Warme Brüder, heiße Luft

By Adrian

Über das Saarland gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben. Eingequetscht zwischen Frankreich und Rest-Deutschland fristet es ein bescheidenes Leben, hochsubventioniert von anderen Bundesländern, die den Strukturwandel nicht verschlafen haben. Darüber hinaus ist das überflüssigste aller Bundesländer als Kaderschmiede sozialistischer Politiker bekannt. Von Erich Honecker bis Oskar Lafontaine bringt die Gegend um Saarbrücken seit jeher besonders prägnante Exemplare fleischgewordenen Sozialismus hervor, die einfach nicht kapieren, dass Profit notwendig ist, weil man nun mal nur so Gehälter finanzieren kann.

Doch nicht nur der Sozialismus wird im Saarland seit jeher hochgehalten. Auch der Humor hat dort einen einzigartigen Stellenwert. Und die Redakteure der nach eigenen Angaben „jungen Tageszeitung für das Saarland“ kultivieren diesen ganz besonders drollig.

In Saarbrücken findet nämlich – wie in allen großen, mittelgroßen und sonstigen Städten der Republik – alljährlich im Sommer ein CSD statt. Und wie bringt man diese Message den Lesern der „jungen Tageszeitung“ nun am besten rüber? Na, mit einem Schenkelkopfer der sich gewaschen hat:

Ganz warmer Umzug in Saarbrücken

Saarbrücken. Nur ein schriller Karnevalsumzug mitten im Sommer mit viel nackter Haut? Oder doch eine politische Demo für mehr Rechte der Schwulen und Lesben? Jedenfalls geht’s am Wochenende in Saarbrücken warm her.

Nach diesem offenherzigen Bekenntnis für einen ungezwungenen Umgang mit Klischees der klassischen Art, bleibt mir an die Adresse der Redaktion nur noch eins zu sagen: Ihr seid alle ja so was von schwul.

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