Barbra Streisand hat am Montag die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem erhalten. Die Auszeichnung sei der Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin für „ihre beruflichen Erfolge, ihre außergewöhnliche humanitäre Einstellung, ihre Vorreiterrolle im Bereich der Menschen- und Bürgerrechte, sowie ihren Einsatz für Israel und das jüdische Volk“ verliehen worden, so die Universität.
In ihrer Dankesrede erklärte Streisand unter anderem: Weiterlesen
Effizienz und Überfluss
4 JunGegenöffentlichkeit wollte man in den 70er und 80er Jahren schaffen. Und heute? Gibt es nicht mehr eine Öffentlichkeit, sondern eine Vielfalt von Meinungen, die dank Blogs und ähnlichem Fortschritt in die Welt gebracht werden können. Doch mir scheint, auch heute gibt es noch Themen, die Gegenöffentlichkeit benötigen, weil der Mainstream dazu so erdrückend ist oder wirkt: Sei es die Debatte um den Klimawandel, sei es der Hass, mit dem Israel verfolgt wird.
Gegenöffentlichkeit wollten auch Ulrike Edschmid und Werner Sauber in den 70ern schaffen. Über diese Zeit und den Weg ihres Geliebten in den Untergrund schreibt Edschmid in “”Das Verschwinden des Philip S.”.
Das Buch verweigert sich undifferenziertem Schwarz-Weiß-Denken. Werner Sauber wird hier nicht als Monster geschildert, sondern als einfühlsamer Mann, der auch schon mal durch ganz Köln fährt, um einem kleinen verletzten Mädchen die notwendige Behandlung zukommen zu lassen. Wie kommt es, dass solch ein Mensch Jahre später sich und seine Beziehung/Familie dem politischen Kampf unterordnet? Weiterlesen
Mehr Antikapitalismus, weniger Sex
28 MaiSo oder so bleibt das Gefühl, dass mit diesem Film die heterosexuelle Liebe abgewertet werden soll.
meint ein Kommentator in der WELT zu Abdellatif Kechiches “La Vie d’Adèle”, der in Cannes gerade die Goldene Palme gewonnen hat. Wollte man es sich einfach machen, könnte man das einfach umdrehen und fragen, ob mit der Flut von Hetero-Liebesfilmen, die Jahr für Jahr auf den Markt geworfen werden, etwa homosexuelle Liebe abgewertet werden soll. Aber es reicht aus, Kechiches Aussagen über den Film aufmerksam zu lesen, um zu erkennen, das die Homosexualität gar nicht im Mittelpunkt des Filmes steht, zumindest für den Regisseur: Weiterlesen
Mit der Möse sieht man besser
27 MaiNach diesem Motto scheint man bei Random House zu verfahren, glaubt man der amerikanischen Autorin Deborah Copaken Kogan, die unter dem Titel “Lasst uns über Sexismus reden” in der WELT schreibt:
Das vom Verlag entworfene Cover zeigt vor pinkfarbenem Hintergrund einen cartoonartigen nackten Torso, dessen Genitalien von einer Kamera bedeckt werden. Ich erkläre ihnen, dass sich normalerweise mein Auge hinter der Kamera befindet, nicht meine Vagina. Gott sei Dank gewinne ich den Kampf ums Cover. Aber nur, indem ich einwillige, das Foto selbst zu machen. Umsonst.
Dieses Beispiel überzeugte mich deutlich mehr von sexistischen Praktiken im Literaturbusiness als die Klage von Kogan über die Ungleichheit im Rezensionsbetrieb: Weiterlesen
Grün, links – und zuweilen schwul
12 JanNachdem Romanautor Akif Pirincci bei mir bereits ein leichtes Befremden wegen seines Romans “SLAM” ausgelöst hat, muss ich erneut verwundert den Kopf schütteln und angesichts eines recht guten Beitrages zur Integrationsdebatte verwundert ausrufen: “Was will er uns denn jetzt damit sagen?”
Unschöne schwule Welt
5 DezAkif Pirincci (“Felidae”) hat mit “SLAM” einen Roman verfasst, den ich nach bloßer Lektüre der Inhaltsangabe als absoluten Schrott bezeichnen möchte. Warum? Nun, darum:
Im 27. Jahrhundert herrschen auf der Erde paradiesische Zustände: Die Weltbevölkerung ist auf zwei Milliarden Einwohner geschrumpft, Krieg und Gewalt kennt man nur aus verstaubten historischen Dokumenten, der Wohlstand ist atemberaubend, die Menschen arbeiten eigentlich nur noch, weil es ihnen sonst langweilig ist, mittels bahnbrechender Durchbrüche in der Medizin kann jeder bei guter Gesundheit bis zu 200 Jahre alt werden.
Und diese Welt ist lückenlos islamisch! Weiterlesen
Schwule Bücher – irgendwo?
21 OktVor kurzem sinnierte ein entfernter Bekannter, die Zeit des klassischen Buches sei vorbei; E-Books, das wäre die Zukunft. Ich habe nur gelacht und 1.000.000 Euro dagegen gewettet. E-Books sind im Kommen, aber sie sind kein Ersatz für Bücher; sie sind eine Ergänzung.
Für mich müssen Bücher aus Papier bestehen, ich muss sie umblättern können, sie aufschlagen können ohne erst einen Knopf zu drücken, sie stundenlang lesen können, ohne dass mir die Augen wehtun oder ich mir Sorgen um die Energieversorgung machen muss. Ich brauche in meiner Wohnung mindestens einen Schrank voll mit Büchern, und Menschen, die so etwas nicht haben – die also nicht lesen -, werde ich niemals mit mehr als einem flüchtiges “Hallo” bedenken.
Doch was soll man eigentlich lesen? Weiterlesen
Naidoo dreht ab
25 SepWer ist Xavier Naidoo? Wer ist Kool Savas? Von ersterem habe ich nur dieses furchtbar schlechte Lied “Und wenn ein Lied” in Erinnerung, das sich, vorgetragen von Naidoo mit seiner knarzenden Stimme, durchs Gehirn frisst wie eine rostige Kreissäge. Savas kenne ich nicht, aber er ist wohl ein Rapper und somit für mich eh uninteressant.
Beide, Naidoo und Savas, haben jetzt eine neue CD herausgebracht, in der Sie Ihre “Qualitäten” in mindestens einem Song offenlegen, der nicht nur dem “Welt”-Redakteur Harald Peters sauer aufstößt: Weiterlesen
Warum Prostitution nicht sexy ist
22 AugCarolin Emcke: Wie wir begehren Schon wieder die? Ja, schon wieder. Das Buch, das mir ein fommer und nach eigenen Angaben konservativer Freund geschenkt hat, beeindruckt mich mit jeder Seite mehr, so dass ich innerhalb von 48 Stunden zum 3. Mal darüber schreibe. Ich will noch ein Zitat daraus vorstellen. Dieses Mal keine Weisheit, sondern Emckes ganz persönliche Begründung, warum sie, lesbisch, Prostituierte nicht als Objekte der Begierde wahrnehmen kann. Das finde ich spannend, weil ich überindividuelle Gründe gegen die Prostitution oft nicht nachvollziehbar, die Idealisierung, die manche darum betreiben, ab und zu aber auch befremdlich finde. Emcke also schreibt: Weiterlesen

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