Die siegreiche Arbeiterklasse des kommunistischen Inselparadieses Kuba hat offenbar, nach jahrzehntelanger Maloche, ihrer herrschenden Vorhut endlich genug volkswirtschaftlichen Output verschafft, um sich zum ersten Mal überhaupt einen CSD leisten zu können. Respekt Kuba, soviel Liberalität so schnell hätte man dir ja gar nicht zugetraut.
Aber zu früh gefreut. Denn irgendeiner im verwurstelten Apparat der sozialistischen Führung hat vermutlich im Lexikon nachgeschlagen und dabei herausgefunden, dass “Liberalität” mit dem Sozialismus nicht vereinbar ist. Und so kam es dann doch anders als geplant:
Die Behörden von Havanna haben offenbar den ersten CSD in Kuba gewaltsam verhindert.
Das spanischsprachige schwul-lesbische US-Magazin “Ambiente” berichtet, dass die Polizei am Mittwoch bei Demonstrationsbeginn sofort auf die Aktivisten einprügelte und mehrere von ihnen verhaftete.
“Schwul-lesbisches US-Magazin”! Das ganze riecht doch förmlich nach einer weiteren Diffamierungskampagne des großen Satans um die DDR der Tropen schlecht zu machen.
Allerdings hatte es bereits im Vorfeld der Aktion Einwände gegeben, allerdings nicht von Brüderchen Castro nebst Genossen, sondern in Gestalt der örtlichen Katholischen Kirche, die sich ob des geplanten CSDs tief besorgt zeigte:
In “Palabra Nueva”, dem Magazin der Erzdiözese Havana, kritisierte ein Editorial am Dienstag ungewohnt offen die Regierung: “Respekt für die homosexuelle Person: Ja. Förderung von Homosexualität: Nein”, heißt es unter anderem.
Die Sorgen der Erzdiözese waren so oder so unbegründet. Denn auch nach einer erfolgreichen Verrichtung des CSD in Havanna, wären nicht mehr genug Devisen übrig geblieben, um die Homosexualität weiter zu “fördern”. Ob die katholischen Kubas nun klammheimlich froh über den beherzten Einsatz der Behörden gegen die demonstrierenden Homos ist, kann man nur vermuten.
Es wird wirklich Zeit, dass auf Kuba ein anderer Geist weht. Der Geist des Kapitalismus zum Beispiel. Dann wird man sich auch endlich eine vernünftige Förderung der Homosexualität leisten können.