Archiv | Juni, 2009

In Trier gibt es keine Nazis. Und keine Islamisten.

18 Jun

Manchmal scheint man in der Provinz tatsächlich hinter’m Mond zu leben. So meint Alex Rollinger, Geschäftsführer eines Schwulenzentrums tief im Westen, in den deutschen Metropolen nähmen homophobe Übergriffe durch Rechte zu:

Dass Trier aber nicht das schlechteste Los für das Ausleben von Homosexualität ist, zeige der Blick in die Großstädte: Gerade dort, wo man von liberaleren Lebensbedingungen ausgehen würde, nimmt die Homophobie in erschreckendem Maße zu, berichtet Rollinger: »Die Übergriffe auf Schwule und Lesben, vor allem von Seiten der rechten Szene, häufen sich. Da haben wir es in Trier noch verhältnismäßig gut«, so Rollinger.

Wo er das wohl her hat, mit den rechten Übergriffen? Wie praktisch zugleich, dass man auf diesem Ticket so elegant drumherum kommt, zu erwähnen, von wessen Seite sich tatsächlich die Übergriffe gegen Schwule häufen. Gnade uns Gott, wenn sich Islamisten und deutsche Nazis in Zukunft verstärkt auf ihre gemeinsamen Wurzeln und Ziele besinnen.

Solidarität mit den Menschen auf den Straßen Irans

17 Jun

Heute 16h, Berlin, Werderscher Markt 1, vor dem Außenministerium: Kundgebung gegen die Wahlfälschung

Hier können sich Bloggerkollegen solidarisieren mit der Kampagne „StopAhmadinejad“

Mehr Infos zum Iran bei „Stop the Bomb“

Abserviert, nicht konvertiert

16 Jun

Mit reichlicher Verspätung erklärt sich Michael Götz, Leitender Sekretär im CVJM, zur Diskussion um „Umpolungs“-Seminare auf dem Christival. Angesichts der kaum anders verlaufenden Debatten zum Marburger Kongress im vergangenen Monat lohnt sich eine Auseinandersetzung mit Götz’ Text. Eines seiner – falschen – Argumente lautet, „die Homo-Lobby“ habe das „Umpolungs“-Seminar verbieten lassen: (weiterlesen…)

Schon wieder weg

14 Jun

Liebe Leser, ja Sie fragen sich vielleicht was denn nun hier los ist. Monatelang Action ohne Ende und plötzlich greift innerhalb weniger Tage der Müßiggang um sich.

Tatsache ist aber, dass ich ab morgen für ein paar Tage krank geschrieben bin. Es ist nicht schlimmes, aber ob ich was schreiben kann (und will), hängt von meiner Konstitution ab. Und über das nächste Wochende wird es hier auch eher ruhig, da bin ich auf offiziellem Kurzurlaub.

Damit keine Langeweile aufkommt, empfehle ich unsere Linkliste mit formidablen Beiträgen schwuler und konventioneller Art.

Bis dann,

Euer Adrian

Gott tanzt mit

14 Jun

Erinnern Sie sich noch an die Schas-Partei? Ja, genau das sind die Klopsköppe, in deren Reigen man der Meinung ist, Erdbeben entstünden immer dann, wenn Schwule öffentlich allzu sehr mit dem Hintern wackeln. Beim CSD in Tel Aviv am Freitag kam es jedoch merkwürdigerweise zu keiner Naturkatastrophe, obwohl die Schas doch vorher alles getan hat, die Bevölkerung zu warnen, ja selbst versucht hat, den CSD zu verhindern. Hat Gott da was nicht mitbekommen?

Angesichts dieses Einsatzes der Schas für den Katastrophenschutz fragt sich Gideon Böss:

Wie oft haben Schwulenverbände eigentlich schon ein Verbot der Schas gefordert? (und wie oft stehen Schwule in den religiösen Vierteln von Jerusalem und protesierten gegen den Lebenstil der Orthodoxen?

Nun, die Fragen lassen sich schnell und einfach beantworten: Noch nie! und Gar nicht! Doch möglicherweise ist das genau die falsche Taktik, oder?

vielleicht ist es der große Fehler der Schwulen, dass sie die religösen Freaks in Ruhe lassen.

Vielleicht. Aber warum sollte man sich in das Leben anderer Menschen einmischen, wenn man selber ein eigenes hat?

Enttäuschung über den Messias

13 Jun

Viele Schwule und Lesben sind von Obama enttäuscht, weil er seinen präsidentiellen Einfluss bislang nicht genutzt hat, die Gleichberechtigung in den USA voranzutreiben.

Sicher, die USA sind nicht Deutschland; der Präsident hat nur begrenzte Möglichkeiten in das Rädchen der Gesetzgebung sowohl auf Bundes-, und erst recht auf Staatenebene einzugreifen.

Andererseits ist er eben Präsident; (weiterlesen…)

Chers Tochter wird hetero

13 Jun

Dass die Belange von Transsexuellen und Homosexuellen wenig miteinander zu tun haben, beweist erneut die Tochter von Cher:

Sie outete sich im Alter von 20 Jahren im engsten Familienkreis als Lesbe und engagiert sich seither in der Schwulen- und Lesbenbewegung: Nun will Chastity Bono, Tochter von Popstar Cher und dem verstorbenen Sänger Sonny Bono, zum Mann werden.

Im Klartext: Sie will in Zukunft das Leben eines normalen, heterosexuellen Mannes leben. Das sei ihr gegönnt, nur hat es eben nichts mit Homosexualität zu tun. Egal, was uns die LGBTII-Aktivisten weismachen wollen.

„Bildet Banden!“ – Wie uns der Transgenitale CSD alljährlich seine Albernheit vor die Füße kotzt

12 Jun

Linke haben niemals frei. Ständig muss die Welt angeprangert, dekonstruiert und verbessert werden. Das ist harte Arbeit, die keinerlei Leichtlebigkeit und Humor zulässt. Wer den Ernst des revolutionären Kampfes auch nur einen Augenblick vergisst, sieht sich unter Umständen sehr schnell in einer Position, faschistische Strukturen zu stärken. Und wer Witze macht, übersieht sehr schnell die Ausgrenzungsmechanismen hinter den Glitzerfassaden des repressiv-kapitalistischen Systems.

Im letzten Jahr überbrachte man mir die Einladung, doch einmal zum transgenitalen1 CSD der Hauptstadt zu pilgern. Da ich voll liberal bin, bin ich diesem Vorschlag grundsätzlich nicht abgeneigt. Andererseits verbirgt sich hinter meiner liberal-bürgerlichen Fassade naturgemäß ja nicht mehr als die Fratze eines patriarchal-sexistischen, kapitalistisch-imperialistischen Präfaschismus. Was allerdings nicht der Grund ist, warum ich das Angebot auch in diesem Jahr ausschlage.

Nein, der Grund liegt im System: (weiterlesen…)

Hilfe für Christl

12 Jun

Die von der Homosexuellen-Bewegung scharf kritisierte Kinder- und Jugendärztin Christl Vonholdt (Reichelsheim/Odenwald) will sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Sie könne Männer und Frauen, die unter ihrer Homosexualität leiden und um Hilfe bitten, „doch nicht einfach wegschicken“

Nein, Christl, das musst du auch nicht. Es wäre allerdings fair, den Hilfesuchenden zu sagen, dass „Therapien“ wie Du sie anbietest schädlich für Geist und Gesundheit der Menschen sind, diese nicht helfen, dass Du keine Ahnung hast wovon Du sprichst und von Homosexualität ungefähr soviel verstehst, wie Nordkoreaner vom sich satt essen.

Die Geschichte des Islam ist eine Geschichte voller Missverständnisse

12 Jun

Update (12.06.09): Bilal Philips kommt nicht nach Berlin, sein Vortrag wird aber gehalten.

Die Berliner Al-Nur Moschee hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung über den Islam aufzuklären, auf dass die Religion des Friedens zukünftig nicht mehr missverstanden wird. Zu diesem Zweck hat man sich mit Bilal Philips und Pierre Vogel zwei Kapazitäten auf dem Gebiet der Islamkunde eingeladen; Experten, bei denen garantiert keine Missverständnisse aufkommen:

Sowohl Vogel als auch Philip zählen zur Gruppe der islamischen Charismatiker, die mit Video-Botschaften im Internet Millionen junger muslimischer Gläubiger erreichen. Der Mann, der im Netz unter Dr. Abu Ameenah Bilal Philips firmiert, ist ein in Kanada aufgewachsener Jamaikaner, der in seinen Videos mit pseudo-wissenschaftlichen Herleitungen erklärt, dass Homosexualität eine „ganz normale Todsünde“ sei, weil sie die Familie als lebenswichtige Struktur gefährde. Die Todesstrafe sei von Gott auferlegt und ihre Einhaltung wichtig für die Menschheit.

Hier haben wir also einen Mann, der bei vollem Bewusstsein den Mord an Schwulen fordert. Ob das allerdings ausreicht, um die Veranstaltung verbieten zu lassen und künftig ein Einreiseverbot für Philips zu verhängen? Fraglich. Denn mag es zwar angebracht sein, unnachgiebig gegen Islamgegner wie Geert Wilders vorzugehen, aber ein Moslem der die Todesstrafe für Schwule fordert, ist für das friedliche Zusammenleben der Kulturen nun wirklich keine Gefahr.

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