Archiv | März, 2009

Antifaschismus zum Abgewöhnen

31 Mrz

Als verfrühten Aprilscherz der taz erkannten wir den Bericht über den „Aufmarsch der Kuschelnazis“ ziemlich schnell und entschieden uns daher fürs Erste, nichts darüber zu schreiben. Was zum Artikel zu sagen ist und zwar unabhängig davon, ob es nun Satire ist oder nicht, steht beim Gay Dissenter:

Es gehörte und gehört zu den erbärmlichsten Methoden des politischen Gerangels um Stammtischlufthoheiten, politische Gegner als schwul zu diffamieren. Dabei spielt die politische Ausrichtung keine Rolle, mal sind die politisch Linken, mal die politsch Rechten schwul. Die seinerzeit allgemein bekannte Tatsache, dass in der SA auch homosexuelle Männer ihre politische Heimat gefunden haben, wurde reichlich von den Gegner der NSDAP ausgeschlachtet. Ich habe den Eindruck, dass die taz einen ähnlichen Feldzug starten will. Sie versucht wohl nicht ohne Grund den Eindruck zu erwecken, dass sich in der NPD mehr schwule Männer versammelt haben, als im LSVD. (…) Es ist der alte Trick: Man mache aus den Nazis einen ’schwulen Haufen’, diffamiere sie entsprechend und versuche, sie so in den Bereich des sexuell Unanständigen und damit politsch Unanständigen, des Nichtwählbaren zu bringen. Die taz begibt, möglicherweise ohne es zu merken, sich in ihrer Rubrik “die Wahrheit” in die Tradition linker Kampfblätter der zwanziger und dreißiger Jahre und misst der (unterstellten) sexuellen Orientierung politisch Andersdenkender mehr Bedeutung bei als der Auseinandersetzung um Sachfragen.

Der wesentlichte Satz der Kritik verdient eine besondere Hervorhebung:

Der taz-Artikel von Rudolph Reimann richtet sich nicht gegen Nazis, auch nicht gegen schwule Nazis, er richtet sich gegen Schwule schlechthin.

Und das ist begriffen worden: In einer ganzen Reihe von Blogs und Internetportalen ist der Artikel, ohne jeden Hinweis auf den satirischen Charakter, rezipiert worden und teilweise entsprechend kommentiert worden. Tenor: Man habe es ja schon immer gewusst, dass die Schwulen zu den Nazis tendieren und die Nazis mehr oder weniger alle schwul seien. (weiterlesen…)

Was wollen die Frauen bloß von mir?

31 Mrz

Der Kundendienst von Amazon hat mir gestern ein Buch empfohlen, das mich hat rätseln lassen, was ich beim Kauf meiner Bücher wohl falsch gemacht habe:

Was Frauen in Handtaschen verbergen, was sie sich wünschen und was ihnen die Männerwelt vorenthält, was vor Frisierspiegeln geflüstert wird und was die Tante der Nichte verrät, welche Liebeserklärung sich Frauen erhoffen und welche Muttersprüche kein Kind mehr hören mag. Gabriele Gillen hat aufgeschrieben, was nicht nur Frauen wissen sollten.

Später habe ich dann den Casus Knacktus entdeckt: Esther Vilar war Schuld!

Fantastisch schwul

31 Mrz

Um den Bedürfnissen der Homosexuellen gerecht zu werden, gibt es jetzt ein Online-Erotikshop, der sich ausschliesslich um die fantastische Welt der männlichen Homosexualität dreht.

Na, da hat es wohl einer mit seiner Homophilie übertrieben. Schwul sein ist zwar ganz okay, aber so fantastisch ist unsere Welt nun auch nun wieder nicht.

Andererseits, wenn man die Welt der Homos tatsächlich an den Maßstäben eines schwulen Sexshops misst, könnte man wirklich auf die Idee kommen, wir seien ein Völkchen, das geradewegs einer Fantasy-Literatur entsprungen ist.

Von der Unverzichtbarkeit heterosexueller Geschlechtsbeziehungen für die Gesundheit des Mannes

30 Mrz

Ein, äh, Freund von mir bat mich neulich, mir ein Geheimnis anvertrauen zu dürfen, welches ganz unter uns bleiben müsse, weil ihm das ein bisschen peinlich sei und es um etwas Intimes ginge. Ich willigte zunächst ein, musste nach dem Hören der Geschichte aber einwenden, dass sein Problem viel zu wichtig sei, um nicht an die Öffentlichkeit zu gelangen, schließlich sei sein Schicksal etwas, an dem vielleicht auch noch andere Männer leiden würden.

Also, dieser Freund ist, ähm, homosexuell. Das ist ja nun noch nichts Schlimmes und ich hab weiß Gott nichts gegen diese Menschen, schließlich können sie nichts dafür, das glaube ich zumindest, weil, nun ja, welcher Mann würde schon freiwillig auf die Liebe einer Frau verzichten wollen, nicht wahr? Nein, ich bin da ganz tolerant, schließlich leben wir im Jahr 2009 und überhaupt: wer ist schon perfekt? (weiterlesen…)

Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen

30 Mrz

Wenn man Wüstenstrom zur Abwechslung mal nicht ganz so ernst nimmt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe gehört, sie bieten Schulungen an, in denen man als Homosexueller heterosexuell werden kann. Dabei Nutzen Sie die Erkenntnis, dass sexuelle Identität nicht biologisch vorgegeben ist, sondern durch Umerziehung geändert werden kann.

Das finde ich sehr interessant. Vielleicht können Sie mir damit bei meinem Problem helfen.

Ich bin Heterosexuell; ich fühle mich zu Frauen hingezogen. Leider fühlen sich die Frauen nicht in gleichem Maße zu mir hingezogen. Es fällt mir wahnsinnig schwer, bei Frauen zu Zuge zu kommen, also im Klartext: mit Ihnen Sex zu haben. Es ist furchtbar kompliziert, man muss sie vorher einladen, ausführen, Konversation machen, etc. Und oft ist die ganze Mühe vergebens, sie wollen dann doch nicht und man hat nur Zeit und Geld verschwendet.

Ich habe gehört, dass das bei den Schwulen viel einfacher geht.

Den Rest des Briefes und die Antwort von Wüstenstrom gibt es hier

Auch eine Lesbe macht noch keinen Feminismus

30 Mrz

„Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts über ihre Freundin:

„Sie ist eine wunderschöne Frau mit einer wahnsinnig positiven Ausstrahlung. Ich fühle mich bei ihr einfach gut aufgehoben“[...]

Sie habe „wirklich einen Glückstreffer gelandet“.

Aber Frau Folkerts, lassen Sie das bloß nicht Frau Schwarzer oder Frau Roth hören! Wenn überhaupt heißt es, Sie hätten mit ihrer Freundin eine echte Glückstrefferin gelandet.

Wir wollen doch nicht dem Patriarchat das Feld überlassen, oder?

Die gute Nachricht

29 Mrz

Der Bischof der Diözese Bozen-Brixen

Karl Golser hat sich in einem Interview mit der Monatszeitschrift „Jesus“ für den „rechtlichen Schutz gleichgeschlechtlicher Paare“ ausgesprochen.

Die Begründung läßt aufhorchen:

Die Liebe äußert sich in unterschiedlichen Formen.

Allerdings bestehe

ein Unterschied zwischen der Liebe zwischen Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen können und jener zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren

weshalb die Eheschließung zwischen homosexuellen Paaren weiterhin verboten bleiben solle.

Rechtlicher Schutz sei jedoch zu gewähren und zwar bei Erbfragen, Patientenbesuchen und dergleichen mehr. Seine Forderung stützte Golser im Interview auf das Naturgesetz aus der Sicht der Kirche. „Wir beziehen uns darin auf die Natur des Menschen. Damit ist nicht die evolutionäre, biologische oder medizinische Natur gemeint, sondern der Mensch an sich, sein Anspruch als freie Person wahrgenommen zu werden, die unveräußerliche Rechte genießt.“

Der Verein „Centaurus – Schwul-lesbische Initiative Südtirols“ bezeichnete die Stellungnahme des Bischof als „historisch“. Sicherlich dauert es nicht lange, bis die ersten Kritiker von der Schwulenfeindlichkeit der katholischen Kirche sprechen, die auch mit dieser Äußerung wieder deutlich werde, da Golser sich schließlich für die Aufrechterhaltung von Diskriminierung ausspricht. Wer positiver gesinnt ist, wird aber den Fortschritt in der Aussage erkennen und auch den Mut, den es braucht, eine solche als Hauptamtlicher in diesem Verein zu treffen.

Kuby und die NPD

29 Mrz

Für GayWest-Leser, die schon länger unsere Beiträge verfolgen, ist Gabriele Kuby keine Unbekannte. Mit meinem Kuby unterstellten Abschlusssatz

Na dann, Deutschland: erwache!

lag ich offenbar nicht völlig falsch, wenn diese jetzt emsig von der NPD zitiert wird.

Lesetipp: Mathias Brodkorb auf ENDSTATION RECHTS über Homophobie im Gewand der Gender-Kritik

Die islamische Frau als Rettung des Abendlandes

28 Mrz

Dass der säkularisierte Westen an seiner Dekadenz zugrunde geht, gehört zu den Wunschträumen jedes an der Freiheit leidenden Kulturkonservativen. Und in Zeiten von Finanzkrise, Homo-Ehe und Respekt vor den religiösen Gefühlen von Islamisten erstarken auch solche Leute wieder und trauen sich, arme 17jährige Mädchen abzuwatschen, die doch nichts weiter getan haben, als die Meinung kundzutun, dass Bildung, Sexualaufklärung und die Anwendung von Kondomen gegebenenfalls realistischer sind als auf die Enthaltsamkeit eines Menschen zu vertrauen, die – wie wir alle wissen – ja nicht mal bei katholischen Priestern funktioniert.

Woher nehmen Sie als 17-Jährige die Überzeugung, zu wissen, daß der Bischof von Rom und Vorsteher der Röm.Kath. Kirche in aller Welt den Menschen eine menschenverachtende Botschaft verkauft, um mit Ihren Worten zu reden ? (weiterlesen…)

Nackte Mösen und andere Gräuel der Moderne

28 Mrz

Suchbegriffe mit denen GayWest gefunden wurde:

bilder von nakten mösen

So weit ist es mit uns gekommen…

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