Homosexuelle dürften erklärte Gegner einer zunehmenden Islamisierung Europas sein. Umgekehrt sind Islamisten und wohl auch viele Moslems erklärte Gegner von Homosexuellen. Die Bürgerbewegung pro Köln bzw. pro NRW versucht sich jetzt an der Quadratur des Kreises, indem sie sowohl die Islamisierung als auch Homosexuelle ablehnt. Homosexuelle ablehnt? Nun ja, genau genommen stört man sich bei pro Köln nur an der “Förderung” der Homosexualität. Was das eigentlich sein soll, darüber erhoffte ich mir Auskunft bei der Lektüre einer aktuellen Pressemitteilung des katholischen Ablegers von pro Köln, Christen pro Köln:
Es ist wieder soweit: Die CSD-Saison ist im Gange! Das ist die Jahreszeit, in der Berufsschwule und Eiferer von Stadt zu Stadt reisen, um dort an Maskerade-Umzügen oder in freizügiger Kleidung für angebliche „Rechte von Homosexuellen“ zu werben.
schreiben die Berufshetzer und Eiferer von pro Köln, die im Folgenden die Kritik am Papst ob seiner Homosexuellenfeindlichkeit voll intolerant finden. Das Motto des diesjährigen Kölner CSD
NULL TOLERANZ – für null Toleranz
scheinen sie überhaupt nicht verstanden zu haben – wie sonst kämen sie auf die Beschwerde, mit der Kritik am Papst würde das CSD-Motto konterkariert? Nach einem kleinen, die Wahrheit nicht ganz so genau nehmenden Schulterschluß des Christen- und Judentums mit dem Islam,
Wir erinnern daran, daß die drei großen Weltreligionen in ihrer Einstellung zur Homosexualität weitgehend übereinstimmen und sie als Abweichung betrachten.
zeigen die Damen und Herren ihre voll entwickelte Differenzierungsfähigkeit:
Übereinstimmung besteht aber nicht im Umgang mit Homosexuellen: Während der Islam die Todesstrafe für Homosexuelle fordert und auch teilweise vollzieht, stellt die katholische Kirche dagegen in ihrem Katechismus fest:
„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfaßtheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“
Nach einem kurzen Verweis auf eine Bibelstelle, wonach es für
Homosexuelle seit annähernd zweitausend Jahren eindeutig keinen Spielraum
gebe, obwohl es in der zitierten Stelle überhaupt nicht um Homosexuelle geht, kommt man zu einer erstaunlichen “Schlußfolgerung”:
Offenbar soll und darf über die Forderungen, die von den Homosexuellen gestellt werden, gar nicht mehr diskutiert werden.
Wer das behauptet hat? Keine Ahnung, aber mal eben die Homosexuellen und ihre Gedankenpolizei als Gefahr für die Demokratie an die Wand zu malen, bringt sicher ein paar Wählerstimmen am rechten Rand:
Selbstverständlich darf man aber darüber reden, wenn nicht durch die political correctness die Demokratie ausgehebelt werden soll.
Jetzt wird es zunehmend verworren. Einerseits will man nämlich Homosexuelle nicht benachteiligen:
Selbstverständlich hat jeder Homosexuelle die gleichen bürgerlichen Rechte wie jeder andere Mensch auch.
Bevorzugen allerdings auch nicht. Bloß, wer hätte das je gefordert?
Sonderrechte für Homosexuelle jedoch lehnen wir ab; das wäre ein falsches gesellschaftliches Signal.
Kurz erinnert man sich an das CSD-Motto:
In einer offenen und freien Gesellschaft wie bei uns sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, seinen individuellen Lebensentwurf zu verwirklichen.
Weshalb man die Intoleranz nach sich ziehende Islamisierung stoppen will und und zwar mit Hilfe der eben noch geschmähten Schwuchteln:
Damit dies auch so bleibt, fordern wir die Homosexuellen auf, gemeinsam mit uns gegen die Islamisierung Deutschland zu arbeiten.
Weil man zwar Homosexualität ertragen mag, mehr dann aber auch nicht. Schließlich können Menschen, die in objektiv ungeordneten Verhältnissen leben, froh sein, wenn sie die ihnen auferlegte Prüfung bestehen, Achtung, Mitleid und Takt erhalten, sie niemand anders als gerecht zurücksetzt und sie es schaffen, ihre Schwulitäten mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen. Deshalb gilt für Christen pro Köln die Devise
gegenüber der Homosexualität: Toleranz ja – Förderung nein.
Nur was das ist, Förderung von Homosexualität, das habe ich immer noch nicht verstanden.
Schlagworte: Bürgerbewegungen, Förderung der Homosexualität, Islamisierung, Katholiken gegen Schwule, Köln
11. Juli 2008 um 12:02
[...] “Es ist wieder CSD-Zeit“, vorzüglich aufbereitet von GayWest in “Quadratur des Kreises op kölsch“. [...]
16. Juli 2008 um 15:20
[...] Einige Anmerkungen und Gedanken sowie Erlebnisse meiner geschätzten Mitblogger finden sich hier: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 [...]