Archiv | November, 2009

Wie sexy ist der Holocaust?

30 Nov

Auf diese Frage könnte man eine Diskussion bei queer.de herunter brechen. Es geht um Profilfotos bei Gayromeo, die als Hintergrund für ihre Präsentation das Stelenfeld nutzen:

Im Ausland wundert man sich über den merkwürdigen Trend: das schwule Blog „Catch Fire“ sammelt einige der Fotos unter der Kategorie „Memorial Pics“. „Ich habe nie verstanden, was der Gedanke bei den Fotos ist (und ich habe wirklich eine Menge davon gefunden, also muss irgendein merkwürdiger Gedanke dahinter stecken)“, schreibt der Blogger. „Ich denke, es ist faszinierend, wie all diese Leute sexy aussehen wollen an einem Ort, der zu denen auf der Welt gehört, die am wenigsten sexy sind.“

Doch das versteht in Deutschland nicht jeder. Ein User meint daher:

Was ist denn gegen private Photos einzuwenden, man kann es auch übertreiben? Typisch, immer wenn irgendwas mit dem Zentral der Juden nur in sehr entfernter Weise in Kontakt geraten könnte, meldet man sich sofort mit dem Hinweis auf die Vergangenheit Deutschlands.

Merkwürdig, der vermutlich gemeinte „Zentralrat“ hatte sich zu den Holocaust-Präsentationen gar nicht geäußert. (weiterlesen…)

Eine rein subjektive Betrachtung der Vagina

29 Nov

In einer dreiteiligen Serie wurde Michael Miersch in der „Welt“ Raum gegeben, über das weibliche Geschlechtsorgan zu philosophieren. Ziel dieser Serie war die schlussendliche Beantwortung folgender Fragen:

Das weibliche Geschlechtsteil ist bis heute ein Mysterium. Wie wird es genannt? Wie sieht es aus? Und warum wird es so ungern gezeigt?

Aus schwuler Sicht sind diese Fragen relativ einfach zu beantworten: (weiterlesen…)

Ein Herz für Homos

29 Nov

Die neue Familienministerin, Kristina Köhler, schwärmt(e) nicht nur für Helmut, sondern hat auch ein Herz für Homos:

„Gerade als Christdemokratin freue ich mich über schwule und lesbische Paare, die in einer Lebenspartnerschaft dauerhaft füreinander Verantwortung tragen wollen. Hier werden konservative Werte gelebt!“, sagt Kristina Köhler. Natürlich sehe das in der Union noch nicht jeder so. „Aber immer mehr!“, so Kristina Köhler.

Eine derartige Ansicht macht Frau Köhler natürlich noch nicht zur „Schwulenmutti“, aber es ist doch immer wieder schön zu sehen, dass die neue Generation der CDU-Politiker mit dem Homo-Thema entspannter umgeht, als ihre Vorgänger.

Übrigens: Die Bilder der Jungs im verlinkten Beitrag machen wieder einmal eines klar: Konservative Schwule sind – ebenso übrigens wie die liberalen – einfach am schönsten. Keine Ahnung woran das liegt, ich vermute aber der Grund dafür ist, dass deren Leben und Weltsicht nicht geprägt ist vom Weltschmerz darüber, dass der Sozialismus immer noch nicht da ist.

Proud to be slave

28 Nov

In Erlangen findet an diesem Wochenende das Emergent Forum statt, ein Treffen des Netzwerks Emergent Deutschland.  Einer der dort angebotenen Workshops hat den Titel

Love without Limits – Emergente Ethik zwischen Bibel und Postmoderne

In der Ankündigung heißt es:

Kann man zwischen kulturbedingten und „ewig gültigen“ Aussagen in der Bibel unterscheiden, und wenn ja, wie? Fragen wie diese wollen wir im Workshop gemeinsam anschauen und konkrete Beispiele wie Sklaverei, die Rolle der Frau und Homosexualität diskutieren.

Was gibt es da zu diskutieren?

Sklaverei ist legitim, schließlich gibt es Menschen, die zum Dienen geboren sind und solche, die zum Herrschen geboren sind.

Frauen sind bewiesenermaßen dümmer als Männer.

Nur Homosexualität sollte endlich nicht länger diskriminiert werden. (weiterlesen…)

Bücher sind so schwul

28 Nov

Kennen Sie Katharina Hacker? In einer Besprechung ihres neuen Romans kommen vor:

Anton, der Arzt auf der Suche nach der Liebe seines restlichen Lebens, und Bernd, der schwule Buchhändler,

Wetten, dass Anton hetero ist? Schwule nämlich sind nie auf der Suche nach der Liebe ihres Lebens, sondern eben – schwul. Immerhin haben sie heute einen Beruf. Heteros hingegen werden über alles mögliche definiert, nur nicht über ihre sexuelle Orientierung.

Ob Hacker für diese geradezu beispielhafte Heteronormativtät verantwortlich ist oder der Rezensent, mag der Leser entscheiden. Sachdienliche Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.

Kristina und Helmut

28 Nov

Als andere Mädchen sich für Pferde interessierten, habe ich mich für Helmut Kohl interessiert.

So oder so ähnlich die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler heute morgen im Berliner Radio. Mir wäre die Wahl schwerer gefallen. Außerdem war die Kleine damals 12. Ist das nicht strafbar?

Artikel 3 und der Sexismus der Homophobie

27 Nov

Das Grundgesetz bleibt vorerst so wie es ist. Das Projekt des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), mit Unterstützung der Stadtstaaten, ein umfassendes Diskriminierungsverbot in den Artikel 3 des Grundgesetzes zu schreiben, ist erwartungsgemäß gescheitert. Warum erwartungsgemäß? Bereits Mai diesen Jahres schrieb ich zu diesem Vorhaben, dass das Grundgesetz

nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit durch Bundestag und Bundesrat geändert werde kann. Wieso das gehen soll, obwohl es nicht mal eine legislative Mehrheit gibt, Schwule und Lesben einfach per Gesetz gleichzustellen, verrät uns der LSVD nicht.

Und so ist es ja auch gekommen. (weiterlesen…)

Armer Sizzla…

27 Nov

…da wolltest Du ein wenig Kultur nach Berlin bringen, und niemand hat sich mit dir solidarisch erklärt. So bleibt Dir nichts anderes übrig, als zurück nach Jamaika zu fliegen, um sich dort über die bösen Europäer beklagen, die nichts aus ihrer Geschichte gelernt haben, weil sie immer noch versuchen, ihre Ansichten allen anderen Kulturen aufzuzwingen. Wenn Du nicht so ein Brechreiz erregender Vollpfosten wärst, könntest Du einem glatt leid tun.

Update: Doch bevor Du, Sizzla, nach Hause fliegen und Dich über die intoleranten Schwulen in Berlin aufregen darfst, wartet noch ein Konzert in München auf Dich, in einem Etablissement, dass supi-dupi tolerant und voll weltoffen ist, so weltoffen, dass sogar veritable Dummbratzen wie Du dort einen Platz finden.

Von Meersburgern die auszogen, den Deutschen das Vögeln beizubringen

26 Nov

Oftmals ist Politik einfach nur langweilig. Nicht jedoch bei der CDU. Und schon gar nicht bei CDU-Ortsverbänden. Und ganz gewiss nicht im badischen Meersburg. Dort nämlich kommt es zu Debatten, die so erfrischend dämlich sind, dass von Langeweile nun wirklich keine Rede sein kann. Wie üblich geht es dabei um die Frage, wer mit wem vögelt, und wie man Menschen dazu bringen kann, anders zu vögeln, als sie das bislang tun. Weltbewegende Themen, die es dem Parteigenossen Werner Leicht besonders angetan haben. So stört ihn

dass die neue Regierung, wie er gehört habe, die „Gleichstellung der Homo-Ehe weiter vorantreiben wolle“. Er verlangt, der Ortsverband möge den „Mandatsträgern“ schreiben , dass er dies ablehne.

Kaum etwas ist alberner, als ein Provinzler mit Allmachtsphantasien. Wenn da nicht noch die Sekundanten wären: (weiterlesen…)

Zweifach geschützt – zweifach bevorzugt

26 Nov

Cool! Sollte das Stuttgarter Arbeitsgericht demnächst entscheiden, dass Ossis als eigene Ethnie anzusehen, und somit auf Grund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes vor Diskriminierung geschützt sind, darf ich mich, gegenüber den Normalos, gleich doppelt überlegen fühlen.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 38 other followers