Archiv | Mai, 2010

Gnade vor Unrecht

30 Mai

Das ist mal wirklich eine erstaunliche Meldung:

Malawis Präsident Bingu wa Mutharika hat überraschend ein zu langer Haft verurteiltes schwules Paar begnadigt. Er habe dessen sofortige Freilassung veranlasst, sagte der Präsident am Sonnabend bei einem Treffen mit UN- Generalsekretär Ban Ki Moon in der Hauptstadt Lilonge. Stephen Monjeza (26) und Tiwonge Chimbalanga (20) waren wegen „unzüchtigen Verhaltens“ und „naturwidriger Handlungen“ zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Weiße Haus begrüßte die Entscheidung Mutharikas; es sei zu hoffen, dass sie „einen Dialog eröffnet (…) und weltweit eine Botschaft sendet“.

Nun sollte man daraus jedoch nicht den Schluss ziehen, der Präsident wäre einem moralischen Gewissen gefolgt. (weiterlesen…)

Rosa Magengrimmen

30 Mai

Typisch! Kaum ist die neue britische Regierung  im Amt, muss sie schon die erste Krise überstehen. Und wer hat Schuld? Richtig! Ein Homo:

Nach nur drei Wochen im Amt ist es im Kabinett des neuen britischen Premierministers David Cameron zum ersten Rücktritt eines Ministers gekommen. (weiterlesen…)

Hitlers rosa Helfer

29 Mai

Wie wir alle wissen, war Hitler schwul, waren alle Nazis schwul, war der Nationalsozialismus an sich schwul und sind Schwule eh alles Nazis. Schwule wurden zwar in der NS-Zeit auch verfolgt und Homosexualität will nicht so recht in das NS-Ideal eines Volkes bestehend aus Papa, Mama und einer Fußballmannschaft Kinder passen, aber ist doch egal! Wenn Schwule den Nationalsozialismus geprägt haben, wenn Homosexualität gar grundlegend für die Aufrechterhaltung des NS-Systems war, dann sind die Heteros fein raus und können sich beruhigt und im Bewustsein der reinsten Unschuld zurücklehnen. (weiterlesen…)

Harel

29 Mai

Ich gebe zu, dass ich den Eurovision Song Contest hasse. Ja richtig gelesen, ich kann ihn nicht einfach nur nicht leiden, ich hasse ihn regelrecht. Ich hasse es, dass von mir erwartet wird, zu wissen, wer in dem und dem Jahr gewonnen hat, nur weil ich schwul bin; ich hasse es, jedes Jahr an jedem Abend der Entscheidung nirgends „schwul ausgehen“ zu können, ohne dass in jeder Bar dieser Käse übertragen wird; ich hasse es, am Tag nach der Ausscheidung von den Kellnern in Schöneberg gefragt zu werden, wie ich denn den ESC fand, und ob es nicht schrecklich wäre, dass dieser oder jener nicht gewonnen hat.

Dieses Jahr ist das nicht anders. Bis auf eine Ausnahme. An der Wand, direkt hinter meinem Schreibtisch, hängt ein Foto von Harel Skaat:

Münchner Entschwulung

28 Mai

Das Glockenbachviertel in München, einst als Viertel bekannt, in dem selbst die Spatzen auf den Hausdächern schwul waren, verkommt, wie bereits berichtet, immer mehr zur schicken Partymeile und – noch schlimmer – zum Refugium junger Eltern mit Kindern. Wenn man der Abendzeitung Glauben schenken will, sorgt dieser Einfall nichtschwuler Horden für einen gravierenden Wandel: Denn wo Heterosexualität vorherrscht, kommt es – wie die Weltgeschichte beweist – zwangsläufig zu Gewalt, nehmen Anstand, Moral und Menschlichkeit rapide ab: (weiterlesen…)

Fass mich nicht an!

28 Mai

Einer Umfrage der Website ManCentral.com zufolge, fühlen sich 61 Prozent schwuler und bisexueller Männer unwohl beim Gedanken, öffentlich ihre Zuneigung zu einem anderen Mann zu zeigen.

Kein Wunder: Jeder der nicht dem Glauben einer durch und durch verschwulten Welt anhängt, weiß was einem passieren kann, wenn man sich so verhält.

Männer, Sex und Mode – Dafür geht man gern ins Kino

27 Mai

Der zweite Film der Erfolgsserie „Sex and the City“ startet demnächst in den Kinos und die Rezensionen und negativen Kommentare des Feuilleton wie auch des Volkes beweisen klar, dass die Geschichten um Carrie und Co. mit zum Besten gehören, was die westliche Kultur je hervorgebracht hat:


(weiterlesen…)

Angsthase, Pfeffernase…

27 Mai

Mitarbeiter der Katholischen Kirche scheuen offenbar Diskussionen, die sie nicht selbst initiiert haben:

Nach seinen umstrittenen Äußerungen ist Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck („Homosexualität ist Sünde“) vom „Forum Essener Lesben und Schwule“ zu einem Gespräch eingeladen worden – bisher ohne Erfolg.

Wahrscheinlich hat der gute Bischof Angst, dass er Warzen am Hintern bekommt, wenn er mit den Sündern in einem Raum verweilt. Oder er fürchtet, in Versuchung zu geraten…

Ja zur „linken Agenda“!

26 Mai

Nachdem er Abermilliarden nicht vorhandende Dollar in einen von Abermilliarden nicht vorhandender Dollar überschwemmten Markt geblasen hat, schickt sich US-Präsident Obama an, endlich mal etwas Sinnvolles zu tun. Die „Don’t ask, Don’t tell“-Regelung des amerikanischen Militärs soll fallen:

Homosexuelle Soldaten sollen in den USA künftig offen und ohne jede Benachteiligung in den Streitkräften dienen können. Eine entsprechende Gesetzesreform will die Regierung von Präsident Barack Obama auf Dringen führender Demokraten noch im Laufe dieser Woche in beiden Kammern des US-Kongresses durchsetzen. [...]

Konservative Republikaner kündigten, sie wollten ‘gegen diese linke Agenda energischen Widerstand’ leisten.

Schon lustig. Schwulen und Lesben den Dienst im „militärisch-industriellen Komplex“ zu ermöglichen, gilt mittlerweile als links.  So ändern sich die Zeiten…

Natürlich nicht schwul

25 Mai

Zudem gilt Daniel Radcliffe ["Harry Potter"] nicht nur als guter und ernsthafter britischer Schauspieler, sondern auch als skandalfreie Person, welche Partys meist abgeneigt ist. Zwar sorgte ein Gerücht um eine Homosexualität bei Daniel Jacob Radcliffe für ein paar negative Schlagzeilen, doch war dies natürlich reine Erfindung.

Man muss diesen Satz wohl so verstehen, dass, wenn an den Gerüchten um einen schwulen Radcliffe was dran wäre, dies ein echter Skandal wäre. Warum? Weil Homosexualität nun mal ein Skandal ist. Wer wüsste das besser als wir Homos selbst?

Doch zum Glück war es ja nur ein Gerücht. Natürlich. Schließlich sieht Radcliffe überhaupt nicht schwul aus.

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