Archiv | März, 2009

Perversion am Pranger

24 Mrz

Eigentlich ist es müßig, ständig die sinn- und bedeutungslosen Ausführungen katholischer Betbrüder in bunten Röckchen zu kommentieren, die in ihrer Eigenschaft als sexlose Zombies immerfort meinen, alle Welt über Sexualität belehren zu müssen. Dennoch: Das Interview, das kathnews.de mit dem Rigaer Erzbischof, Kardinal Pujats, geführt hat, verdient es festgehalten zu werden, als erneuter Beweis, welchen Unsinn Menschen von sich geben, ohne dass die Jungfrau Maria anfängt vor Schmerz zu weinen.

Geführt wurde das Interview von Herrn Valdis Grinsteins, den man förmlich vor Freude seufzen hören kann, endlich einem anständigen Kirchenführer die Füße lecken zu dürfen.

Beginnen wir mit der Gretchenfrage der modernen Zeit:

Valdis Grinsteins: Was fördert die Verbreitung der Homosexualität? (weiterlesen…)

Ja zum Homo-Unterricht!

24 Mrz

Liebhaber der Berliner Politik haben es vielleicht irgendwie mitbekommen: Am 26. April dieses Jahres, dürfen wir Hauptstädter darüber abstimmen, ob das vor einiger Zeit neu eingeführte Fach „Ethik“ ein Pflichtfach für alle Schüler bleiben soll, oder die Schüler statt dessen zwischen Ethik und einem Religionsunterricht wählen müssen. In meiner Eigenschaft als Fan der amerikanischen Verfassung war die Sache für mich von Anfang an klar: Religion hat an einer öffentlichen Schule nichts zu suchen, demzufolge werde ich das nächstbeste Angebot annehmen, und für das Pflichtfach Ethik, also der Beibehaltung des Status quo, stimmen.

Dennoch habe ich mich immer gefragt, was die Schüler im Ethik-Unterricht eigentlich lernen. Wer bestimmt die Lehrpläne? PETA, attac und Greenpeace? Das wäre für die armen Schülerseelen fürwahr eine Katastrophe, zumal der ideologische Unsinn dieser Organisationen mittlerweile auch bei gewissen hauptstädtischen protestantischen Kirchen en vogue ist.

Vom LSVD erfuhr ich jetzt aber, dass im Ethikunterricht immerhin 90 Prozent der Aufklärungsveranstaltungen zum Thema Homosexualität stattfindet. Das will zwar nicht viel heißen, ist aber doch schon mal ganz erfreulich.

Übrigens, mein Tipp zum Ausgang des Volksentscheides: meine Ethik-Fraktion wird verlieren.

Dezent hetero?

24 Mrz

Das ist wohl gut gemeint:

Sie nennen sich Popacappellacomedy-Gruppe und beweisen schon seit fast 19 Jahren, dass die Verbindung zwischen Kleinkunst und Popmusik durchaus erfolgreich sein kann – „Ganz schön feist“. Ihre Musik ist warm, wohlklingend, mal poppig, mal extradezent schwul, ihre Texte haben subtilen Witz.

Vielleicht ist sowas in Borken ja auch schon ein Fortschritt. Trotzdem frage ich mich, wie schwule Musik denn nun klingt? Und gibt es eigentlich auch heterosexuelle Musik?

Heteros als Übermenschen

23 Mrz

Achtung: diesen Beitrag könnten einige Menschen anstößig oder diskriminierend finden. So ist er aber nicht gedacht.

schreibt ein gewisser Sebastian Schertel auf seinem Blog, der uns Einblicke in seinen Kopf gewähren soll. Und worum geht es? Na, um die von Heteros jedweder Coleur seit jeher gestellte Frage, warum es überhaupt Homos gibt, wenn die doch voll nicht für Nachwuchs sorgen (können!) und somit doch schon längst ausgestorben sein müssten, was sie aber nicht sind, weshalb man sich schon mal Gedanken machen muss, warum es Homos überhaupt gibt.

Alles bereit? Na denn, Sebastian, schieß mal los: (weiterlesen…)

Jeder hat das Recht, privat erschossen zu werden

23 Mrz

Der Schriftsteller Guy Helminger war Stadtschreiber der jemenitischen Hauptstadt. Über seine Erfahrungen dort schreibt er:

Einige Tage später erfahre ich über Aiban von einer bevorstehenden öffentlichen Hinrichtung. 10 000 Schaulustige haben sich eingefunden, um zuzusehen, wie ein wegen sexuellen Missbrauchs mit anschließendem Kindsmord Verurteilter von einem Hochhaus geworfen werden soll. Aber die Exekution wird verschoben. Der Druck der Menschenrechtsorganisationen hat Wirkung gezeigt, und nun soll der Mann hinter verschlossenen Türen erschossen werden.

„Öffentliche Hinrichtungen finden im Jemen selten statt“, sagt Aiban, „in den 90ern wurden Verurteilte manchmal aus Hubschraubern gestoßen. Das sollte die Schwere des Verbrechens unterstreichen.“ Und diese Schwere, sagt Aiban, habe oft mit Homosexualität zu tun, die als Schandtat gegen den Willen Allahs angesehen wird. Auch im besagten Fall war das Vergewaltigungsopfer ein Junge.

Ein Freund, dem ich am Telefon von der geplanten Hinrichtung erzähle, ruft: „In so ein Land würde ich nie fahren!“

„Aber du kommst doch gerade aus Kalifornien“, antworte ich, „da unterzeichnet Schwarzenegger auch Todesurteile.“

Eben! Und bekanntlich werden Hinrichtungen in den USA stets öffentlich durchgeführt, vor 100000, nein, Millionen von Schaulustigen. Besonders beliebt sind die Hubschrauberstöße, die durch israelische Kreuzfahrtschiffe perfekt touristisch erschlossen werden. Vor allem, wenn es sich bei den Todeskandidaten um Homosexuelle handelt. Verzeihung, ich meinte Kinderschänder. Ach, ist doch eh alles dasselbe. Nicht wahr, Herr Helminger?

Lasagne sprachlos

23 Mrz

Die BILD über DSDS-Benny:

Vor fünf Monaten trennte er sich von seinem Ex-Liebhaber.

Interessant! Von einem Ex-Freund habe ich mich noch nie getrennt. Wie macht man das? Aber Benny ist sowieso ein ganz Spezieller:

Mit 13 hatte Benny zum ersten Mal festgestellt, dass er schwul ist.

Nun, und wann hat er es zum zweiten Mal festgestellt? Und wie oft bis heute? Aber vermutlich hatte er erst einmal anderes zu tun:

Ich habe geprobt, wie man männlich geht, ohne mit dem Po zu wackeln.

Am Besten gefällt mir aber die Schilderung von Bennys Coming-Out bei Mama:

Sie bereitete gerade eine Lasagne in der Küche zu und war sprachlos.

Eselficker statt Hassprediger

22 Mrz

Großbritannien ist krank. Großbritannien ist widerlich. Und der Grund dafür ist offensichtlich: In Großbritannien ist es nämlich tatsächlich so, dass die Menschen dort die Freiheit haben, ihr Leben selbst zu gestalten, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und, ja, es ihnen auch erlaubt ist, nicht an den großen Onkel Allah glauben zu müssen. Naturgemäß gefällt dass Deppen vom Schlage eines Anjem Choudary nicht, seines Zeichens islamischer Hassprediger, der sein Leben dem Ziel gewidmet hat, Großbritannien in eine weitere Hölle auf Erden – von Schlage Saudi-Arabiens oder des Iran – zu verwandeln; eine Hölle, regiert nach den Maßstäben des islamischen Rechts.

Denn nur mittels der Scharia, so Choudary, könne Britannia gesunden. Und das erreicht man am Besten, indem man zunächst die Geschwüre der Gesellschaft herausschneidet: (weiterlesen…)

Schöne schwule Einfalt

21 Mrz

Ein amerikanischer Ringkämpfer, der aufgrund eines in einem schwulen Pornoportal veröffentlichten Wichsvideos einigen Ärger hatte, hat sich als heterosexuell geoutet.

„Ich bin hetero, aber in den Internetforen reißen die Leute viele Schwulenwitze über mich. Das ist mir aber egal“, erklärte Donahoe in einem Interview mit dem „Boston Globe“.

Die ganze Aufregung um das Video versteht Donahoe bis heute nicht:

Ich hab nichts Illegales getan. Ich hab niemandem wehgetan. Ich denke, ich habe hier keine Fehler gemacht. Warum sollte ich mich bei jemandem entschuldigen?.

Die Entscheidung seiner ehemaligen Uni, ihn wegen des Videos von der Hochschule zu verweisen, findet er angesichts von nicht geahndetem Fehlverhalten Anderer nicht nachvollziehbar:

Ich denke, es war unfair von Nebraska, mich rauszuschmeißen. Erstens, gibt es viele Athleten im Team, die mit Alkohol am Steuer erwischt wurden oder in Schlägereien verwickelt waren. Das ist für die Uni-Bosse wohl in Ordnung. Aber sich nackt filmen zu lassen ist deren Ansicht nach wohl schlimmer als betrunken Auto zu fahren und das Leben anderer zu riskieren.

So weit, so sympathisch. Merkwürdig ist allerdings die Überschrift, unter der die Meldung bei queer.de zu finden ist: (weiterlesen…)

Memmen!

20 Mrz

Bald danach fand ich mich als Verantwortlicher im Knaack Club wieder, aus dem ich einen Pop-Club machen sollte. Bis dato war das ein Heavy-Metal-Laden. Ein hartes Brot. Was tat ich? Ich organisierte eine schwul-lesbische Veranstaltung, und ehe ich mich versah, waren die Rocker-Jungs über alle Berge.

Kein Sex ist auch Sex

20 Mrz

Wussten Sie eigentlich schon, dass Asexualität mittlerweile eine sexuelle Orientierung darstellt, dass also das Nichtbedürfnis nach Sex, mit dem emotional-sexuellen Begehren zu einem anderen Menschen auf eine Stufe gestellt wird?

So wie ich unsere schwulesbitrans Vereine kenne, werden wir Homos uns alsbald auch noch mit den Asexuellen in einer Community wiederfinden und es wird dann nicht mehr nur von „LGBT“, sondern von „LGBTA“ die Rede sein.

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