Der Konsum von Pornos innerhalb der Hetero-Diktatur unter besonderer Berücksichtigung einer geschlechtsneutralen Sexualmoral

By Adrian

Die Welt ist groß. Die Welt ist kompliziert. Die Welt wird immer komplexer. Jawohl: Die Welt. In einem kleinen Beitrag zum Sonntag bespricht das Blatt aus dem Hause Springer das Buch “Sexualität als Experiment” von Nicolas Pethes und stellt vier Streitfragen aus dem Werk vor. Ich hab mir die vier Fragen mal angeschaut und für mich selbst beantwortet:

Frage 1: Dient der Konsum von Pornografie dem Frieden?

Eindeutig ja. Gesellschaften, in denen die Sexualität enttabuisiert und liberalisiert ist, sowie sexuelle Dienstleistungen und Medien frei verfügbar sind, zeichnen sich auch sonst durch einen hohen Freiheitsgrad und einen zivilen Umgang der Menschen untereinander aus. Die westlichen Demokratien sind dafür ein hervorragendes Beispiel. Man stelle sich nur mal vor, wie friedlich es auf der Welt zuginge, wenn auch in der islamischen Welt Sexualität frei von Scham und Schuld genossen werden könnte. Anders ausgedrückt: Männer die wichsen, schießen zwar scharf aber selten tödlich.

Frage 2: Soll man sein Geschlecht nach Laune wählen?

Das ist wohl weniger eine Frage des Wollens als vielmehr eine des Könnens. Wenn es um das biologische Geschlecht geht, ist das mit der Wahl nach Lust und Laune nicht so einfach. Mag sein, dass Anhänger der Queer Theory sich lautstark über diesen “biologischen Terror” echauffieren, es hilft dennoch nichts – eine Geschlechtsumwandlung geht nicht auf Knopfdruck.

Was nun das soziale Geschlecht (engl. “Gender”) angeht ist die Frage eigentlich überflüssig. Jeder so wie er mag. Am Montag gibt man sich ein wenig “weiblicher” und am Dienstag ein wenig “männlicher”. Höchstwahrscheinlich ist mir die grundlegende Bedeutung der Überwindung durch von der Gesellschaft aufgezwungene Geschlechterrollen nicht bewusst. Mag sein. Aber Gender Studies und ihre Thesen fand ich schon immer langweilig, uninteressant und am Leben vorbei.

Frage 3: Brauchen wir eine Sexualmoral?

Auf die Schnelle würde ich sagen: Nein. Es reicht eigentlich aus, den Grundsatz “lebe so wie du willst, solange du anderen nicht schadest” auch auf das Feld der Sexualität zu übertragen. Allerdings ist auch das bereits eine moralische Aussage. Also doch: Eine Sexualmoral ist nötig. Oder?

Frage 4: Leben wir in einer Hetero-Diktatur?

Nein. Eine Gesellschaft, die nun mal in ihrer Mehrheit aus Heterosexuellen besteht – was sich auch nicht ändern wird -, macht noch keine “Diktatur”. Klar, es gibt heteronormative Strukturen, Homosexualität wird noch nicht von allen vollständig toleriert oder gar akzeptiert und das Coming Out kann immer noch der reinste Horror sein. Aber: Die Gesellschaft ist sich bewusst, dass es Homosexualität gibt, sie artikuliert das Thema, sie hat sie legalisiert und legitimiert. Der Weg der zurückgelegt wurde war lang, aber es wurde bereits viel erreicht.

Soweit meine Gedanken zu den vier Fragen. Und was meint der Leser dazu?

Eine Antwort zu “Der Konsum von Pornos innerhalb der Hetero-Diktatur unter besonderer Berücksichtigung einer geschlechtsneutralen Sexualmoral”

  1. dagny sagt:

    Klingt vernuenftig. Nur ob die lockere Sexualmoral Ursache oder Folge eines liberalen Staates ist (wichsen statt schiessen) wuerde ich offen lassen.

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