Von Guido, Claudia und beleidigten Sozen

By Adrian

Irgendwie mag ich den Westerwelle. Und Gründe dafür finden sich immer wieder:

Wer nicht täglich das Berliner Durcheinander erlebt, mag sich wundern, wie verächtlich beispielsweise Claudia Roth stets über „Herrn Westerwelle“ spricht, und wie duzend und umarmend sie ihm dann im Schwebebereich eines halbprivaten Sommerfestgemenges begegnet: „Deinen Mann, den find ich so toll!“ – „Ja, aber den kriegst du nicht.“ Da schüttelt sie sich vor Freude: „Das weiß ich doch!“

Viele Deutsche aber, finden Westerwelle irgendwie unsympathisch. Warum? Das erklärt uns Stefan Aust:

Was hält der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur eigentlich von Westerwelle? Eine Menge, ist zu erfahren. Und wie erklärt Aust die chronifizierte Guido-Häme? Och, sagt Aust und nimmt einen Schluck Bier, das wisse man doch, die meisten Politik-Journalisten in Deutschland seien halt beleidigte Sozialdemokraten.

Man möchte ergänzen: Nicht nur Journalisten…

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6 Antworten zu „Von Guido, Claudia und beleidigten Sozen“

  1. blogterium sagt:

    Nun, aus schwuler Sicht könnte man auch sagen: Es liegt daran, das die FDP und deren schwuler Chef nahezu nichts für Schwule tut. Im Gegenteil, im Zweifel entscheiden sich die „Liberalen“ eigentlich immer gegen Bürgerrechte und einseitig für (angebliche) Wirtschaftsinteressen. So bleibt einem als Schwuler – sofern man an einer rechtlichen Gleichstellung mit den Heten gelegen ist, nichts anderes übrig als die Grünen zu wählen. Denn eine wirklich liberale Partei gibt es in Deutschland leider nicht.

  2. Adrian sagt:

    „Im Gegenteil, im Zweifel entscheiden sich die “Liberalen” eigentlich immer gegen Bürgerrechte und einseitig für (angebliche) Wirtschaftsinteressen.“

    Meinst du das AGG? Dagegen bin ich auch.

    „sofern man an einer rechtlichen Gleichstellung mit den Heten gelegen ist, nichts anderes übrig als die Grünen zu wählen.“

    Mir ist zwar an Gleichstellung gelegen, Grüne wähle ich aber noch lange nicht. Das ist für mich undenkbar. Eher werde ich hetero ;-)

    „Denn eine wirklich liberale Partei gibt es in Deutschland leider nicht.“

    Da hast Du allerdings recht.

  3. martin783 sagt:

    Auch wenn ich kein sonderlicher Fan von Herrn Westerwelle bin, muss ich als liberal denkender Mensch doch feststellen, dass die FDP von allen nennenswerten Parteien immer noch die liberalste und am ehesten wählbare ist. Letztlich ist sie auch die Partei, die sich am glaubwürdigsten für Bürgerrechte einsetzt – da kann ich der Ansicht von blogterium überhaupt nicht folgen. Die Grünen sind, und da muss ich Adrian beipflichten, für mich unwählbar. (Ich weiß nicht, woran es liegt, aber im Zusammenhang mit den Grünen fällt mir immer zuerst das Wort „Bevormundung“ ein.)

  4. blogterium sagt:

    Hier in Baden-Württemberg hat die FDP erst Mitte Juni wieder gezeigt, dass ihr die Rechte von Schwulen und Lesben scheißegal sind. (http://www.velspol.de/index.php?option=com_content&view=article&id=101:landesregierung-von-baden-wuerttemberg-setzt-offene-diskriminierung-von-schwulen-und-lesben-weiter-fort&catid=1:aktuelle-nachrichten&Itemid=50).
    Ich könnte mich auch nicht daran erinnern, dass sich bei der FDP seit dem Rücktritt Sabine Leutheusser-Schnarrenbergers als Justizministerin irgendjemand auf Landes- oder Bundesebene glaubhaft für Bürgerrechte eingesetzt hätte.
    Guido Westerwelle muss ja nicht gleich mit seiner Homosexualität hausieren gehen, von einer liberalen Partei würde ich aber schon erwarten, dass sie sich auch für Bürgerrechte von Schwulen und Lesben engagiert.
    Und Bürgerechte sind für mich etwas mehr als den Porsche als Geschäftswagen auf Kosten des Steuerzahlers zu finanzieren und anschließend Steuern zu hinterziehen.
    Bei den Grünen habe ich seit dem Hessen-Debakel zwar auch so meine Zweifel, ob die wirklich noch wählbar sind, aber was schwule Belange angeht, gibt es außer Volker Beck und Claudia Roth eben leider niemand, der sich wirklich höhrbar für uns einsetzt.

  5. martin783 sagt:

    Nun, wer es für Bürgerrecht hält, sich gegen Internetzensur und Überwachungsstaat zu wehren, aber gleichzeitig das Bankgeheimnis für Teufels- bzw. Besserverdienendenwerk hält und die schleichende Enteignung der Bürger über Steuern, Sozialabgaben und horrende Staatsschulden in Ordnung findet, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
    Aber im Übrigen hat man von einer liberalen Partei in der Tat zu erwarten, dass sie sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzt.

  6. DDH sagt:

    Hä? Wer für Bürgerrechte ist sollte es aber mal tunlichst unterlassen, bei den Grünen sein Kreuz zu machen! Sonst geht es ihm wie den Grünen-wählenden Pazifisten, die kalt erwischt wurden, als aus „grün“ „olivgrün“ wurde:

    http://dominikhennig.blogspot.com/2009/06/burgerrechtspartei-bundnis-90die-grunen.html

    http://dominikhennig.blogspot.com/2007/03/der-lange-oster-marsch-der-grnen-zu.html

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