Archiv | Oktober, 2009

Warum Heterosexualität einfach nicht geht

31 Okt

Die Wissenschaft ist schon genial! Nicht nur, dass sie herausgefunden hat, dass schwule Männer eher auf Männer als auf Frauen stehen, während dies bei heterosexuellen XY-Chromosomträgern genau umgekehrt ist, nein, es kommt noch besser:

Männer finden ein Gesicht dann attraktiv, wenn es dem Geschlecht, zu dem sie sich hingezogen fühlen, am meisten entspricht. So bevorzugen Schwule besonders maskuline Männergesichter, Heterosexuelle dagegen Frauenantlitze mit stark weiblichen Zügen. Die Vorstellung, homosexuelle Männer würden bei ihrem Partner ein feminines Gesicht bevorzugen, entpuppt sich somit als Vorurteil.

Doch was bei Männern so einfach und logisch erscheint, verkehrt sich ins Gegenteil, wenn es um das weibliche Geschlecht gilt. Denn wie üblich, ist bei Frauen alles bedeutend komplizierter: (weiterlesen…)

Großkonzerne mit großen Herzen

31 Okt

Unseren Weg durch den Internetdschungel suchen wir uns mit Google, wie fliegen mit Boeing, an den Füßen tragen wir Nike und unsere MP4-Pornos schauen wir uns mit dem Real-Player an. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen, dass wir damit einer Weltherrschaft von finsteren Großkonzernen den Weg ebnen. Denn, ob man es glaubt oder nicht, auch diese Konzerne werden von Menschen geleitet, und diese Menschen haben zuweilen sogar so was wie ein Gewissen:

Die Google-Büros von Seattle und Kirkland unterstützen die Einführung die Homo-Ehe im US-Bundesstaat Washington.

Dort hat Gouverneur Chris Gregoire im Mai ein Gesetz unterzeichnet, dass Lesben und Schwulen alle Rechte zusteht – außer der Ehe. Jetzt wollen die Befürworter einer Öffnung mit einem Referendum dieses Gesetz zu Fall bringen. [...]

Mit ihrem Engagement reihen sich die beiden Google-Büros in eine lange Liste von Konzernen ein. Bereits im September hat Rivale Microsoft gemeinsam mit anderen Firmen wie Boeing, Nike oder RealNetworks eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie R[eferendum]-71 unterstützen.

Gandalf, Russland, Masturbation und lustige Lesben

30 Okt

Irgendwie gibt es heute nichts, worüber ich Lust hätte zu schreiben. Klar, wir haben ein Interview mit Sir Ian McKellen, einen Bericht über die Besorgnis erregende Situation bezüglich HIV in Russland und einen britischen Sportlehrer, der sich genötigt sah zu kündigen, weil Schüler seine Masturbationsvideos weiterverbreitet haben.

Aber eigentlich ist das alles mehr zum Weinen als zum Lachen, und braucht man das bei diesem Wetter und dem Sonnenstand da draußen wirklich? Ich sage „nein“!  Und deshalb schaue ich lieber Ellen DeGeneres:

(weiterlesen…)

Von der Penetranz der Heterosexualität im öffentlichen Raum unter besonderer Berücksichtigung des Kultes um den staatlich abgesegneten Beischlaf

29 Okt

Philipp Gut hat mit seinem Artikel den Schwulen schlussendlich einen Gefallen getan, weil er nämlich Dämme eingerissen und ziemlich klar aufgezeigt hat, dass es jenseits der „Scheiß-Schwuchtel“-Homophoben, eben auch noch diejenigen gibt, die an und für sich zwar nichts gegen Schwule haben, allerdings nur solange niemand mitbekommt, dass es eben Schwule gibt.

Zu diesen gehört auch ein gewisser „Torsten“, seines Zeichens Blogschreiber und CSU-Wähler. Torsten leidet an den Homosexuellen. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht hat ihm einer von den Homos den neuesten BMW weggeschnappt – Schwule müssen schließlich nicht so auf das Geld achten, wegen fehlender Kinder und so -, oder seine Haare nicht angemessen frisiert; die Gründe hierfür sind nicht klar ersichtlich. Dass Torsten allerdings an den Schwulen leidet, macht er unmissverständlich schon in der Überschrift seines Beitrags klar: (weiterlesen…)

Von der nichtexistenten Problematik der Nichtexistenz

28 Okt

Zu den merkwürdigsten Argumenten gegen Homosexualität – vor allem vorgetragen von Personen, die eigentlich nichts gegen Schwule haben, aber dennoch mal sagen müssen, dass das nun wirklich nicht das Wahre ist – gehört ohne Zweifel dieses:

„Wenn Dein Vater schwul und/oder Deine Mutter lesbisch gewesen wäre, dann wärst Du jetzt nicht auf der Welt.“

Abgesehen davon, dass das nicht unbedingt stimmt – denn selbstverständlich können auch ein Schwuler und eine Lesbe gemeinsam ein Kind bekommen – muss man sich schon fragen: „Ja, und?“ Denn inwiefern würde es einen denn tangieren, eben nicht auf der Welt zu sein? In diesem Fall wäre man schließlich nicht auf der Welt und hätte somit auch gar keine Möglichkeit, sich über seine Nichtexistenz zu beklagen, bzw. Überlegungen anzustellen, wie es denn so wäre, wenn man nicht existieren würde.

Scientology ist nicht schwul

27 Okt

Dass Scientology irgendwie ein Problem mit Schwulen hat, erfährt man in jeder Scientology-Zentrale von den Mitarbeitern, etwas verschwurbelt zwar („das ist nicht der richtige Weg für einen Menschen“), aber immerhin. Der Regisseur Paul Haggis hat das aber erst nach 35 Jahren mitbekommen. Gratulation hierzu! Das ging ja wirklich flott:

Der Regisseur und Drehbuchautor („Million Dollar Baby“) hält der Organisation vor, dass sie nichts dagegen unternommen habe, als sich die Gruppe in San Diego für ein Verbot der Homosexuellen-Ehe in Kalifornien starkmachte. „Die Weigerung der Kirche, die Aktionen dieser Frömmler, Heuchler und Homophoben anzuprangern, ist einfach feige“, beschwert sich Haggis.

Vielleicht sollte Haggis bei der Auswahl seiner nächsten Weltanschauung etwas kritischer sein, und einfach mal Fragen stellen, bevor er beitritt. Fragen kostet schließlich nichts.

Die Inflationierung des Ekels

27 Okt

Der Artikel des stolzen Heteros Philipp Gut, sorgt innerhalb der schwulen Szene noch immer für Aufregung, für mehr, als er es eigentlich vedient hat:

Ekelgefühle sind auf jeden Fall bei den Schwulen ausgeprägt, die die Gutsche Tirade gelesen haben.

so jedenfalls analysiert es Elmar Kraushaar in seiner neuesten Kolumne. Nun, ich habe die Tirade von Philipp Gut gelesen, ich bezeichne mich auch als schwul, doch ein Ekelgefühl beschlich mich bei dem Artikel von Gut nicht. Klar, sein Elaborat ist borniert, ahnungslos, kleinlich, über alle Maßen dämlich, bigott und hinterfotzig, aber eklig? Mein Gottchen, Kraushaar, get a life! Eklig ist was ganz anderes: Spinat z.B. oder die Damenschuhmode der letzten Saison. Die war wirklich der Gipfel der Geschmacklosigkeit.

Eine kleine Geschichte von Guido und Gregor, dem Hape, dem Adrian und den Tyrannen aus Saudi-Arabien

26 Okt

Man, man, man, da bricht man sich fast seine zarten Fingerchen an der harten Computertastatur, um in einem wortreichen Beitrag zu erklären, warum die sexuelle Orientierung des neuen Bundesaußenministers mitnichten ein Problem auf Reisen in unterentwickelte Länder darstellt, und dann kommen die Herren Gysi und Kerkeling und erklären das, was ich sagen wollte, ganz locker, flockig, kurz und bündig:

Den Ernst durchbricht Gregor Gysi mit ein wenig Tagespolitik. „Ich kann ja diejenigen nicht verstehen, die sagen, ein schwuler Außenminister Westerwelle sei nicht gut, wenn er etwa nach Saudi-Arabien reist. Das ist doch Quatsch.“ „Genau“, pflichtet Kerkeling bei, „das ist kein Problem für Westerwelle, sondern für Saudi-Arabien“. „Das ist der einzige Punkt, weshalb ich mich freue, dass er Außenminister wird“, frotzelt Gysi und hat diesmal die Lacher auf seiner Seite.

Rosa Nächte in St. Petersburg

26 Okt

Im dümmsten Land der entwickelten Welt leben Schwule tatsächlich noch anders als die anderen:

Das erste russische Schwulen-Filmfestival „Bok o bok“ („Seite an Seite“) findet diese Woche in St. Petersburg statt. Aber nur eine geringe Zahl von Leuten ist in das Geheimnis eingeweiht, wo und wann die Filme gezeigt werden.

Es gibt keine Werbung, keine Plakate, kein Zeitplan. Ort sind kleine Kinosäle von ausländischen Kulturzentren und Konsulaten – von Dänemark, Großbritannien, Deutschland und anderen Ländern, die tolerante Gesetze haben. „Wir haben wichtige Gründe für die Geheimnistuerei“, sagte Alexander Makarov, ein Organisator des Filmfestivals.

Eine exzellente Gelegenheit, für all diejenigen unter den Schwulen, welche an der Dekadenz und Toleranz des Westens leiden und klagen, früher, in der (faktischen) Illegalität, hätte Schwul sein mehr Spaß gemacht.

Darf man Schwule hinaus in die Welt lassen?

25 Okt

Nun ist es offiziell: Guido Westerwelle wird der neue Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. Weite Teile der Öffentlichkeit schwanken zwischen Häme und Verwunderung, attestieren ihm einerseits mangelnde Englischkenntnisse gepaart mit typisch teutonischer Überheblichkeit, andererseits zu wenig Erfahrungen im schwierigen Geschäft der auswärtigen Beziehungen. Völlig unverständlich, denn seit wann braucht man als Außenminister Erfahrung auf internationaler Bühne? Erstens hat das Auswärtige Amt einen bewährten Stab von Mitarbeitern und zweitens ist deutsche Außenpolitik nun wirklich nicht allzu schwer: Alles was man zu tun hat, ist darauf zu insistieren, gute Beziehungen zu allen Ländern dieser Erde zu unterhalten, egal ob sie nun demokratisch oder diktatorisch regiert werden, und den Befindlichkeiten Russlands größeres Gewicht einzuräumen, als den ehemals von Russland geknebelten osteuropäischen Staaten. Dazwischen streut man Floskeln von gegenseitigem Respekt ein, betont die Wichtigkeit  der europäischen Integration und mahnt mit erhobenem Zeigefinger, wie entscheidend es ist, das größte Übel unserer Welt zu besiegen: höhere Temperaturen.

Noch abstruser als die Fragen nach der Befähigung Westerwelles waren die in letzter Zeit täglich zu vernehmenden Einwände, wie sich denn dessen Homosexualität mit seinem Job als Außenminister unter einen Hut bringen lasse, (weiterlesen…)

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