Archiv für die Kategorie ‘Wissenschaft’

Eliminierung der Diskriminierung durch Eliminierung der Homosexualität

27. Juli 2008

Heterosexualität definiert sich im Grunde genommen einfach nur dadurch, dass man sich in gegengeschlechtliche Menschen verliebt und auf deren sexuelle Schlüsselreize besonders abfährt. Für einige ist Heterosexualität jedoch deutlich mehr, nämlich quasi die Eigenschaft eines Herrenmenschen, welcher sich darüberhinaus genötigt sieht, in narzistischer Arroganz jeden abzuwatschen, dessen sexuelle Orientierung ein wenig anders aussieht. Dr. med. Jakob Gysel, Dr. med. Ulrich Juzi, Dr. med. Hans Kuhn, und Walter Gasser gehören zweifellos zu dieser Kategorie stolzer Heterosexueller und nehmen für sich in Anspruch, die Welt endlich schonungslos über die Mythen der Homosexualität aufzuklären. Neuer Wein in alten Schläuchen? Nun ja, Abwasser in Bleirohren trifft es wohl eher:

Der Mythos: Einmal schwul - immer schwul. Eine Änderungsmöglichkeit gebe es nicht (more…)

Kreationisten lächerlich gemacht

21. Juli 2008

Evangelikale halten die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) für den Hort des Bösen, da sie nicht so bibeltreu wie man selbst ist. Ganz folgerichtig hat daher jetzt die Partei Bibeltreuer Christen (PBC), wie die evangelikale Nachrichtenagentur idea meldet, der EKD vorgeworfen, (more…)

Katholisch, ideologiefrei, dubios

16. Juli 2008

Gegen einen Grazer Psychiater wird ermittelt, nachdem er

psychisch Kranken unerlaubt große Mengen Blut abgenommen und dubiose ‘Studien’ betrieben haben

soll. Der Mann ist für GayWest-Leser kein Unbekannter:

Im Herbst 2007 hatte es einige Aufregung um den Psychiater gegeben, der Veranstaltungsleiter des Kongresses “Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie” in Graz war. Im Zuge der Veranstaltung hätte u.a. auch Markus Hoffmann von der Gruppe “Wüstenstrom” zwei Workshops halten sollen. Die Gruppe hält Homosexualität für “veränderbar” durch Therapie.

Der nunmehr erneut ins Zwielicht geratene Mediziner hatte damals eine “ideologiefreie Diskussion” über die Möglichkeit, Schwule zu heilen, gefordert. Möglicherweise hat er es jetzt mit der Ideologiefreiheit in der Praxis endgültig übertrieben.

Mehr über den umstrittenen Kongress gibt es hier, hier, hier und hier zu lesen.

Adolfine: War doch alles gar nicht so gemeint…

12. Juli 2008

Weibliche Homosexuelle sind oft durch grausame und lieblose Väter geprägt und blockiert und sind deshalb außerstande, sich auf das Risiko einer intimen Beziehung zu einem Mann einzulassen.

So steht es in einer Diplomarbeit, deren Verfasserin sich nachträglich mitzuteilen bemüht sieht, (more…)

Wahrscheinlichkeitsforschung und Homosexualität

9. Juli 2008

Wer fragt, wie Homosexualität erklärt werden kann, sorgt oft für hitzige Debatten. Die Süddeutsche macht jetzt vor, wie man sich dem Thema ohne Vorurteile nähern kann. Schließlich kann sich der Wunsch, Homosexualität auszumerzen, keineswegs auf “die Natur” berufen: (more…)

Fußballer und Fans - vereinsamt, impotent und schwul

29. Juni 2008

Die böse Moderne hat wieder zugeschlagen. Sie, und nur sie, ist nämlich verantwortlich dafür, dass Menschen doch tatsächlich Freude am Fußball haben. Findet zumindest Prof. Dr. Gerhard Vinnai, analytischer Sozialpsychologe der Uni Bremen.

Der Fußballkult eignet sich dazu, fehlende lebenswichtige Realität zu ersetzen. Etwa: Bei einem Zerfall des Sozialen und einer Atomisierung der Gesellschaft können sich Menschen als Masse im Stadion oder vor der Public Viewing-Leinwand der Illusion einer Gemeinschaft hingeben. Damit liefert das Fußballereignis “einen fragwürdigen Ersatz für wirklichen, durch gemeinsame solidarische Anstrengung erzeugten sozialen Zusammenhalt”

Und es kommt noch doller:

Auch der Fußballprofi selbst, in seiner sexuellen Entwicklung häufig gehemmt, realisiert u.U. einen Lebensersatz. “Der Fußball als Sport unter Männern lebt von einer ausgeprägten latenten Homosexualität. Hier ´treiben´ es Männer mit Männern, die sich, nachdem sie beim Torschuss anderen Männern ihre Potenz bewiesen haben, lustvoll aufeinander werfen. Für ´echte´ Fans kommt der Fußball auf den Hund, wenn zuviele Frauen im Stadion sind. Zugleich müssen die homosexuellen Elemente dieses Treibens streng tabuisiert werden. Ein offen homosexueller Fußballspieler jagt seinen Mitspielern Angst ein, weil er diese Tabus infrage stellt.

Na also, da hat man doch endlich etwas, was man allen Fußballfreunden voll fröhlich an den Latz knallen kann: Ihr seid alles vereinsamte sexuelle Krüppel, voll verschwuchtelt und kriegt in Anwesenheit von Frauen keinen hoch.

Zur anschließenden Bezahlung seiner Krankenhausrechnung wende man sich bitte vertrauensvoll an Prof. Dr. Vinnai.

Schwule Münzen und die Wissenschaft vom Fußball

23. Juni 2008

Leseempfehlung - The Gay Dissenter über eine fragwürdige Umfrage zum Thema Schwule und Fußball.

Das Design der Umfrage klingt eher nach Tische rücken als nach seriöser Wissenschaft:

Forscher der Justus-Liebig-Universität in Gießen wollen in einer Online-Umfrage feststellen, wie hoch der tatsächliche Anteil Schwuler im Vereinsfußball ist und wie viel Interesse Homosexuelle an dem Massensport haben. Um die nur wenige Fragen umfassende Umfrage möglichst vertraulich zu halten, bedienen sich die Forscher der Randomized-Response-Technik. Teilnehmer sind aufgefordert, vor der Beantwortung der Frage “Sind Sie homosexuell/bisexuell orientiert?” zwei Mal in Folge eine Münze zu werfen.

Doch die vermeintliche Satire ist ernst gemeint und TGD macht sich die Mühe, das Ganze gründlich auseinander zu nehmen.

Zur Sexualität verführt

22. Juni 2008

Leseempfehlung - Jan Feddersen in der taz über Ilka Quindeaus “Verführung und Begehren. Die psychoanalytische Sexualtheorie nach Freud”:

Quindeau entwirft nun ein Tableau, das, nebenbei bemerkt, mit den Befunden der Neurobiologie harmoniert: Das Sexuelle liegt im Menschen nicht einfach so geborgen, einen eigenen sexuellen Sinn hat niemand, wenn er oder sie zur Welt kommt. Das Sexuelle ist, so Quindeau, ein Akt der Verführung des hungrigen, suchenden Kinds, im dem erst durch die Pflegehandlungen der Mutter (und immer öfter: Väter) das Sehnen nach ihnen sexuell geweckt wird. Neurobiologen würden aus der Sicht ihrer Disziplin sagen: Eine Gehirnforschung kann es nicht geben, vielmehr müssen immer Gehirne ins Verhältnis gesetzt. Denn ein Gehirn für sich allein ist nicht entwicklungsfähig. Auch ein Mensch wird kein begehrendes, sexuelles Wesen, ist er nicht Teil einer körperlichen Kommunikation gewesen.

Nichts genaues weiß man ganz genau

19. Juni 2008

Was manche Menschen schwul werden lässt” ist ein Artikel auf Welt online über eine britisch-schwedische Zwillingsstudie überschrieben. Fein, denk ich mir, nachdem wir erst vor kurzem was über die Hirnstruktur homosexueller Männer erfahren haben, ist das doch mal eine willkommene Ergänzung bei der ewigen Suche nach den Ursachen unser aller Perversion. Doch dann: Enttäuschung. Einen so schlechten Bericht habe ich selten gelesen. Denn das Fazit ist geradezu lachhaft:

Doch den größten Einfluss auf die sexuelle Orientierung haben weder die Familie noch die Gene: Die persönlichen Erfahrungen, die jeder einzelne macht, lassen ihn zum gleichen oder zum entgegengesetzten Geschlecht tendieren. Zu diesen persönlichen zählen, so die Forscher Umwelteinflüsse, Traumata, Unfälle, Einflüsse vor der Geburt oder psychische Erlebnisse [Hervorhebung durch mich, Adrian].

Ich resümiere: Die Forscher haben schlichtweg keine Ahnung was die sexuelle Orientierung verursacht, machen um ihr Nichtwissen allerdings ein großes Tamtam. Wie peinlich!

Christl und Christa: Homo-Liebe auf dem Prüfstand

30. Mai 2008

Dank der unermüdlichen Missionierungsversuche eines Lesers und der von ihm hinterlassenen URL christa-meves.de/main/Irrweg.pdf bin ich auf ein Dokument mit dem Titel “Ein Irrweg fordert heraus” gestoßen. Es ist zwar nicht von der zum Katholizismus konvertierten Christa, sondern von der ebenso hetero-extremistischen evangelikalen Christl, aber das soll uns nicht daran hindern, wesentliche Gedanken des Textes zu sezieren. Vonholdts Fragestellung

Was ist (eigentlich) Homosexualität?

beantwortet sie anhand von drei Mythen die die öffentliche Meinung über Homosexualität beherrschen: (more…)