Schlagwort-Archiv: Selbstbestimmung

Mein Schwanz gehört mir! – Ein Jahr danach

9 Mai

Kein Thema hat mich im letzten Jahr so beschäftigt, wie die Debatte um frühkindliche Beschneidung bei Jungen. Beschäftigt? Sagen wir eher, geärgert. Ganze acht Beiträge hatte ich dazu  verfasst (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8) und mit jedem hat sich mein Ärger gesteigert. Wo waren wir nur hingekommen? Es wurde tatsächlich darüber diskutiert, welchen Stellenwert eine Körperverletzung an unmündigen Kindern  im Verhältnis zu einem religiösen Brauch hat. Eine glasklare Sache eigentlich, sollte man meinen – aber nein! Die Religion hat mal wieder ihre Extrawurst bekommen, ihre gesellschaftliche Macht untermauert und ein unmoralisches Prinzip verteidigt.

Ein unmoralisches Prinzip? Ja, selbstverständlich! Was anderes als unmoralisch soll es sonst sein, einem unmündigen Kleinkind ohne Not ein Körperteil zu amputieren? Was gibt es da überhaupt zu diskutieren?

Die Entscheidung des Kölner Landgerichtes, der Stein des Anst0ßes zu Debatte, hat sich am 7. Mai zum ersten Mal gejährt. Anlässlich dieses Jahrestages hat das Blog “robins urban life stories” einen fulminanten Beitrag verfasst, indem alle Argumente pro Beschneidung förmlich zerfetzt werden. Man erkennt die Wut hinter dem Beitrag, und es ist eine Wut, die ihre Berechtigung hat.

Man muss einfach wütend werden, angesichts der Tasache, dass in Deutschland nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, und dass die Geburt in eine Religionsgemeinschaft ausreicht, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung mit Füßen treten zu dürfen.

Sozen waren auch mal besser – oder?

27 Okt

Wer wissen will, was bei den Sozialdemokraten im 21. Jahrhundert falsch läuft, der sollte sich den Beitrag von Christian Soeder auf dessen Blog “Rot steht uns gut” zu Gemüte führen. Nur so viel sei vorweggenommen: Sozi zu sein, heißt heutzutage offenbar pro Körperverletzung, pro religiösen Obskurantismus und contra individuelle Selbstbestimmung zu sein.

Anderserseits argumentiert Soeder ja aus einer streng kollektivistischen, antiindividualistischen Position heraus. Und eine solche Position ist ja durchaus nicht selten “links”. Leider…

Die Wahrheit klingt nicht immer schön

23 Mai

Als Gegner einer Frauenquote hat sich Gerwald Claus-Brunner, Pirat im Berliner Abgeordnetenhaus, zu erkennen gegeben – und damit gleichzeitig ein Beispiel für sexistische Einlassungen im politischen Alltag geliefert. “die pro quote Frauen zeigen ihr wahres Gesicht und wollen lediglich auch nur Posten mit Tittenbonus”, schrieb Claus-Brunner am Montag auf Twitter.

“Tittenbonus” mag kein besonders galanter Ausruck für die Frauenquote sein, aber warum muss man immer galant sein, wenn man offensichtlichen Unsinn bekämpft? Zumal es die Befürworter der Quote ja mittlerweile geschafft haben, die Gegnerschaft hierzu als sexistisch und frauenfeindlich zu brandmarken?

Man sollte es wiederholen bis man heiser wird: Weiterlesen 

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