Archiv | Oktober, 2009

Hallo Uganda…

19 Okt

…ich möchte ganz bestimmt keine Kritik an Dir üben, wo Du doch ein armes, ausgebeutetes Dritte-Welt-Land bist, und ich ein reicher, weißer, kapitalistischer Europäer, der selbstverständlich alles respektiert, was nicht aus dem Westen stammt, weil er schließlich aus der Vergangenheit gelernt hat und weiß, dass Toleranz und Respekt gegenüber fremden Kulturen die höchste aller Tugenden ist. Aber dennoch komme ich nicht umhin, ein wenig das Näschen zu rümpfen und Dir meine winzig kleine Missbilligung in folgenden Worten mitzuteilen:

Pfui, pfui, pfui!

Eine Kreuzfahrt mal ganz anders

18 Okt

Also, das ist lustig:

Ein heterosexuelles Paar aus Italien hat einen Reiseanbieter auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro verklagt, weil dieser die Eheleute auf ein schwules Kreuzfahrtschiff schickte. [...]

Der Anwalt des Paares fordert nun Schadensersatz: „Hier geht es nicht um Diskriminierung, sondern um die Tatsache, dass meine Klienten wegen eines Missverständnisses ihre Reise nicht genossen haben. Daher müssen sie entschädigt werden“, so Antonio Francesconi nach Angaben der Agentur APA. „Meine Mandanten wurden so in Verlegenheit gebracht, auch weil sie einige Passagiere kannten und keine Ahnung hatten, dass sie schwul sind. Das war dann allen peinlich.“

Ehrlich gesagt, ich kann das Paar verstehen. Wenn man mich versehentlich auf eine Homokreuzfahrt schicken würde, wäre ich wohl nach spätestens drei Tagen über Bord gesprungen um anschließend ebenfalls zu klagen – schon allein wegen der Aussicht auf Kohle. Eine Kreuzfahrt nur für Schwule, das ist nun mal ein ganz besonderes Marktsegment, das nun wirklich nicht jedermanns Geschmack ist. Es entzieht sich den Gepflogenheiten üblicher Kreuzfahrten, bei dem die Passagiere von gemischter sexueller Orientierung, und damit eher ein Abbild der Gesellschaft  sind.

Meinungsfreiheit auch für Deppen

17 Okt

Homosexualität richte sich „gegen die Familie, den Ort des Fortbestandes des menschlichen Geschlechts und also auch des Überlebens einer Nation.“

Ein kleiner Satz mit großer Wirkung. Wie berichtet, hat diese Äußerung der Jugendorganisation der Schweizerischen Volkspartei (SVP) für einen Sturm im Wasserglas bei allen möglichen Homo-Organisationen des Alpenlandes gesorgt. Auf Basis des „Antirassismusgesetzes“ wurden sage und schreibe 29 Klagen gegen die SVP eingereicht.

Vergeblich. Denn auf Entscheidung eines zuständigen Richters, wurde die Strafanklage abgewiesen:

Für die Schwulenorganisation Pink Cross und die Lesbenorganisation LOS ist dies „inakzeptabel und unerträglich“.

Ich dagegen finde es, langsam aber sicher, unerträglich, dass es sich in den westliche Ländern einbürgert, wegen jeder Äußerung irgendwelcher Hohlköpfe Klage einzureichen. (weiterlesen…)

Hallo, Monsieur Gut!

17 Okt

Ja, kennen wir uns nicht? Doch, doch, wir hatten bereits das Vergnügen. Damals in der Schweiz. Was treibt Sie denn nun nach Deutschland? Ach ja, der Kult um die Schwulen. Ist ja auch wichtig das Thema. Nicht nur in der Schweiz, sondern gerade hier in Deutschland, wo dieser Kult noch höhere Wellen schlägt, als im beschaulichen Alpenland. Stellen Sie sich vor, Herr Gut, jetzt bekommen wir sogar einen schwulen Minister! Und natürlich behandelt dieser seine sexuelle Orientierung genau so, wie Sie, Herr Gut, es beklagt haben. Man sollte es nicht glauben, der Westerwelle bringt doch tatsächlich seinen Lebensgefährten mit auf offizielle Empfänge! Nicht gerade diskret, oder? Aber so sind sie nun mal, die Schwulen! Doch gut, dass sie jetzt da sind, Herr Gut, und auch die Deutschen endlich auf die peinlichen Exzesse der Homos aufmerksam machen. Wir brauchen Sie, Herr Gut! Wir lieben Sie! Natürlich rein diskret.

Vom Grundgesetz, dem Recht und dem Gewissen

16 Okt

Diskussionen über das Grundgesetz habe ich immer als recht einseitig empfunden, weil mir, jenseits aller Lobhudelei, nie jemand die offensichtlichen Widersprüche im höchsten deutschen Verfassungswerk erklären konnte. Beispielsweise wie es angehen kann, dass in unserer Verfassung von der Gleichberechtigung von Mann und Frau gesprochen und gleichzeitig bestimmt wird, dass nur Männer zum Wehrdienst müssen. Oder warum sowohl die Würde des Menschen als auch die Meinungsfreiheit zu den Grundrechten gehören, wo sich doch beide Werte allzu oft ausschließen, weil Würde nun mal ein recht subjektiver und abstrakter Begriff ist, den manche Menschen eben schon durch eine bestimmte Meinung verletzt sehen.

Interessanter scheint da die Diskussion zum Grundgesetz an der Fach- und Berufsoberschule im bayerischen Weilheim gewesen zu sein: (weiterlesen…)

Moralisch unterbelichtet

16 Okt

In Italien hat es in der letzten Zeit eine Welle von Gewalttaten gegen Schwule gegeben. Als Reaktion darauf wurde im Parlament ein Gesetzesentwurf eingebracht der vorsah, Straftaten die gegen Personen verübt werden weil sie homosexuell sind, härter zu bestrafen. Dieser Entwurf wurde nun gekippt unter tatkräftiger Beteiligung der üblichen Verdächtigen aus rechtskonservativen und katholischen Kreisen:

Die Stimmung zu dem Thema in Italien gab der venezianische Parlamentsabgeordnete Filippo Ascierto jüngst ganz ungefiltert wieder. Im Fernsehen sagte der Parteifreund Berlusconis: „Es ekelt mich an, wenn ich sehe, dass zwei Männer sich küssen. Zwar sind Jungs, die auf Homosexuelle losgehen, Schwachköpfe. Schwule aber, die ihre Homosexualität zur Schau stellen, befinden sich auf demselben Niveau.“

Eine solche Aussage muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Gewalttaten gegen Leib und Leben von Menschen stehen also auf derselben Stufe, wie öffentliches Küssen, Händchen halten und behördlich genehmigtes Feiern auf dem CSD. Doch was wundert man sich? Zeugt ein solches Weltbild doch von nichts anderem als von moralischen Relativismus, der so typisch ist für diejenigen, welche das Wort „Moral“ gar nicht oft genug in den Mund nehmen können, wenn es darum geht zu begründen, warum man gegen Schwule zu sein habe.

Ein schwuler Feiertag für alle!

15 Okt

Die Integration der islamischen Religion in den Mainstream der Gesellschaft ist eine äußerst diffizile Angelegenheit. An Vorschlägen, Tipps und Tricks wie die westlichen Länder dazu gebracht werden können, die Religion des Friedens besser verstehen zu lernen und ihr den gebürenden Respekt zu erweisen, mangelt es nun wirklich nicht. Hans-Christian Ströbele – allseits bekannter linksgrüner Grantelkopf und heldenhafter Kämpfer gegen den Einzug der westlichen Moderne in Kreuzberg – wärmt nun eine seiner Lieblingsideen wieder auf: ein islamischer Feiertag muss her.

„Ein gesetzlicher Feiertag wäre ein gutes Zeichen, dass wir den Islam als Weltreligion ernst nehmen“, sagte Ströbele der „Passauer Neuen Presse“ zufolge.

An sich ist das ja eine gute Idee. Die Frage ist bloß: Warum lediglich der Islam? (weiterlesen…)

Voll auf Hass

14 Okt

Nun kommt sie doch: die Erweiterung der amerikanischen Gesetze bezüglich „Hassverbrechen“ um das Merkmal „sexuelle Orientierung“. Künftig werden also Verbrechen, die sich spezifisch gegen Schwule, Lesben etc. richten, der Jurisdiktion der Gemeinden bzw. Bundesstaaten entzogen und der Zuständigkeit des FBI übertragen, so wie das bislang bereits für Verbrechen gilt, die

sich gegen die Rasse, Hautfarbe, Religion oder nationale Herkunft des Opfers richten.

Meine Bedenken gegen „Hassverbrechen“ haben sich übrigens im Laufe der Zeit abgemildert, so dass ich einer gesonderten Kategorisierung von Verbrechen aus Hass nicht mehr grundsätzlich zweifelnd gegenüberstehe. Voraussetzung dafür bleibt aber, dass unter „Verbrechen“ tatsächliche Straftaten gegen Leben und Gesundheit der Opfer fallen und nicht – wie von einigen Gegnern des Gesetzes befürchtet – auch Meinungsäußerungen gegen bestimmte Gruppen bestraft werden. Doch wenn man der amerikanischen Presse glauben darf, scheint das im Falle der oben erwähnten Gesetzgebung nicht der Fall zu sein. Ein religiöser Fundamentalist wird also auch in Zukunft Schwule ungestraft verdammen dürfen. Und dieser Preis der Freiheit sollte uns nicht zu hoch sein.

Voll die schwulen Bälle

13 Okt

Wer am morgigen Tag das Bedürfnis verspürt, unserer Nationalelf dabei zuzuschauen, wie sie Finnland in Grund und Boden spielt, den erwartet zusätzlich ein ganz besonderes Schmankerl. Denn das WM-Qualifikationsspiel steht unter dem Motto „Gegen Homophobie im Fußball“:

Vor dem Spiel setzen sich Fanvertreter und Experten mit DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie DFB-Sicherheitsbeauftragter Helmut Spahn im Mannschaftshotel der Deutschen Nationalelf zusammen und werden eine gemeinsame Erklärung „Gegen Diskriminierung im Fußball“ unterzeichnen. Zwar verschwindet Homosexuellen-Hass nicht direkt nach dieser Gesprächsrunde aus den Köpfen, weiß Dirk Brüllau, Sprecher der Queer Football Fanclubs (QFF). Allerdings sei dieser Austausch einer der ersten auf diesem Niveau. [Link im Original, Adrian]

Ein guter Start. Da darf man gespannt sein, welche Aktionen während des Spiels geplant sind…

Immerhin etwas

12 Okt

Gestern nach dem Gottesdienst habe ich mich geoutet. Im Gemeindebistro. (weiterlesen…)

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