Woran ich mich mittlerweile gewöhnt habe ist, wenn einem von selbsternannten “Kritikern” des “homosexuellen Lebensstils” bescheinigt wird, eine “Schwuchtel”, ein “Arschficker” oder einfach nur “pervers” zu sein. Was mich dagegen auf die Palme bringen kann, ist die subtile “Kritik” der stolzen Heteros, die natürlich nichts gegen Schwule haben, aber doch meinen sagen zu müssen, was endlich mal gesagt werden muss.
Adrian war heute früh schlecht gelaunt und hat seine vornehm kultivierte Zurückhaltung deshalb ausnahmsweise ad acta gelegt (Rechtschreibung nachträglich korrigiert):
Es ist für jeden Hetero leicht, die Auseinandersetzung zwischen den Schwulenverbänden einerseits und den Fundi-Christen andererseits als “irrelevant” zu bezeichnen und einfach mal so die These in den Raum zu stellen, negative Diskriminierung gäbe es für Schwule nicht mehr. Und natürlich zeigt Ihr euch als stolze Heteros empört, wenn Schwule für sich das einfordern, was jedes Hetero-Paar ganz selbstverständlich für sich in Anspruch nimmt, ohne dafür an den Kopf geworfen bekommen, lediglich eine “positive Diskriminierung” in Anspruch zu nehmen. Schon mal daran gedacht, dass aus meiner Perspektive Heteros “positiv diskriminiert” werden?
Ich bin immer wieder erstaunt wie offensichtlich unschuldig sich manche “Kritiker” der Homosexuellen geben, die durchs Leben gehen, mit voller Erektion bei jedem Busen der sie anmacht und mit der Gewähr, nicht wegen ihres “heterosexuellen Lebensstils” blöd angemacht, bespuckt oder verprügelt zu werden. Ja, um das durchzustehen braucht man schon eine Menge Selbstbewusstsein, zumal man als Homo diesen ganzen Mist seit seiner Pubertät nicht ertragen muss, mit der Gewähr, dass dieser einen bis ans Lebensende begleitet.
Und dann wird einem vorgeworfen man reagiere etwas zu sensibel, wenn irgendwelche Fundis aus der religiösen Ecke mal wieder Theorien auspacken, die nachweislich schädlich und entwürdigend für die Menschen sind, und die zum Ziel haben, den Paragrafen 175 auf einer geistiger Ebene fortzuführen, was jeder “Kritiker” hier bestätigen könnte, würde er sich nur mal herablassen aus seinem heterosexuellen Elfenbeinturm auszubrechen und sich über die Ex-Gay-Bewegung zu informieren, bzw. nur mal den Versuch unternehmen würde sich vorzustellen wie es so wäre, als Homo durch die Welt zu laufen. Ein Tipp: Fangt bei den Reaktionen eurer Eltern an!
So, das musste jetzt mal raus!
Tags:Homosexualität als Defizit, Ich habe nichts gegen Schwule aber..., Mit Adrian in Korrespondenz, Stolze Heteros

Wie ist das eigentlich bei Frauen und dem Ungang von Hetero-Frauen mit Lesben? Ist dort das Verhältnis entspannter?
Das weiß ich nicht. Wenn ich mit Hetero-Frauen rede, dann über Männer und nicht über Lesben
Und selber kenne kenne ich leider keine Lesben persönlich.
Ich nehme mal an Frauen sind entspannter, was das Thema angeht. Das ist allerdings nur ein Vorurteil von mir.
Hm, hab mich mal umgehört: Kann sein, dass lesbische Frauen eine Intoleranz gegen hetero-Frauen an den Tag legen? Wie ist das bei Euch?
“Kann sein, dass lesbische Frauen eine Intoleranz gegen hetero-Frauen an den Tag legen?”
Wenn sie radikal-feministisch sind, dann schon. Schließlich verkaufen sich Hetero-Frauen an den Feind (den Mann)
“Wie ist das bei Euch?”
Versteh ich nicht. Ich bin nicht intolerant gegenüber Hetero-Frauen. Höchstens neidisch auf sie.
Neidisch? Auf was denn?
“Wie ist das bei Euch”: Gibts ein schwules Pendant zum Radikalen-Feminismus?
“Neidisch? Auf was denn?”
Dass Frauen ganz legal und von der Gesellschaft akzeptiert was mit Männnern haben können.
“Gibts ein schwules Pendant zum Radikalen-Feminismus?”
Es gibt einige Kreise in der Schwulenbewegung, welche die männliche Homosexualität als höherwertige Sexualität propagieren und auf Heteros herabblicken. Es gibt sicherlich auch Frauenverachtung. Aber Standard ist das nicht.
Hm, Und bei manchen Heteros findet sich Neid auf Schwule, wenn es um die Frage geht, wie schnell man jemanden fürs Bett findet.
Na ja, bei Männern vielleicht. Aber Frauen müssten doch eigentlich ganz schnell jemanden finden, oder?
Gemeint waren Hetero-Männer. Frauen setzen sich immer noch der Gefahr aus, “ihren Ruf” zu verlieren, wenn sie es sich allzu offensichtlich zu leicht machen. – Ändert sich zwar gerade, aber wer mal eine Horde Ladettes erlebt hat, weiss nicht ob es eine Änderung im besseren ist?
Was sind denn Ladettes?
(Kann sein, dass ich das falsch geschrieben habe): Frauen, die sich so aufführen, wie sie denken, Männer würden es machen: Aggressiv, hartes Drinken, körperliche Gewalt. wikipedia schreibt etwa ladettes (i.e. loud, foul-mouthed, uncultured and unpleasant young women, who like to drink and smoke and who are often sexually promiscuous)
Ah ja. Denen begegnet man in Berlin recht häufig.