Archiv | November, 2010

Advent, Advent

30 Nov

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger (SPD, Bonn), soll wegen umstrittener Äußerungen zurücktreten. Das fordern CDU-Politiker und die Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL).

Was hatte Krüger gesagt? Seiner Ansicht nach

erodieren klassische Geschlechterkategorien mehr und mehr.

Diese Sicht muss man nicht teilen, besonders exotisch ist sie allerdings nicht. Auch eine weitere Äußerung Krügers ist einigermaßen banal: (weiterlesen…)

Beware Gender Studies Brainwashing

29 Nov

Gastbeitrag

Im Juli schon haben die aufmerksamen Kollegen vom CiF Watch auf eine am nächsten Wochenende an der Berliner Humboldt-Universität stattfindende Konferenz mit dem Titel „Fundamentalism and Gender“ aufmerksam gemacht, die sicher weniger interessante Beiträge zum Thema beinhalten wird, als der Titel glauben lässt. Denn mindestens einer der dort zu haltenden Vorträge verbreitet einen sehr üblen Vorgeschmack.

Mit der sportlichen Formel „Beware Israeli Pinkwashing“ wird da im Programm der Vortrag einer Jasbir Puar angekündigt, laut Website ihrer Universität Professorin für Women’s und Gender Studies. (weiterlesen…)

Demenz-Pop

28 Nov

Man muss die Grenzen der Welt verlassen, um die wichtigsten seiner Fragen zu beantworten und dann zurückkehren und festzustellen, dass man überhaupt keine Antworten gefunden hat,

mit diesem nicht nur grammatikalisch verunglückten Satz eröffnet die Welt einen Beitrag über das neue Album von „Polarkreis 18″. Doch die Dummheit läßt sich noch steigern und so ergänzt der Polarkreis-Sänger: (weiterlesen…)

Nachtrag zu Dannecker

24 Nov

Martin Dannecker definiert in seinem gestern hier erwähnten Beitrag Schwulsein so:

Schwulsein heißt, auf der Differenz zu bestehen, die aus der Liebe zwischen Männern erwächst.

Verstehe ich nicht. Meint er sowas wie, Schwulsein heißt nicht Hetero zu sein? (weiterlesen…)

Normal, na und?

23 Nov

Neue Studien zum Thema „Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik“ verspricht der Band „Ohnmacht und Aufbegehren“. Enthalten ist ein Einblick in die „Homophilenbewegung“ der 1950er Jahre, die vor den späteren studentisch geprägten Aktivisten keine Gnade fand:

Die Studenten nahmen jene bürgerlichen Intellektuellen, die Humanitätsappelle an Regierung und Öffentlichkeit richteten und kaum selbst zu sagen wagten, dass sie in eigener Sache sprachen, kaum ernst. (…) Sie machten ihr „Schwulsein“ öffentlich und zum Programm.

Spannend finde ich, dass Praunheims 1971 geäußerte Kritik an der schwulen Subkultur zuvor längst von Vertretern der „Homophilenbewegung“ formuliert worden war, die sich ebenso an Promiskuität und Anonymität der Szene gestört hatten. Bemerkenswert auch der Verweis auf

nationalstaatliche Besonderheiten. Die Homosexuellenpolitik der frühen Bundesrepublik übertrifft mit ihrer forcierten staatlichen Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen bei weitem ihre europäisch-nordatlantischen Bündnispartner und Nachbarn. In keinem anderen Land war die staatliche Verfolgung homosexueller Männer durch Polizei und Justiz so intensiv, waren die Verurteilungszahlen so hoch wie in der Bundesrepublik.

Warum das so war? (weiterlesen…)

Einheit und Differenz

18 Nov

Endlich mal ein intelligenter und überzeugender Text, der für eine – wohlverstandene – postmoderne Positionierung wirbt! Wolfang Scheel, von dem ich neulich bereits einen Text aus dem aktuellen Heft der Zeitschrift „WERKSTATT SCHWULE THEOLOGIE“ vorgestellt habe, schreibt im selben Heft auch über „Die Akzeptanz von Minderheiten als ethischer Indikator“.

Als Gefahr für die Akzeptanz von Minderheiten benennt Scheel neben einer intoleranten Vormoderne

auch die versteckten Gefahren bei einer modernen Alternativposition und vor allem bei einer Strömung der postmodernen pluralen Position.

Dem voran stellt er grundsätzliche philosophische Überlegungen:

Etwas Bestimmtes, dieser bestimmte, endliche Mensch mit seinen bestimmten Eigenschaften eines Menschen (körperliche Eigenschaften wie Hautfarbe) oder Verhaltens-Eigenschaften (z.B. sexuelle Orientierung, bestimmte Lebensweisen oder politische Prinzipien) ist immer bedingt durch anderes, das es nicht ist, tritt als dieses Besondere hervor im Unterschied zu dem, was es nicht ist. Es ist als Bestimmtes bestimmt durch sich selbst, aber gerade auch durch das, was es nicht ist.

Unter Bezug auf Hegel beschreibt Scheel dann

eine Einheitskonzeption, die das Differente nicht ausschloß, sondern einbegriff, indem sie Einheit als Einheit von Einheit und Differenz dachte. (weiterlesen…)

Völlig losgelöst

17 Nov

Man könnte meinen, Homosexualität werde für evangelische Pastoren bald zur Pflicht. Doch es ist in Wahrheit nicht viel, was der bayerische Landeskirchenrat plant (siehe auch hier):

„Im Einzelfall“ werde Paaren, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, das gemeinsame Wohnen im Pfarrhaus gestattet, heißt es in einer Erklärung der Kirchenleitung. Voraussetzung sei, dass der örtliche Kirchenvorstand sowie der Landeskirchenrat, der Dekan und der Regionalbischof „einmütig“ zustimmen.

Auch das neue von der EKD-Synode beschlossene Dienstrecht sorgt für keine Revolution: (weiterlesen…)

Lang lebe der kleine Unterschied!

16 Nov

Das „Piratenweib“ erklärt auf ihrem Blog der geneigten Leserschaft, dass es in Wirklichkeit weder Männer noch Frauen gäbe, sondern

lediglich Menschen. Menschen mit unterschiedlichen Wünschen, Zielen, Lebens- und Liebesgewohnheiten. Menschen, die selbstbestimmt leben und möglichst glücklich sein wollen.

Eine solche Aussage klingt zunächst einmal intelligent, da sie ja durchaus nicht falsch ist. Gleichzeitig ist sie aber auch nicht ganz richtig, denn natürlich gibt es nun mal Männer und Frauen. Summa summarum ist obige Aussage also lediglich eine belanglose Plattitüde ohne Gehalt, was besonders auffällig wird, wenn man sie anders formuliert bspw. so: (weiterlesen…)

Erinnerung

15 Nov

Thomas Schmid erinnert an

das erste Opfer des Linksterrorismus in der Geschichte der Bundesrepublik.

Irgendwie merkwürdig, wen man sich da ausgesucht hatte: (weiterlesen…)

Stay gay!

12 Nov

Alles, was ein Mann zeigt, kann daraufhin analysiert werden, was es verbirgt oder kaschieren soll. Bei allem, was ein Mann sagt, kann man erwägen, was er verschweigt. Dieses Reflektieren auf Verdacht ist die Vorstufe allen Verqueerens. Jene wissenschaftliche Bewegung will hinter jeder erdenklichen männlichen Aktivität, Interaktion und Absicht versteckte Antriebe ausforschen. Dass jedoch dort überhaupt etwas anderes als der Mann an sich ist, versteht sich nicht von selbst.

Mit diesen ketzerischen Worten eröffnet Martin Hüttinger im aktuellen Heft der Zeitschrift „WERKSTATT SCHWULE THEOLOGIE“ einen Artikel über die Verqueerungsraserei, an der er die damit verbundenen Aberkennungsrituale kritisiert. (weiterlesen…)

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 38 other followers