Wozu sind eigentlich Frauen gut?

By Adrian

Die Nachricht, dass es Wissenschaftlern gelungen ist, unter Laborbedingungen Spermien aus Stammzellen zu gewinnen, hat bei mir zwiespältige Gefühle ausgelöst. Und zwar nicht wegen dem, was dort gemacht wurde, sondern auf  Grund dessen, wie es vermutlich in den Medien kommentiert werden würde. Garantiert, so dachte ich mir, wird sich zu diesem Anlass jemand finden, der uns mal wieder die absolute Nutzlosigkeit des Mannes vor Augen führen wird. Und siehe da: Adrian wurde nicht enttäuscht. Leider:

Die schlechten Nachrichten für das männliche Geschlecht reißen einfach nicht ab. Das kann man ganz unsentimental und sachlich feststellen – auch als Mann.

Schon 2003 konstatierte der britische Genetiker Steve Jones in seinem Buch „Der Mann – ein Irrtum der Natur“, der Mann sei biologisch nur eine reduzierte Frau, und prophezeite ihm, er werde aussterben – spätestens in einigen Millionen Jahren. Während die Frauen eine Männerdomäne nach der nächsten erobern, sucht der Mann immer verzweifelter nach seiner Identität. Als letzte Kernkompetenz scheint ihm nur noch die Produktion von Spermien geblieben zu sein.

Doch, so stellt Kai Kupferschmidt im Tagesspiegel „ganz sachlich“ fest, diese „Kernkompetenz“ wurde dem Manne nun auch noch genommen, so dass er über kurz oder lang zum „unnötigen Geschlecht“ werde;  noch unnötiger, als er es jetzt bereits sei.

Dazu ist folgendes zu sagen:

Erstens: Der von Kupferschmidt zitierte Genetiker Steve Jones ist ein Scharlatan. Zu konstatieren, der Mann würde wegen seines Geschlechts aussterben, ist so dumm, dass man sich fragt, in welcher Lotterie der Kerl seinen Uni-Abschluss gewonnen hat. Sicher, der Mann wird in einigen Millionen Jahren ausgestorben sein, aber nicht weil er ein Mann ist, sondern weil die durchschnittliche Lebensspanne von Arten – und insbesondere von Säugetieren – nun mal nicht über mehrere Millionen Jahre hinausreicht. Das lässt sich leicht belegen, hat man von Erdgeschichte und Biologie auch nur einen Hauch von Ahnung. Den Frauen wird übrigens das gleiche Schicksal zuteil werden; da wird auch Alice Schwarzer nichts dran ändern können.

Zweitens: Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Nonchalance die Nutzlosigkeit des männlichen Geschlechts – und zwar auch von Männern – kolportiert wird. Der Feminismus hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Auf die Idee, dass wenn man Samenzellen künstlich gewinnen kann, dies schlussendlich auch bei Eizellen funktionieren muss, auf diese Idee, scheint Herr Kupferschmidt überhaupt nicht zu kommen. Mehr noch: Selbst wenn er auf diese Idee gekommen wäre, würde er auf dieser Grundlage niemals die Nutzlosigkeit der Frau an die Wand malen. Das wäre nämlich unsensibel und voll menschenfeindlich. Als Konsequenz würde die „Emma“ zum Boykott des „Tagesspiegel“ aufrufen und allerlei Frauen würden sich bitter über diesen „Sexismus“ beklagen.

Dies alles gilt aber natürlich nicht, wenn Männer im Spiel sind. Denn dass diese überflüssig, unnütz und ein Fehler der Natur seien, all dies kann man heutzutage ohne Gewissensbisse am Cafétisch beim Latte Macchiato mit der gebildeten „Vogue“-Leserin diskutieren, ohne sich dem Verdacht auszusetzen, zu wenig Tassen im Schrank zu haben.

Dabei könnte man durchaus mal in dieselbe Kerbe hauen: Wozu sind Frauen eigentlich gut? Immerhin kann man sie ja nicht mal für eine Beziehung gebrauchen…

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7 Antworten zu „Wozu sind eigentlich Frauen gut?“

  1. Georg Bruckner sagt:

    Luxuxgeschöpf Mann? „Man versehe mich mit Luxus. Auf alles Notwendige kann ich verzichten.“ (O. Wilde)

  2. lalibertine sagt:

    Ich frage mich wirklich wie es passieren konnte, dass irgendwelche verwirrten FeministInnen augenzwinkernde Scherze über die „Überflüssigkeit“ von Männern angesichts der Fortschritte der modernen Fortpflanzungsmedizin ernst nehmen. Strengenommen müssten diese Leute auch den Wahrheitsgehalt von Blondinenwitzen wissenschaftlich überprüfen.

  3. D. Reimer sagt:

    Leute mal ernsthaft – wenn wir die männerfeindlichen Apsekte der Gesellschaft, die scheinbar immer mehr und immer respektloser an jede Wand geschrieben werden dürfen verändern wollen, wenn wir alle zusammen endlich, egal welchen Geschlechts, einigermaßen friedlich zusammen leben wollen, dann müssen wir uns in einer Männerbewegung zusammen tun.

    Ich glaube das ernsthaft. Nachder wichtigen Frauenemanzipation ist nun eine Männeremanzipation notwenig!

    Nehmt Ihr nicht, genau wie ich, tagtäglich männerfeindliche Dinge wahr? Dinge, Situationen, Momente, in denen Ihr beleidigt und alles mit Euch gemacht werden darf, bloß, weil Ihr ein Mann seit und „das schon einstecken könnt“?

    Wie lange noch?

  4. A. Skrypek sagt:

    „Das männliche Prinzip abschaffen“ (bzw. „austreiben“) … tsk, tsk – das ist doch alles LACHHAFT u. „Käse im Quadrat“! Da scheint mir beim Autoren des TS eher Freuds „Kastrationsangst als Folge eines ödipalen Konflikts“ durchzuscheinen. Die Evolution der Geschlechter hat sich in Millionen Jahren bewährt und wird durch ein paar irre Wissenschatler oder IdeologInnen nicht „ausgeschaltet“ werden können. Wie überlebensfähig sollen denn soche „Spermien“ bzw. ihre Generationen von NachfolgerInnen sein? Ist das schon mal in Langzeitstudien erwiesen bzw. nachgewiesen worden? Eine Frau würde sich – solange sie die Wahl hätte – immer für ein „echtes“ statt ein künstlich „gewonnenes“ Spermium entscheiden, das befielt ihr die Natur in ihr, deren Teil sie ja ist, nämlich jene, die solche „Erfinder“ (bzw. ihre medialen Sprachrohre wie Kupferschmidt) zerstören wollen.

    Selbst wenn die menschl. „Männchen“ als einziges Geschlecht einer Spezies ausstürben, die für so ziemlich den gesamten technisch. und kulturellen Erfolg der Menschheit bisher verantwortlich zeichnen, so würde das männl. Prinzip bei allen anderen Lebenwesen ja noch weiter existieren. Es sei denn, der/die Geschlechterrassismus/-apartheit ginge soweit, dort auch die „Weibchen“ von den „bösen“ und „überflüssigen“ Männchen „befreien“ zu wollen, was techn. nicht realisierbar wäre bzw. die Lebensgrundlagen der menschl. „Weibchen“ zerstörte. Wer sollte dann die Arbeit unter Tage erledigen und sich die Schuld für das schlechte Wetter aufbürden lassen?

    Das weibliche Geschlechtsorgan ist biologisch komplementär an das männliche angepaßt, das ist ja nun für jeden unübersehbar („bei Mann geht’s raus, bei der Frau geht’s rein“, Georg Stefan Troller). Es hätte sonst einen Teil seiner biologischen Funktion verloren, wenn es nur noch als „Geburtskanal“ (heute oft nur noch als „Leichenrutsche“ für abgetriebene Föten) fungieren müßte.

    Also: „Von der Biologie emanzipiert“, wie Kupferschmidt palawert … das sind Wunschträume in der Redaktionen der EMMA, PETRA, BRIGITTE und MARIE CLAIRE. Solche zweifelhaften „Neuigkeiten“/“Theorien“ basierend auf dem sog. „Gender-Mainstreaming“ sind Papiertiger der femisozialistischen Presse, von der SZ bis zur taz, vom Neuen Deutschland bis zu Tagesspiegel…

  5. /ajk sagt:

    Hi,

    cool was Du schreibst! Endlich mal ein Schwuler Mann der sich dazu äussert. (Wenn ich mich nicht irre..) Ich frage mich sowieso wo die Schwulen denn abgeblieben sind, schiesslich liebt ihr Männer doch so intensiv oder nicht?

    Wenn Du interesse hast, komm auf unser Forum wir fangen gerade an etwas aufzubauen das etwas weiter geht als nur Foren zum äussern von Meinungen.

    perseus.foren-city.eu

    gruss

    /ajk

  6. Tom sagt:

    Ihr schwulen Männer wißt gar nicht, was für ein Glück ihr habt, (in der heutigen Zeit) keine Beziehung mit Frauen führen zu müssen. DAS ist nämlich der Punkt, bei dem die Natur heterosexuellen Männern bestraft hat – anders kann man es nicht nennen…

  7. Bodo Wünsch sagt:

    Hey Tom, und dann gibz noch Männer, denen isses wurscht, mit welchem Ge-“schlecht“ sie Beziehungen führen… Tertium datur!

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