Archiv | Februar, 2009

Stil und Konsequenz

28 Feb

Oft nahm er sich vor, zum Kraftsport zu gehen, doch das endete voraussehbar: Er schlief mit einem achtzehnjährigen Kraftsportler.

Was für ein Fehler! Dieses Buch am Ende eines Wochenendes in die Hand zu nehmen und dann der Montag Morgen, Arbeit, keine Zeit zum Weiterlesen. „Der letzte Kommunist“ von Matthias Frings erzählt das „traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau“, eines schwulen Kommunisten, der 1989 aus der BRD in die DDR übersiedelte. Gleich zu Beginn bringt Frings ein Plädoyer für Individualismus. Angenehme Überraschung. Und mehr davon: Humor ist angesagt, bei Frings und auch bei Schernikau. Eine Kostprobe: (weiterlesen…)

Gib uns Tiernamen, Detlev!

27 Feb

Wenn Linke ihren Schwulenhass politisch korrekt formulieren, benutzen sie als Alibi gerne ihren Hass auf alles Bürgerliche. Was böte sich da besser an als der aktuelle Streit um die Kölner CSD-Charta? An der Hatz auf die schwulen Spießer beteiligt sich jetzt auch die Neue Rheinische Zeitung. Unter dem vielsagenden Titel „Schwule Anstandswauwaus“ – wenn man Schwule schon nicht mehr als die Säue bezeichnen kann, für die man sie hält, dann wenigstens als Hunde – dekliniert ein Hans Detlev v. Kirchbach dort durch, wofür Schwule in den Augen von Linken seiner Provenienz auf der Welt sind. Dabei gerät ihm jedoch einiges durcheinander und so erklärt er das hier zum Anliegen des KLuST: (weiterlesen…)

heute ist mir die Ehe mal nicht so wichtig

27 Feb

Michael Steele, neuer Parteichef der US-Republikaner, hat sich überraschend deutlich gegen Eingetragene Partnerschaften ausgesprochen.

Die Begründung finde ich reichlich merkwürdig:

Er antwortete auf die Frage, ob er „Civil Unions“ (Eingetragene Partnerschaften) unterstützen könne: „Nein, nein, nein. Warum sollten wir das tun? Was ist los mit Ihnen, sind Sie verrückt? Nein. Warum sollen wir einen der zentralen, ewigen Werte unseres Landes kaputt machen? Schließlich kann man ja nicht einfach sagen: ‚Nun ja, heute ist mir die Ehe mal nicht so wichtig’“.

Mal abgesehen davon, dass die Frage sich offenbar gar nicht auf die Ehe bezog, sondern eben auf  „Civil Unions“;  tatsächlich, Mr. Steele, können wir nicht einfach sagen: ‚Nun ja, heute ist mir die Ehe mal nicht so wichtig’“. Eben deshalb fordern wir die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.

Antierektiöse Pornografie

27 Feb

Christian Maier in der „Zeit“:

Besucher zeigen sich die Genitalien, Künstler Sado-Maso-Pornos – in der Wiener Ausstellung „Porn Identity“ herrscht Hardcore-Sex im Überfluß. Das ist nicht erregend, aber wichtig.

Dazu habe ich nur eine Frage: Wie kann Hardcore-Sex, der nicht erregend ist, wichtig sein?

Von Schleifen, Knoten, Pinguinen und Schwänen

26 Feb

Die Verbürgerlichung der lesbischwulen Szene schreitet voran. Passé die rote Aids-Solidaritätsschleife, passé der rosa Winkel, passé die Regenbogenflagge. Von jetzt an ist der Weiße Knoten in – zumindest im bösen homophoben Hollywood:

Es war das Symbol, das die meisten Hollywood-Stars bei der Verleihung der Oscars tragen: Einen weißen Knoten – das neue Zeichen für alle, die auch bei der Ehe gleiche Rechte für Lesben und Schwule wollen. [...]

Dass ein weißer Knoten das Symbol für das Recht zu heiraten wird, ist einfach zu erklären: Auf Englisch bedeutet „tie the knot“ soviel wie „den Bund fürs Leben schließen“, die Farbe weiß soll dabei eine Hochzeit symbolisieren.

Ein schönes Symbol. Aber, wird Adrian sich endlich herablassen, dieses Zeichen der Liebe auch zu tragen, etwas, was er bei Aids-Schleife, Regenbogenbutton und Rosa Winkel stets abgelehnt hat?

Keineswegs, denn er arbeitet bereits an einem neuen Symbol. Einem Symbol, so revolutionär, avantgardistisch und kreativ, dass einem nur die Spucke wegbleiben kann: (weiterlesen…)

Sexismus in der Werbung

26 Feb

Wieso eigentlich soll immer der Mann der Frau Blumen schenken? Bloss weil sie es wieder mal geschafft hat, zu spülen? Wieso schenkt SIE IHM nicht mal Blumen, als Dankeschön für die tägliche Maloche, mit der er ihre neue Schuhkollektion finanziert?

Homosexualität und andere Schockerlebnisse

26 Feb

Die Body Integrity Identity Disorder bezeichnet eine für den Menschen untypische Einstellung zum eigenen Leib. Der Begriff BIID beschreibt den Endpunkt einer akzeptablen aber seltenen Identitätsfindung hinsichtlich des eigenen Leibs, der gewohnte öffentliche Deutungsmuster des Leibs schockierend in Frage stellt. Ähnlich willkommene Anregungen, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen, ist die Homosexualität und die Transsexualität. Auch die Begegnung mit ihrer Realität, kann ein Schockerlebnis sein. Eine freiwillige Amputation kann die Identität der Menschen festigen, die sie wünschen. Dies kann, ohne in einen gesellschaftlichen Erklärungsnotstand zu geraten, behauptet werden.

Halten die Homosexualität auch für eine Art freiwilliger Verstümmelung? Und was ist eigentlich ein gesellschaftlicher Erklärungsnotstand? Hier steht zwar nicht die Antwort, aber der ganze Artikel.

Protestantische Dialektik

25 Feb

Wenn Theologen sich zu fachfremden Themen äußern, kommt mitunter Seltsames dabei heraus. Aktuell sorgt sich Prof. Rainer Mayer um die Auswirkungen des Gender Mainstreaming.  Nun ist Mayer nicht der Erste, der sich zum Thema äußert,  aber was den Originalitätsfaktor angeht, auf einem der vordersten Plätze, wenn er

in der in Berlin erscheinenden Zeitschrift „Evangelische Verantwortung“ des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU schreibt,

es

solle dem Gender Mainstreaming zufolge Kindern möglichst früh beigebracht werden, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gebe und dass sie ihr Geschlecht beliebig bestimmen könnten – männlich, weiblich, bisexuell oder homosexuell. (weiterlesen…)

Und tschüs

25 Feb

Manchmal haben auch die allerkonservativsten Säcke einfach Recht. Keine Woche ist es her, da erklärte der republikanische Senator Chris Buttars,

Schwule seien “wahrscheinlich die größte Bedrohung” für Amerika und den Rest der Welt.

Damit aber nicht genug:

Schwule Aktivisten wollten eigentlich keine “Gleichheit”, sondern “Überlegenheit”,

und seien

„die gemeinsten Scheißer, die mir je begegnet sind.”

Jetzt muss er als  Vorsitzender des Rechtskomitees zurücktreten.

Old School Homos

25 Feb

In Wien, da traut man sich was im Theater:

Zur Beruhigung verpasst ihm sein Wärter Clotald (Martin Reinke) einen feuchten Schmatz auf den Mund. Überhaupt wird gerne gleichgeschlechtlich geküsst. Ofczarek herzt den Prinzen Astolf (Johannes Krisch), Prinzessin Estrella (Myriam Schröder) die Rosaura der Christiane von Poelnitz.

Doch „Halt!“, ruft da die Welt, handelt es sich hier tatsächlich um echte Homos?

Haben wir es am polnischen Hof mit schwul-lesbischen Royals zu tun? Keineswegs: Es ist ein Küssen ohne szenische Konsequenz, eine sinnlose Pointe der Regie.

Dabei, liebe Welt, habt Ihr mit Eurer Old-School-Homosexualität einfach den Zug der Zeit verpasst. Denn natürlich ist heutzutage keiner mehr einfach schwul oder lesbisch. Vielmehr küssen Männer Männer, um die Konstruiertheit der geschlechtlichen Zuschreibungen und ihrer gesellschaftlichen Verfasstheit theoretisch und praktisch aufzuzeigen. Von wegen sinnlos. Ob das allerdings noch Spaß macht?

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