Seminar Nummer 4: Meinungsfreiheit und Moral

31. Juli 2008 by Adrian

Das Recht auf Meinungsfreiheit bedeutet, dass es von staatlicher Seite keinerlei Bestrebungen gibt, Meinungen, ob in schriftlicher oder mündlicher Form, zu zensieren, zu unterdrücken oder mit Strafe zu belegen. Es bedeutet nicht, dass man mit jeder Meinung einverstanden sein muss, nicht, dass man Meinungen nicht kritisieren darf, nicht, dass jede Meinung gleich richtig oder wertvoll ist und ganz bestimmt nicht, dass man alles dahersagen muss, was einem gerade in den Sinn kommt.

Der britische Schwulenrechtler Peter Tatchell hat Politikern in Belfast vorgeworfen, eine “Kultur der Homophobie” zu begünstigen und bezog sich dabei vor allem auf die Äußerungen der hiesigen Politikerin und “First Lady” Nordirlands, Iris Robinson. Mrs. Robinson macht im Königreich desöfteren Schlagzeilen, weil sie es für ihre von Gott diktierte Pflicht hält, Schwule als “Abscheulichkeit” zu bezeichnen und ihnen durch eine Therapie zu helfen. Darüberhinaus ist sie sich des fundamentalen Unterschieds zwischen Homosexualität und Pädophilie nicht im Klaren. Den Rest des Beitrags lesen »

Hut ab vor Fady Maalouf

31. Juli 2008 by Damien

Nachdem sich Fady Maalouf vor kurzem bereits als Vorbild für Schwule empfohlen hat, die keinen Wert darauf legen, zwangsweise ihr Privatleben in der Öffentlichkeit auszubreiten, äußert er sich nun ähnlich klar zum Thema Migration und was man daraus machen kann:

Ich glaube, Deutschland hat vielen Menschen Chancen gegeben und sie haben sie nicht genutzt. Ich treffe Menschen, die seit zwanzig Jahren hier leben und kein Deutsch sprechen. Viele haben eine Arbeitserlaubnis, aber wollen nicht arbeiten und leben von Sozialhilfe. Das geht nicht. Ich kann schon verstehen, wenn der deutsche Staat solche Einwanderer nicht haben will.

Der Iran ist die Vorhut der Arbeiterklasse

31. Juli 2008 by Adrian

Wenn der Trottel aus Teheran spricht, bekommen antiimperialistische Linke, antiwestliche Intellektuelle und kulturkonservative Reaktionäre jeglicher Couleur gleichermaßen feuchte Höschen. Doch was genau macht den Iran eigentlich so sexy? Sicher, Antisemiten finden das Land toll, weil dieses sich den Antizionismus ganz oben auf die politische Agenda gesetzt hat. Frauenfeinde sind begeistert davon, dass das weibliche Geschlecht auf den Status einer minderwertigen reproduktiven Maschine reduziert ist. Schwulenhassern geht einer ab, wenn die nicht existenten Homosexellen des Landes an Baukränen baumeln. Kulturkonservative begeistern sich für die traditionellen Werte des Landes. Und die gute alte Linke? Berauscht sich an Sätzen wie diesen:

Iran’s president is blaming the United States and other “`big powers” for AIDS, nuclear proliferation, and other global ills, and accusing them of exploiting the United Nations and other organizations for their own gain and the developing world’s loss. […]

“The big powers are going down,” Ahmadinejad told foreign ministers of the Non-Aligned Movement meeting in Tehran. “They have come to the end of their power, and the world is on the verge of entering a new, promising era.” […]

“The rich and powerful countries continue to exercise an inordinate influence in determining the nature and direction of international relations, including economic and trade relations, as well as rules governing these relations, many of which are at the expense of developing countries,”

Und solch antiwestliche Rhetorik entschuldigt alles andere. Denn wenn es um den Kampf gegen den Ami geht, müssen Frauen, Homos und andere „Nebenwidersprüche“ eben ein wenig zurückstecken. Zumal in unseren Gesellschaften kapitalistischer Verwertungslogik, wo BH und Homo-Ehe weitaus repressiver sind als alles, was man im Iran zu erleiden hat…

Homophobe Moslems: Opfer oder willige Vollstrecker?

30. Juli 2008 by Damien

Bisher dachte ich, Michael Lucas würde die für Schwule überlebensnotwendige Kritik am Islam so pointiert auf den Punkt bringen wie sonst keiner. Jetzt hat mich der Gay Dissenter eines Besseren belehrt. Nachdem Lucas in einem Interwiew auf die Frage:

Du bist jüdischer Abstammung. Ist dass der Grund, warum du Arabern mit so offenkundigem Hass begegnest?

geantwortet hatte:

Ich habe nie das Wort Araber benutzt, weder in meinen Interviews noch in meinem Blog. Ich rede nicht von “den Arabern”, sondern immer vom Islam, der meiner Meinung nach eine äußerst üble Religion ist. Der Islam unterdrückt alle anderen Meinungen außer der eigen[en], er hält eine Milliarde Menschen auf diesem Planeten vom gesellschaftlichen Fortschritt fern und lässt sie in einer mittelalterlichen Denkweise verharren. Das Problem sind nicht die Menschen, die dem Islam anhängen. Diese Menschen sind Opfer. Das Problem ist die islamische Ideologie, insbesondere ihr Ursprung, der Koran.

widerspricht der Gay Dissenter,

denn die Menschen, die dem Islam anhängen, sind keineswegs Opfer, sie sind Täter. Den Rest des Beitrags lesen »

Lasst Ernie und Bert endlich in Ruhe!

30. Juli 2008 by Adrian

Um mal was klarzustellen: Nicht jeder Mann, der mit einem anderen Mann in einer WG zusammenwohnt, ist schwul. Und was heißt hier überhaupt “Mann”? Wir reden bei Ernie und Bert von Handpuppen aus dem Kinderfernsehen. Das krampfhafte Bemühen, den beiden Dussels aus der Sesamstraße eine wie auch immer geartete Sexualität anzudichten, hat seinen unterhaltsamen Höhepunkt schon lange überschritten. Lasst Ernie und Bert endlich in Ruhe!

CSU Augsburg: Voll schwul!

30. Juli 2008 by Damien

Während sich Homos in Stuttgart noch grämten, dass beim diesjährigen CSD kein Grusswort eines hochrangigen CDU-Vertreters zu verzeichnen war, hatte in Augsburg längst Kurt Gribl die Schirmherrschaft des örtlichen CSD übernommen. Gribl ist OB für die CSU und bezeichnete den Kampf für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben als Bestandteil bester Augsburger Tradtion wie Moderne:

Augsburgs OB Kurt Gribl betonte in seinem Grußwort, dass das Streben nach Frieden und Akzeptanz sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Stadt ziehe und das moderne Stadtbild präge.

„Wir wollen eine weltoffene, moderne Großstadt sein und dieser Tag will dazu beitragen, die Kultur von Schwulen und Lesben darzustellen und das Bewusstsein zu fördern, nicht unerwünschte Minderheit, sondern angenommener Teil des Ganzen zu sein.“, so der OB.

Wenn er jetzt noch “Kulturen” gesagt hätte, gebe es nix mehr zu meckern. Ein Grund mehr, CSU zu wählen.

Homo-Aufläufe schmecken nicht jedem

29. Juli 2008 by Adrian

Am Wochenende konnte die “Neckar-Metropole” Stuttgart ein Ereignis der ganz besonderen Art erleben. Denn die Gemeindemitglieder der hiesigen lefebvristischen Kirche St. Mariae-Himmelfahrt hatten sich aufgemacht, um öffentlich gegen ein Ereignis zu demonstrieren, dass ihrer Meinung nach zum Himmel stinkt: einen “Homo-Auflauf”.

Die Gruppe von Gläubigen versammelte sich auf dem Marienplatz mit Transparenten und betete vor einem Kreuz den Rosenkranz.

Und nicht nur das. In alter lefebvristischer Tradition wurden auch Transparente gemalt, die auf vortrefflichste Weise die Liebe zur Geltung brachten, die die Gläubigen gegenüber den “armen Sündern” empfinden. “Achtet Gottes Gebote”, “Rettet Kinder vor Perversion”, “Aids Geissel der Unzucht” oder “Sünde macht nicht glücklich” konnte man da lesen. Den Rest des Beitrags lesen »

Walkingophobie

29. Juli 2008 by Adrian

Rein von meinem subjektiven Standpunkt her ist das Gehen eine Sportart, die wirklich extrem dämlich aussieht. Aber taugt dieser Sport auch zum Politikum? Offenbar schon. Denn ein neuer britischer Spot über den Süßwarenriegel Snickers hat die Wellen der Emotionen in den USA hochschlagen lassen. Die dortige LGBT-Gruppe Human Rights Campaign beanstandete die Snickers-Werbung kurzerhand als homophob. Mit Erfolg. Die Firma Mars Inc. nahm den Spot eiligst vom Markt.

Und die Folge des Ganzen? Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich unschlüssig, ob etwas als homophob deklariertes tatsächlich homophob ist oder nicht. Beleidigend gegenüber allen Gehern ist der Spot allerdings in jedem Fall.

Hier das Corpus Delicti:

Eurocreme - Schwule Prosa einmal anders

29. Juli 2008 by Adrian

Ein alter Insiderspruch der Homoszene geht so: “Schwulenfilme sind scheiße! Aber solange sich die Rechtslage nicht ändert müssen wir so tun, als ob uns diese gefallen.”

Doch nicht alles was von Schwulen medial fabriziert wird, muss schlecht sein. Man schaue sich nur einmal die hinreißende Prosa des Pornostars Johan Volny an:

Mein Geld verdiene ich seit einiger Zeit vor allem damit, dass ich problemzonenfrei für das Pornolabel Eurocreme vor der Kamera Kerle beglücke. Ja, problemzonenfrei, das ist wichtig. Denn das harte Studiolicht, wenn ich Glück habe, dann das warme Licht am Strand unter freiem Himmel, ist unerbittlich. Ein Drehtag kann endlos sein, manche (Ein-) Stellungen müssen mehrmals wiederholt werden, da ist es wenig schmeichelhaft, wenn der Maskenbildner mit seinem Schweißabtupfwahn dafür sorgt, dass das Hüftgold in Wallung gerät. Und da mein Lieblingsdrehpartner Julian Breeze dazu neigt genau dahin zu kneifen, wo es schwabbelt, habe ich der Bauchpartie ein Friedensangebot gemacht. Sie bleibt wie sie ist und zieht sich vielleicht noch etwas zurück, dafür stärke ich sie mit spezieller Bauchgymnastik aus den diversen Frauenmagazinen, probiere edle Bodylotions aus („strafft und bräunt!”) und esse gesunde Dinge, um sie von innen heraus zu verwöhnen. Die Rechnung geht auf, meine Szenen der letzten Jahre kann ich ohne Probleme kritischen Freunden vorführen. Und einige Übungen machen sogar richtig Spaß, seitlich auf dem Bett liegend die Beine spreizen etwa. Das strafft die Seitenpartie, verhindert „Love handles” und entspannt den Beckenboden. Kann ich nur jedem empfehlen - und ist einfacher als stupide Sit-ups. Das super Rundum-Paket: Ein entspannter Hintern ist Gold wert und mein Gatte sieht mir dabei auch gerne zu…

Für das Recht auf 175?

28. Juli 2008 by Damien

Tayyeb Karimi und Yazdan droht die Hinrichtung durch einen „Stoß aus großer Höhe“ oder von einer „Klippe“ (partab az bolandi). Man befand sie der Entführung, Vergewaltigung und des Diebstahls für schuldig, und ein Richter in Shiraz, in der Provinz Fars im Süden des Iran verurteilte sie im Mai 2007 zum Tode.

lese ich im neuen Newsletter von MERSI (Menschenrechte und Sexuelle Identität). Weiter heißt es:

Die sechs Männer waren angeklagt, zwei junge Männer aus der Stadt Arsanjan im Osten von Shiraz entführt zu haben, die sie dann drangsalierten und beraubten, ehe sie sie dem Vernehmen nach auch vergewaltigten .

An dieser Stelle frage ich mich, weshalb sich mit diesem Fall ein Verein beschäftigt, der sich mit “Menschenrechten und sexueller Identität” beschäftigt. Um welches Menschenrecht von Schwulen geht es hier? Um das Recht auf Vergewaltigung? Den Rest des Beitrags lesen »