Schlagwort-Archiv: Homosexualität als Defizit

позо́р!

12 Jun

Nun hat man es doch geschafft: Homosexualität wird in Russland künftig wieder strafbar sein:

Das nationale Parlament hat am Dienstag einerseits einen Paragrafen verabschiedet, der die Verbreitung von Informationen über «nichttraditionelle sexuelle Beziehungen» unter Minderjährigen in der gedruckten Presse, im Fernsehen, im Radio sowie im Internet mit Ordnungsbussen bestraft. Andererseits können künftig die Verletzung und Beleidigung religiöser Überzeugungen und Gefühle strafrechtlich geahndet werden. Es drohen Geldstrafen und bis zu drei Jahre Haft. Die Ratifizierung durch den Föderationsrat und Präsident Putin gilt als gewiss.

De facto bedeutet das neue Gesetz nichts anderes, als jegliche Information über Homosexualität zu verbieten und somit die Existenz homosexueller Menschen zu negieren. Weiterlesen 

“BILD”liche Propaganda

5 Jun

Die “BILD” ist das wahrscheinlich einflussreichste Medium des Landes – ob man das nun wahrhaben will, oder nicht. Mit seinenThemen erreicht das Boulevardblatt täglich Millionen von Lesern – entweder direkt – oder indirekt, durch Klatsch und Tratsch auf dem Bau und im Büro.

Und eben jene Millionen Bundesbürger durften am vorgestrigen 3. Juni erfahren, dass das Bundesland Sachsen etwas wahrhaft Skandalöses vorhat:

Die Linke will per Gesetz durchsetzen, dass Kindern bereits in der Grundschule „sexuelles Leben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen“ vermittelt wird.

Ausgedacht hat sich das Cornelia Falken (56), die bildungspolitische Sprecherin der Linken. Sie sagt: „Die bisherige Vermittlung des Rollenbildes von Mann und Frau ist rückschrittlich.“

Nun gut, über letzteren Satz könnte man streiten. Weiterlesen 

Das runde Dutzend

15 Mai

In letzter Zeit muss ich desöfteren schmunzeln, wenn ich die übliche Äußerung vernehme, wie rückständig und konservativ die Amerikaner doch seien, zumal im Vergleich zu Europa. Dabei kommen weder wir noch die Wikipedia mit dem Aktualisieren unseres Kartenmaterials hinterher. Denn mit Delaware und Minnesota haben nun 12 Bundesstaaten der USA die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.

Und was tut sich auf dem “alten Kontinent”? Die Proteste gegen die Eheöffnung in Frankreich dauern an, Deutschland verharrt beim Lebenspartnerschaftsgesetz und in Russland hat man die Intention der Gesetze gegen “homosexuelle Propaganda” richtig verstanden: dort werden Schwule nämlich mittlerweile zu Tode gefoltert.

Kaiser ohne Kleider

3 Mai

Gespräche zwischen Religionsvertretern sind oftmals seltsam, manchmal erheiternd, zuweilen lehrreich, selten jedoch uninteressant. Als Quasi-Ungläubiger, der sich zwar einen Gott vorstellen kann, die Existenz eines Gottes aber für belanglos zur Beantwortung moralischer Fragen hält, lese ich desöfteren mit Staunen, wie die Beteiligten einer theologischen Diskussion versuchen, zwischen dem eigenen moralischen Kompass und einer jahrhundertealten biblischen Überlieferung einen Mittelweg zu finden, dem man logisch gerade noch so begründen kann.

Das Gespräch mit dem Rabbi Abraham Skorka und dem ehemaligen Kardinal und heutigem Papst Franziskus, Jorge Bergoglio, ist dafür ein gutes Beispiel. Entnommen wurde es dem Buch “Über Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im Gespräch mit dem Rabbiner Abraham Skorka”. Die “Welt” hat Auszüge aus diesem Buch veröffentlicht. Kernthemen sind hierbei die Rolle der Frau, Homosexualität, Abtreibung und Ehe. Weiterlesen 

Xavier, quelle mouche t’a piqué?

30 Apr

Xavier BongibaultFrankreichs Gegner der Homo-Ehe haben neben Frigide Barjot eine weitere Gallionsfigur, die beim näheren Hinsehen noch ein wenig bizarrer ist als die streitbare Dame selbst. Es handelt sich hierbei nämlich um einen attraktiven jungen Mann, der selber schwul ist. Sein Name ist  Xavier Bongibault. Für die Gegner von Homo-Ehe und Adoptionsrecht ist er nicht weniger als ein “Gottesgeschenk”, denn ein Schwuler in den eigenen Reihen ist doch sicher ein Beleg dafür, dass die Bewegung nun wahrlich nicht homophob sein kann. Oder?

Nun, wahrlich nicht! Denn ebenso wie es rassistische Schwarze, antisemitische Juden und sexistische Frauen gibt, kann ein Schwuler sehr wohl homophob sein. Doch trifft dies auch auf Bongibault zu? Es ist nicht ganz leicht, dies einzuschätzen, zumal wenn man der französischen Sprache nicht mächtig ist und deshalb auf übersetze Zitate zurückgreifen muss. Überdies ist es äußerst schwer, einem Menschen mit hübschen Gesicht böse Motive zu unterstellen. Doch lassen wir persönliche Vorlieben einmal beiseite und schauen uns die Überzeugungen des jungen Xavier einmal etwas genauer an: Weiterlesen 

Der Homo ist kein Mensch

29 Apr

Erinnert sich noch jemand daran, wie die Gegner der Homo-Ehe in Frankreich postulieren, natürlich nichts gegen Schwule und Lesben zu haben? Dass diese Verlautbarung Kokolores ist, war eigentlich von Anfang an klar. “Frigide Barjot”, die Wortführerin der Bewegung, die den Befürwortern der Homo-Ehe bereits den Bürgerkrieg angedroht hatte, hat nun noch einen draufgelegt:

Anti-Homosexuellen-Ehe-Aktivistin [Frigide] Barjot sagt: “Sie beobachten uns jetzt seit sechs Monaten. Da können Sie doch aufhören, überrascht zu sein. Sie können auch sehen, dass wir weder gewaltätig noch homophob sind. Es ist vielmehr der spontane Ausdruck von Menschen, die sagen: Weiterlesen 

Fuck La France!

22 Apr

Frankreich ist in aller Welt als das Land der Leichtigkeit bekannt, Paris als die Stadt der Lichter und der Liebe. Und nun das: Seit Wochen eskalieren die Proteste gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe und des Rechtes auf Adoption für homosexuelle Paare:

Es sind nicht nur die überwiegend konservativ-katholischen Bürger, die unter dem Motto „Papa und Mama – es gibt nichts Besseres für ein Kind“ zu Zehntausenden auf die Straße gehen. Rechtsextreme Gruppen haben sich hinzugesellt. Ermutigt durch den seit Monaten ungebrochenen Massenprotest gegen die Homo-Ehe, lassen sie ihren homophoben Neigungen freien Lauf, machen Jagd auf Homosexuelle. Weiterlesen 

Die Lust am Krieg

15 Apr

Nachdem der französische Senat erwartungsgemäß der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe nebst Adoptionsrecht zugestimmt hat, fangen die Gegner des Gesetzes an, ihre Contenance zu verlieren. Ein Symptom ist dabei die steigende Zahl homophober Gewalttaten, wie etwa an dem Niederländer Wilfred de Bruijn, der in Paris zusammengeschlagen wurde, weil er mit seinem Freund Arm in Arm spazieren gegangen ist.

Die Protagonisten der Opposition gegen die Homo-Ehe distanzieren sich zwar von dem Vorfall, doch wirken ihre Verlautbarungen reichlich hohl, zumal angesichts der Äußerungen, die das Aushängeschild des französischen Protestes gegen die Öffnung der Ehe und Adoption – eine Frau mit dem bezeichnenden Kunstnamen “Frigide Barjot” – getätigt hat: Weiterlesen 

Erdbeereis für junge Rechte

14 Apr

Die politische, kulturkonservative Rechte hat den Kampf um die Deutungshoheit der Homosexualität verloren. Ihr Bemühen, Homosexualität als krankhaft, abnormal und zerstörerisch für die Gesellschaft zu zeichnen,  hat schwere Rückschläge hinnehmen müssen. Waren sie vor einigen Jahrzehnten noch die größten Verfechter der Strafbarkeit (männlicher) Homosexualität, geben sie sich heute offiziell froh, dass Homosexualität kein gesellschaftlicher Skandal mehr ist. Die Opposition gegen Homo-Ehe und Adoptionsrecht gleicht mittlerweile verzweifelten Rückzugsgefechten. Argumentation ist kaum noch vorhanden. Wie auch? Das was bisher an “Argumenten” hervorgebracht wurde, war nichts anderes als unverhülltes Ressentiment, etwas, das zu äußern immer peinlicher wird, da homosexuelle Menschen nicht mehr bloße Abstraktionsfläche sind, sondern man um ihre Existenz als lebende, atmende Menschen nicht mehr herumkommt.

Thorsten Hinz liefert in der “Jungen Freiheit” ein eindrucksvolles Beispiel für ein solches Rückzugsgefecht. Zunächst selbstredend die Versicherung, dass niemand etwas gegen homosexuelle Menschen habe: Weiterlesen 

Moral, Ethik – irgendwo?

29 Mär

Nein, die Katholische Kirche hat nichts gegen Homosexuelle. Nur gegen Homosexualität. Sie liebt uns trotzdem. So die Theorie.

In die Praxis übertragen, läuft diese Theorie aber dann eher auf so was hinaus:

Mit der Begründung “Wir können in Argentinien keine Schwuchteln dulden, wenn wir einen argentinischen Papst haben” wurde ein junges Homo-Paar verprügelt [...] Weiterlesen 

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