Archiv | Februar, 2010

Wie man Geschenke richtig verpackt

15 Feb

Manchmal ist das echte schwule Leben, klischeehafter als das Klischee:

Der Südafrikaner Charl Van den Berg hat den Titel des „Mr Gay World“ gewonnen. Der 28-jährige Restaurantbesitzer aus Kapstadt setzte sich in der Endrunde in der norwegischen Hauptstadt Oslo gegen 19 Konkurrenten durch, wie die Veranstalte[r] mitteilten.

Und womit hat der schöne Charl sich den Sieg verdient?

Van den Berg überzeugte die Jury nicht zuletzt mit einem selbstbewussten Auftritt in eng geschneiderter Badehose.

Wer hätte das gedacht?

Herzlichen Glückwünsch, Frau Schröder!

14 Feb

Kristina

Gerade als Christdemokratin freue ich mich über schwule und lesbische Paare, die in einer Lebenspartnerschaft dauerhaft füreinander Verantwortung tragen wollen. Hier werden konservative Werte gelebt!

Köhler hat geheiratet und heißt jetzt Schröder. Wenn sich jetzt noch die Kinder einstellen, müssen die Diskutanten sich in Zukunft noch dazu bequemen, Schröders Polititk inhaltlich zu kritisieren. Obwohl selbst das Kinderglück der Ministerin den ganz reaktionären Knochen vermutlich nicht ausreichen würde, um die Schmach auszugleichen, dass Schröder als persönlichen Referenten den Vorsitzenden der Berliner LSU mit ins Büro brachte.

Schröder scheint sich im Übrigen am diskreten Umgang von schwulen Konservativen mit ihrem Privatleben ein Beispiel genommen zu haben: (weiterlesen…)

Hinterhalt in Prag

14 Feb

Die Verschwulung der Welt schreitet voran. Unter dem Deckmantel eines besonderen gastronomischen Angebots zum Valentinstag werden heterosexuelle Männer hinterhältig dazu gebracht, rosa (!) Bier zu trinken. Wo soll das noch enden?

Für Euch

14 Feb

„Für alle Liebenden und die, die es sehr bald wieder sein werden, obwohl sie jetzt noch gar nicht daran glauben.“ (Georgette Dee)

Das Wort zum Sonntag (Estomihi)

13 Feb

„Krieg dem Krieg“ lautete einst eine Parole von Antimilitaristen. Jetzt hat ein britischer Journalist die Parole wieder aktiviert und bläst zum Sturm gegen die Konversionstherapien mit ihren unmenschlichen Folgen. Der Ex-Gay-Observer hat einen Bericht des Guardian dazu übersetzt.

Patrick Strudwick hatte sich undercover zur „Behandlung“ seiner Homosexualität in die Hände von vermeintlichen Fachkräften begegeben. Sein Resümee:

Die Psychotherapeutin erzählte mir, ich sei sexuell von einem Familienangehörigen missbraucht worden (was ich nie wurde). Der Psychiater versuchte während einer „Sitzung“, mich sexuell zu erregen. Dieser behauptete auch, er habe seine eigene Sexualität „gelöst“, während er gleichzeitig zugab, sich immer noch mittels schwuler Pornographie selbstzubefriedigen. Noch skandalöser war wohl noch die Entdeckung, dass die Krankenkasse manchmal solche Behandlungen versehentlich finanziert.

Strudwick über die Resonanz auf seine Independent-Veröffentlichung:

Zahlreiche ehemalige Opfer der Konversionstherapie haben mich angeschrieben, berichteten von den Jahren des Leidens, die sie während und nach der Behandlung ertragen mussten – manche von ihnen wurden von ihren Familien dazu hineingezwungen. Therapeuten schrieben mir in ohnmächtiger Frustration, wie sie am Ende den psychologischen Scherbenhaufen zusammenkehren mussten, den die Umpolungstherapeuten hinterließen.

Auch wenn Strudwick Journalist ist, will er es nicht bei der Berichterstattung über die Machenschaften der Umpoler belassen: (weiterlesen…)

Defraudante Selbstauflösung

12 Feb

Eberhard Wagner hat eine Identitätskrise:

BIN ich wirklich all dies, was ich in der Navigation behaupte? War ich es je? Je länger ich auf Weisen tätig bin, aus denen andere meinen können oder wollen: ja, so ist es – desto weniger bezeichne ich mich ALS … Desto weniger wage ich es. Desto mehr empfinde ich es als Defraudantentum, als Anmaßung, verbleibe ich Herantastender.

Aber weil es stimmt, daß das Handeln dem Sein folgt, so empfinde ich zunehmend mein Handeln als mangelhaftes Zeugnis für ein mangelhaft – zu früh spezifiziertes? – erfaßtes Sein. Bis zur Selbstauflösung- was für ein Sein wohl überhaupt dahinter steht?

Diese löbliche Selbsterkenntnis hält Wagner jedoch nicht davon ab, sich zu gesellschaftlich relevanten Fragen durchaus anmaßend zu äußern, z. B. zu der der Eingetragenen Partnerschaft: (weiterlesen…)

Herrenwitze

12 Feb

Bei Antenne Brandenburg kann man(n) zur Zeit Witze einreichen. Der Beste wird dann mit 10.000 Euro honoriert. Der letzte Sieger-Witz ging etwa so:

Ein Mann steigt in ein Zugabteil ein, in dem eine bildschöne Frau sitzt. Sie liest. Er überlegt, wie er an sie rankommt und fragt sie, was sie liest. Sie antwortet, es gehe darum, woran man einen guten Liebhaber erkennt. Darauf fragt er nach einer Weile, woran man diese denn erkenne. Sie antwortet, die besten Liebhaber laut Buch seien Indianer und Polen. Er: „Gestatten, Winnetou Koslowski“.

10.000 Euro! Und merke: Heteros wollen immer nur das Eine. Geradezu abstoßend, wie diese schamlose Anmache in dem Witz als völlig normal dargestellt wird.

Unerträglich arrogant – Der Bischof, die Juden und der Holocaust

11 Feb

Was macht ein katholischer Bischof, der nicht über Missbrauch in den eigenen Reihen sprechen will? Er entdeckt die Juden als Feindbild. Eberhard von Gemmingen entdeckte kürzlich das von Juden begangene Unrecht und zog seine Äußerung nach ordensinternen Protesten wieder zurück. Bereits Ende Januar, pünktlich zum Holocaust-Gedenktag, kritisierte der polnische Bischof Tadeusz Pieronek, die Juden missbrauchten [sic!]

die Verfolgung durch die Nationalsozialisten als Propaganda-Waffe.

Den Satz „Der Holocaust an sich ist eine jüdische Erfindung“ zog er am Montag ausdrücklich zurück. Seine Aussagen seien manipuliert worden und er habe die Veröffentlichung nicht autorisiert, sagte der ehemalige Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz im Fernsehen.

Wie kann man etwas zurückziehen, das man gar nicht gesagt hat? Keinesweg zurückgezogen, jedenfalls nicht ausdrücklich, hat Pieronek die folgenden Äußerungen: (weiterlesen…)

Saugen statt Blasen – Mappus weiß, was Frauen wünschen

11 Feb

Stefan Mappus heißt der neue starke Mann des Südstaates Baden-Württemberg, ein Mann wie ein Berg: mächtig, thronend, konservativ, ein Mann untadelig und voller Prinzipien:

Wenn Homosexuelle am Christopher Street Day in Stuttgart tanzen, findet Mappus das «abstossend». Noch schlimmer sind für ihn Überlegungen der SPD, gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption von Kindern zu erlauben. «Kinder sind denkbar ungeeignet für Experimente im Bereich der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften», meinte er dazu.

Na endlich! (weiterlesen…)

Zwischen Bolle und Spittelmarkt – Geschichten einer (vielleicht) schwulen Stadt

10 Feb

Ich habe bislang immer abgestritten, dass es so etwas wie ein „Gaydar„, also das Vermögen, Schwule anhand von äußeren Merkmalen bzw. Verhaltensweisen zu erkennen, überhaupt gibt. Sicher, hat man nach wenigen Minuten die Zunge eines Mannes im Ohr, den man gerade erst kennen gelernt hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser schwul ist, recht hoch. Aber ansonsten?

Die Behauptung, man würde Schwule auf der Straße erkennen, beruht ja im Wesentlichen auf Klischees, die es eben über Schwule gibt. Wenn man also auf der Straße von einem jungen Mann überholt wird, (weiterlesen…)

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