Tag Archives: Republikaner (USA)

USA! USA!

16 Nov

Die Wahlen in den Vereinigten Staaten sind Geschichte. Geschichte ist auch die deutsche Wahlberichterstattung, die dieses Mal wirklich exzessiv ausgefallen ist. Exzessiv und töricht, denn wir üblich haben unsere Qualitätsmedien unter Beweis gestellt, wie uninformiert sie sind und dass ihre Agenda nicht in der Information sondern in der Meinungsbildung besteht. Tatsache ist, dass die englische Wikipedia seriöser und informativer ist, als alles was man an deutscher Wahlberichterstatung vernehmen mustse.

Auffallend, wie oft man sich das Statement anhören musste, wir “zerrissen” die USA doch seien, so als wäre es ein Makel, dass die Entscheidung zur Präsidentschaftswahl äußerst knapp ausgefallen sei. Natürlich sind die USA “zerrissen”. Weiterlesen

Sexuelle Revolution in South Carolina

22 Jan

Die republikanischen Anhänger im Bundesstaat South Carolina haben entschieden, dass es an der Zeit ist, mit überkommenen Vorstellungen von der Heiligkeit und der biblischen Unantastbarkeit der Ehe Schluss zu machen. Deshalb haben sie Newt Gingrich zum Favoriten um das Präsidentenamt gekürt – einem ausgewisenen Ehebrecher und Anhänger offener Beziehungen.

Wenn das so weitergeht, wird aus South Carolina noch ein zweites San Francisco…

Warum die Homo-Ehe in den Sozialismus führt

26 Sep

Meine Güte, King, Sie haben wohl gar nichts verstanden:

Der Republikaner Steve King erklärte in einem Interview, dass er die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ablehne, weil das eine sozialistische Idee sei.

Um mal ganz weit auszuholen, nein, olle Karl und Friedrich waren nicht so warme Brüder. Ganz im Gegenteil schrieb Engels an Marx:

Das ist ja ein ganz kurioser Urning, den Du mir da geschickt hast. Das sind ja äußerst widernatürliche Enthüllungen.

Mehr noch, die sozialistischen Granden hatten ganz privat Angst um ihren Arsch: Weiterlesen

Demokraten unter sich

7 Mär

Nicht nur Ed Koch hat Recht, auch dem kalifornischen Justizminister Jerry Brown ist zuzustimmen, wenn er

die Situation Homosexueller mit der von Schwarzen in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts

vergleicht, genauer gesagt

den Volksentscheid Proposition 8, in dem die kalifornische Bevölkerung im November letzten Jahres die Schwulen und Lesben die Eherechte entzog (queer.de berichtete) mit einem Volksentscheid aus dem Jahr 1964. Damals stimmten 65 Prozent der Kalifornier für Proposition 14, die es Hausbesitzern unter anderem erlaubte, schwarze Mieter wegen deren Hautfarbe abzulehnen. Sowohl der kalifornische als auch der amerikanische Supreme Court erklärten das Referendum später für ungültig, da es die Rechte einer Minderheit beschneide.

Seine Begründung:

“Als kalifornischer Justizminister denke ich, dass Proposition 8 niedergeschmettert werden muss, weil sie verfassungswidrig gleichgeschlechtlichen Paaren das Grundrecht auf Ehe entzieht.” Dieses ist in der kalifornischen Verfassung festgeschrieben. Grundrechte, so Brown, könnten nicht durch eine einfache Mehrheit abgeschafft werden, “egal ob es 52 Prozent Zustimmung gab wie bei Proposition 8 oder 65 Prozent wie bei Proposition 14″.

Aber nicht nur Demokraten outen sich als Gegner von Proposition 8:

Auch unter den in Kalifornien als äußerst konservativ geltenden Republikanern gibt es immer mehr Stimmen, gleichgeschlechtliche Ehen zuzulassen. Neben Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterstützt etwa auch Jerry Sanders, der Bürgermeister von San Diego, die Homo-Ehe. Er galt bis 2007 noch als erbitterter Gegner von Homo-Rechten. Grund war das Coming-out seiner Tochter, die ihre Freundin heiraten wollte.

Und was fällt dem gemeinen queer.de-Leser mit dem bezeichnenden Namen “dummfug” dazu ein? Die Schwulen sind die Juden von heute. Nur lesen kann er nicht, der gemeine queer.de-Leser: Weiterlesen

heute ist mir die Ehe mal nicht so wichtig

27 Feb

Michael Steele, neuer Parteichef der US-Republikaner, hat sich überraschend deutlich gegen Eingetragene Partnerschaften ausgesprochen.

Die Begründung finde ich reichlich merkwürdig:

Er antwortete auf die Frage, ob er “Civil Unions” (Eingetragene Partnerschaften) unterstützen könne: “Nein, nein, nein. Warum sollten wir das tun? Was ist los mit Ihnen, sind Sie verrückt? Nein. Warum sollen wir einen der zentralen, ewigen Werte unseres Landes kaputt machen? Schließlich kann man ja nicht einfach sagen: ‚Nun ja, heute ist mir die Ehe mal nicht so wichtig’”.

Mal abgesehen davon, dass die Frage sich offenbar gar nicht auf die Ehe bezog, sondern eben auf  “Civil Unions”;  tatsächlich, Mr. Steele, können wir nicht einfach sagen: ‚Nun ja, heute ist mir die Ehe mal nicht so wichtig’”. Eben deshalb fordern wir die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.

Und tschüs

25 Feb

Manchmal haben auch die allerkonservativsten Säcke einfach Recht. Keine Woche ist es her, da erklärte der republikanische Senator Chris Buttars,

Schwule seien “wahrscheinlich die größte Bedrohung” für Amerika und den Rest der Welt.

Damit aber nicht genug:

Schwule Aktivisten wollten eigentlich keine “Gleichheit”, sondern “Überlegenheit”,

und seien

“die gemeinsten Scheißer, die mir je begegnet sind.”

Jetzt muss er als  Vorsitzender des Rechtskomitees zurücktreten.

Die wahrscheinlich größte Bedrohung der Welt

23 Feb

Paranoia hat einen Namen:

Der Republikaner Chris Buttars erklärte in einer Fernseh-Dokumentation, Schwule seien “wahrscheinlich die größte Bedrohung” für Amerika und den Rest der Welt.

Kreativ muss man dabei nicht sein, es reicht, den selben Sermon zu verzapfen, wie andere zuvor:

Buttars setzt dabei auch Lesben und Schwule mit islamischen Fundamentalisten gleich.

Ganz wichtig ist es, sich selbst als einen der letzten Aufrechten zu halluzinieren, der von allen anderen verfolgt wird:

“Homosexualität wird immer eine sexuelle Perversion bleiben. Und wenn man das sagt, flippt jeder aus. “

Ein wenig Projektion kann auch nicht schaden:

Schwule Aktivisten wollten eigentlich keine “Gleichheit”, sondern “Überlegenheit”,

und Beleidigung geht natürlich immer:

“Sie wollen darüber sprechen, wie man nett sein soll. Aber die sind die gemeinsten Scheißer, die mir je begegnet sind.”, erklärt der Senator

der

der “West Ridge Academy” vor(steht), einem Mormonen-Umerziehungslager für Burschen, das unter dem Namen “Utah Boys Ranch” erst vor wenigen Wochen in die Schlagzeilen geraten ist: Die Zöglinge sollen dort missbraucht worden sein – körperlich und sexuell.

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