Archiv | Mai, 2009

Wie ein mutiger heterosexueller Löwe auszog, die bösen schwulen Kaninchen zu besiegen

31 Mai

Immer wieder lustig: Wenn wir über schwulenfeindliche Bestrebungen des Islam berichten, kommen Linke daher und kriegen einen Herzkasper, weil wir so „undifferenziert“, „rassistisch“ und „islamophob“ sind. Man sollte doch lieber, so der Ratschlag, schwulenfeindliche Christen aufs Korn nehmen; denn im Gegensatz zu denen, haben Moslems grundsätzlich gar nicht wirklich was gegen Schwule, und wenn dann nur, weil wir Westler ihnen das beigebracht haben bzw. weil viele Moslems in Neukölln die Schule abbrechen.

Wendet man sich allerdings den Christen zu, jammert die Rechte herum, wir würden den Islam nicht genug kritisieren:

Der Blog [GayWest] scheint sich augenscheinlich auch als islamkritisch zu geben. Okay, hinter der Anonymität der Blogosphäre fällt dies leichter. Wie es auf Seiten der Homo-Lobby offiziös so üblich ist, wird nämlich lieber auf diejenigen eingetreten, die eh schon am Boden sind (Christen), während wahre Bedrohungen für bunte Homobestrebungen, wie der Islam z.B., unterwürfig ausgeblendet werden.

So unterwürfig, wie bspw. hier, hier und hier. Immer wieder faszinierend auch, dass unsere Kritiker, die Beiträge offenbar gar nicht gelesen haben: (weiterlesen…)

Gender Studies: Der ganz normale Wahnsinn

31 Mai

Ein anderes Mal teilt Müller Arbeitsblätter aus, auf denen eine Frau mit Rock zu sehen ist, die auf einem Barhocker sitzt. „Die Aufgabe richtet sich jetzt vor allem an die Männer. Nehmen sie sich heute Abend etwas Zeit und setzen sie sich bitte einmal in einer so unbequemen Position auf einen Stuhl und machen sie sich klar, dass das manche Frauen tagtäglich ertragen müssen.“

Gender Studies ist für die Sozialwissenschaften das, was der Kreationismus für die Naturwissenschaften ist – ein Feld des Irrsinns.

Heimatlos

30 Mai

Heimat war mir lange einfach nur suspekt. In den linken Zusammenhängen, in denen ich unterwegs war, galt sie als spießig und reaktionär. Ich mußte 30 werden, um eine Sehnsucht nach Heimat zu spüren, die mich zurück in die Stadt führte, in der ich aufgewachsen war.

In einer Predigt hörte ich Jahre später einmal, wir Christen seien „unterwegs, mit Heimweh im Gepäck“. Das gefiel mir.

Und heute? Weiß ich immer weniger, welche politischen Schubladen zu mir passen. Die Leute fragen ja manchmal. Ein Linker bin ich nicht mehr, ein Rechter nicht. Liberal bin ich. Irgendwie auch konservativ. Doch was bilden Begriffe ab, von dem was ist, was schließen sie aus, von dem, was aber auch ist? Ist Liberalismus eine politische Verortung? Eine Lebenshaltung? (weiterlesen…)

Gute, liebe Extremisten

30 Mai

Man sollte meinen, die Berliner SPD sei sich einig in ihrem Kampf, nationalistischen Extremisten nicht einen Fußbreit öffentlichen Raum zu überlassen, insbesondere dann, wenn ins Visier geratene Vereine offen gegen Juden und Homosexuelle hetzen und obendrein vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Doch Pustekuchen! In Berlin-Mitte wird der ultra-nationalistische Verein ATB sogar mit dem Segen des Bezirksbürgermeisters Christian Hanke (SPD) bedacht und mit Fördergeldern beschenkt.

Warum? Na, weil der ATB die Religion des Friedens vertritt. Und was unter dem Label Islam firmiert, kann ja nur gut sein.

Der Ekel vor der Liebe – relaunched

30 Mai

Anmerkung: Folgender Beitrag ist ein „Relaunch“ meines Textes Der Ekel vor der Liebe. Auf dem Lesertreffen von GayWest letzten Samstag, haben wir recht ausführlich über Gabriele Kuby, Marburg und den Text diskutiert. Unter anderem wurde mir geraten, Argumentation mehr von Meinungen zu trennen. Dieser Anspruch ist zwar auch in dieser Version nicht erfüllt, dennoch habe ich mich bemüht, die schärfsten Formulierungen des Originaltextes zu streichen; Formulierungen die mir bei der nochmaligen Durchsicht des Originals als übertrieben und für die argumentative Auseinandersetzung als unpassenend erscheinen, und zwar auch in Bezug auf das Fazit der „Liebe“, welche ich den Aktionen von Frau Kuby entgegenzustellen, für angebracht halte.

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Ist die Meinungfreiheit bedroht, wenn Schwule und Lesben gegen Referenten des Marburger Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge demonstrieren, die behaupten, Homosexualität könne „geheilt“ werden? Gabriele Kuby befürchtet genau das.

In ihrem neuesten Beitrag, „Sexueller Totalitarismus“ geht sie erneut harsch mit Kritikern des Marburger Kongresses ins Gericht: (weiterlesen…)

Vom Scharlatan zum Dissidenten – Libertäre aller Länder vereinigt Euch!

29 Mai

Die 68er nehmen bis heute für sich in Anspruch, die Bundesrepublik liberalisiert zu haben. Damit sind sie kurioserweise der gleichen Meinung wie diejenigen, welche die 68er für alles Übel in Deutschland verantwortlich machen. Und dieses Übel ist natürlich die Liberalisierung, die unter rechtskonservativen Kreisen heutzutage vielfach nur mit dem zum Schimpfwort mutierten Begriff „Politische Korrektheit“ verunglimpft wird. Mit dem Herumtanzen, Herumsitzen, Scheiben einschmeißen und Bömbchen legen, hätten die 68er in Deutschland alles zerstört. Nach den Worten André Lichtschlags, allseits bekannt als kulturreaktionärer „Libertärer“, war diese Zerstörung ziemlich umfassend:

Der Schuss von Karl-Heinz Kurras war die große emotionale Legitimation derer, die sich die Politisierung aller Lebensbereiche auf ihre roten Fahnen schrieben. Ihre folgenschwere Geschichte basiert, so wissen wir jetzt, schon im Beginn auf einer linken Lebenslüge. Sie vernichten seit mehr als vier Jahrzehnten Moral, Freiheit, Ehrlichkeit, Wohlstand, Anstand, Familie, Schönheit und Kultur.

Erster Satz stimmt sogar; zweiter stimmt noch ein wenig; der dritte allerdings ist einfach nur hanebüchen. Sicher, wenn man der Meinung ist, dass früher alles besser war, dann steht man natürlich vor einem Trümmerhaufen der eigenen Werte. Doch was war damals eigentlich gut? (weiterlesen…)

Politik und Neurose

29 Mai

Gut zwei Wochen ist es her, dass Heinz-Christian Strache (FPÖ) während einer Rede bei einer „Anti-Moscheen-Demo“ in Wien plötzlich ein Kruzifix aus der Tasche zog und es der Menge entgegen hielt. Die Kritik daran ist zahlreich und kommt aus allen politischen Lagern. In der Presse äußerte sich jetzt Johannes Okoro, der alt-katholische Bischof in Österreich, zu dem Vorgang: (weiterlesen…)

Eine wirkliche Zivilgesellschaft

29 Mai

Die USA beeindrucken mich immer wieder. Tausende sind nach dem Urteil des Obersten Gerichtshof von Kalifornien auf die Straße gegangen um erneut gegen die Ungleichbehandlung von Schwulen und Lesben zu demonstrieren.

Und Deutschland? Die Ungleichbehandlung unserer Partnerschaften – seit 2001 rechtlich institutionalisiert – schert offenbar niemanden. Nein, hier pilgert man lieber mit gekreuzigten Schweinen und Farbbeuteln nach Marburg, um wegen einer Handvoll evangelikaler Scharlatane, den antichristlichen Kulturkampf auszurufen.

Und wahrscheinlich werden wir immer noch mit Schweinen und Gummipuppen vor den Kirchen hocken, wenn unsere Kollegen in den USA längst den kirchlichen Segen erhalten.

„Niemand darf wegen seiner Körbchengröße benachteiligt oder bevorzugt werden“

28 Mai

Nachdem Schwule und Lesben immer noch nicht in allen Punkten rechtlich gleichgestellt wurden, hat der LSVD seine Strategie geändert und will gleich alles auf einmal. Eine Ergänzung des Grundgesetzes soll nun dafür sorgen, dass homosexuellen Menschen die Gleichberechtigung rechtlicher Art, gleichsam wie eine reife Frucht in den Schoß fällt:

Wir wollen eine Ergänzung des Gleichheitsartikels im Grundgesetz um das Merkmal „sexuelle Identität“. In einem erweiterten Artikel 3 Absatz 3 GG soll es in Zukunft auch heißen: „Niemand darf wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt oder bevorzugt werden.“ (weiterlesen…)

Deutsch, deutscher, Grundgesetz

28 Mai

Sonntag früh, mitten in der Nacht, fuhr ich nach unserem erfolgreich absolvierten Lesertreffen nach Hause. Wie üblich um diese Zeit war die Bahn knackevoll. Der große Vorteil von Alkohol innerhalb meines Organismus ist, dass ich Dinge, die mich sonst ärgern oder aufregen etwas gelassener sehe. So auch den lautstarken Disput, der sich in der Tram infolge der Feier des Grundgesetzes am Brandenburger Tor, entlud: Es ging darum, wer von zwei ebenfalls angetrunkenen Herren am deutschesten sei.

Die Einzelheiten sind mir entfallen, aber auf einmal wurde es laut und einer von den Patrioten fing an den anderen anzukeifen, dass er auch deutsch sei, worauf der andere zurückbrüllte, dass er noch deutscher sei, was wiederum den ersten veranlasste – Achtung, jetzt kommts! – eine Broschüre des Grundgesetzes, die er offensichtlich am Brandenburger Tor erstanden hatte, herauszuholen, und damit seinem Nebenbuhler vor dem Gesicht herumzuwedeln. Ein Grundgesetz!

Berlin ist einfach nur irre!

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