eine Menschenrechtserklärung gegen die Verfolgung von Homosexuellen zu verabschieden. Ich habe dazu am 5. Januar 2009 den Beitrag „Vereinte Nationen kämpfen für schwule Männer und lesbische Frauen“ ins ZEIT-ONLIN-Forum gestellt.

    Da die Erklärung von vielen Ländern, inklusive Israel, unterzeichnet wur-de, jedoch von keinem einzigen arabischen Land, habe ich ein wenig re-cherchiert, wie es um die Rechte von Schwulen und Lesben in Israel be-stellt ist. Mein Fazit: Deutschland und seine schwul-lesbische Communi-ty könnte sich glücklich schätzen, wären wir so fortschrittlich wie Israel:

    Die Rechte von Homosexuellen sind gesetzlich geschützt. Eine außer-halb Israels (z.B. in Kanada) geschlossene homosexuelle Ehe wird vom israelischen Staat anerkannt.

    Es gibt viele offen lebende Schwule und Lesben im öffentlichen Leben Israels, wie Parlamentsmitglieder oder auch Richter im Amt.

    Schwule und lesbische Paare haben das gleiche Adoptionsrecht, wie he-terosexuelle Paare.

    Das israelische Kultur- und Bildungsministerium hat die Jugendorganisa-tion der Schwulen und Lesben (IGY) anerkannt, dadurch kommt sie in den Genuss staatlicher Fördergelder.

    Homosexuelle Lebensgemeinschaften erhalten beim Besuch von Sport-anlagen und anderen öffentlichen Einrichtungen die gleichen Ermäßi-gungen, wie heterosexuelle Ehepaare.

    Die Pensionsrechte von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften wurden denen von heterosexuellen Ehen gleichgestellt.

    Die Knesset (israelisches Parlament) hat die Diskriminierung am Ar-beitsplatz, aufgrund sexueller Orientierung, verboten.

    In der israelischen Armee gibt es keine Einschränkungen für Lesben und Schwule, weder bei der Rekrutierung, noch bei der Beförderung. Schwu-le und Lesben können sich, ohne Nachteile befürchten zu müssen, offen zu ihrer Homosexualität bekennen.

    Eine Umfrage unter heterosexuellen israelischen Soldaten ergab, dass es praktisch keine Vorbehalte gegen homosexuelle Soldaten gibt. Der populäre Film „Yossi und Jagger“ thematisiert das Thema Schwule in der Armee.

    Lesben und Schwule sind ein voll akzeptierter und fester Bestandteil des israelischen Kulturlebens. In Tel-Aviv gibt es eine rege Gay-Szene mit Restaurants, Bars und Clubs.

    Schwul-lesbische Stories spielen häufig eine Rolle im israelischen Fern-sehen.

    Tel-Aviv ist jährlich Gastgeberin der größten Gay-Pride-Parade (CSD) im Nahen Osten mit Teilnehmer-Zahlen von 20.000 und mehr.

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    Ganz anders sieht die Situation für schwule Männer in den arabischen Nachbarländern Israels aus:
    In Iran werden schwule Männer und lesbische Frauen zum Tode verur-teilt und in öffentlichen Exekutionen hingerichtet. Auch in Saudi-Arabien gibt es die Todesstrafe für Homosexuelle. In Syrien wird Homosexualität mit Gefängnis bestraft. In den Palästinensergebieten wird Homosexuali-tät ebenfalls verfolgt und mit dem Tode bestraft.

    Quellen:
    60 Jahre Israel: Die Rechte von Schwulen und Lesben in Israel
    http://www.hagalil.com/01...
    Iranische Abgeordnete verteidigen Hinrichtung von schwulen Jugendli-chen
    http://glbt-news.israel-l...
    Flüchtlingsstatus (schwuler Männer in den Palästinensergebieten)
    http://agudah.israel-live...
    Hamas (Wikipedia)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas

    Knüppel

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