Sweet Home Alabama

5 Mär
Governor_George_Wallace_stands_defiant_at_the_University_of_Alabama

Gouverneur George Wallace (links) und der stellvertretende Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten, Nicholas Katzenbach, (rechts) bei ihrer Konfrontation am Eingang zur Universität von Alabama (11. Juni 1963)

Obiges Bild zeigt George Wallace, den ehemaligen Gouverneur von Alabama, wie er die Tür zur Universität des Bundesstaates blockiert, um demonstrativ gegen die Entscheidung des Obersten Bundesgerichts der Vereinigten Staaten zu protestieren, welches  die Segregation von Schwarzen und Weißen für verfassungswidrig und damit illegal erklärt hatte. Durch diese Aktion wurden Wallace und das Foto weltweit bekannt und zum Symbol eines offen rassistischen Systems.

Es ist erstaunlich, wie wenig Alabama aus seiner Vergangenheit gelernt hat. Und noch erstaunlicher ist, wie unschuldig und selbstgerecht sich die führenden politischen Eliten des Staates angesichts einer derartigen Historie generieren, wenn es um einen durchaus ähnlichen Fall geht: Weiterlesen

Reaktionäre Realität

3 Mär

Unter vielen queerbewegten Menschen gibt es den Wunschtraum, die Einteilung der Menschen in Geschlechtskategorien hinter sich zu lassen und sich eine Welt zu imaginieren, in der Geschlecht, Sexualität und sexuelle Orientierungen keine Rolle mehr spielen. Beispielhaft sei hier Marco Höne, zitiert, seines Zeichens Landesgeschäftsführer der Linkspartei in Schleswig-Holstein:

Morgen wartet nicht weniger als die Chance auf eine neue sexuelle Revolution auf uns. Es geht um die Entgrenzung der sexuellen Identitäten. Spätestens Conchita Wurst hat einer breiten Öffentlichkeit vorgelegt, dass die alten Schubladen nicht mehr passen, um Wirklichkeit abzubilden. Politisch korrekte Sprache wird zu einer immer längeren Abkürzungskette – natürlich gegendert und mit Sternchen. Wir sind dabei, die ehemals schlichten kategorischen Grenzen (Mann/Frau, Homo-/Heterosexuell) aufzutrennen und hinter uns zu lassen. Wir sprengen die Schubladen, die uns beschränken. Wie bei der Loslösung der Sexualität von der Reproduktion bietet sich die Chance auf ein ganz neues Erleben sexueller und geschlechtlicher Wirklichkeit.

Klassisch linkes Denken hat sich nicht sonderlich gewandelt. Es geht immer ums Ganze: Eine Revolution zur Umsetzung einer Utopie, zur Durchsetzung einer strahlenden Zukunft, in der dann alle Probleme gelöst sind.

Als Homo mag man dieser Utopie etwas abgewinnen können. Es ist in gewisser Weise verständlich, sein eigenes identitäres Bewusstsein als Minderheit hinter sich lassen zu wollen, indem man Identitäten an sich hinterfragt. Es ist in gewisser Weise verständlich, Sexualitäten und  Geschlechtlichkeit dekonstruieren zu wollen, weil die eigene Sexualität dann nicht mehr von der Mehrheit abweicht, sondern selbst Teil der Mehrheit wird.

Aber es wird dauerhaft nicht funktionieren. Und das aus sehr einfachen Gründen: Weiterlesen

In Vielfalt Fernsehen

21 Feb
Bundesländer für alle!

Bundesländer für alle!

Zuweilen hat man den Eindruck, die Bundesrepublik Deutschland ist kein Land, sondern ein Kasperletheater:

Gegen den geplanten neuen Staatsvertrag für das ZDF regt sich heftige Kritik seitens des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD. Laut Vorstandsfrau Henny Engels sei der mit der Reform einhergehende Ausschluss von Schwulen und Lesben “unfassbar”.

Unfassbar finde ich es eher, dass es überhaupt Staatsverträge mit Medien gibt.

Das neue Regelwerk sieht vor, dass jedes Bundesland künftig in den Fernsehrat einen Vertreter einer gesellschaftlichen Gruppe entsendet. So übernimmt Hessen die “Migranten”, Rheinland-Pfalz schickt einen Vertreter der “Menschen mit Behinderung” und Sachsen-Anhalt einen für “Heimat und Brauchtum”. Damit soll der Sender nach Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts “staatsferner” gestaltet werden.

Soso, jedes Bundesland soll also demnächst eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe in den Fernsehrat entsenden, um das ZDf “staatsferner” zu gestalten. Wäre es diesem Ziel nicht förderlicher, man privatisert das ZDF und schafft Staatsverträge und Fernsehräte ab? Weiterlesen

Hinfort mit Artikel 6!

20 Feb
Ich bin kein Freund des deutschen Grundgesetzes. Ich halte es als Verfassung für eher schlecht und eines liberalen Rechtsstaates für unwürdig. Einer der Gründe für diese Auffassung ist dabei der Artikel 6 des Grundgesetzes, und zwar vor allem der dazugehörige Absatz 1, in dem es heißt:

Die Frage die sich mir jedes Mal stellt, wenn ich diesen Satz lese, ist ein simples: “Warum?” Weiterlesen

Bitte denkt doch an die Kinder!

19 Feb

Nein, Arne Hoffmann, wer postuliert, Sexualkundeunterricht müsse besonders “sensibel mit den Grenzen von Intimität und Scham von Schülerinnen und Schülern umgehen”, argumentiert nicht homophob und argumentiert auch nicht auf einer Linie mit Birgit Kelle. Es sei denn natürlich, man ist der Meinung, dass die Erwähnung von Homo-, Trans- und Intersexualität bereits an und für sich die Scham- und Intimitätsgrenzen von Schülerinnen und Schülern verletzt, weil klassische Familie und so.

 

Kein Zweifel?

18 Feb
Was erhoffe ich vom Bildungsplan?
- Akzeptanz.
Warum trete ich für den Bildungsplan ein?
- Weil sich die Mehrheit der von mir wahrgenommenen Gegner des Bildungsplanes schwulenfeindlich artikulieren.
Kommen mir Zweifel am Bildungsplan wenn ich folgende Zeilen lese?

Weiterlesen

Der egoistische Papst

12 Feb

Während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz kritisierte [der Papst] Paare, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden. Dies sei eine “egoistische Wahl”, zitiert unter anderem der “Guardian” aus der Rede. “Eine Gesellschaft mit einer erfolgsorientierten Generation, die sich selbst nicht mit Kindern umgeben will, und für die Kinder vor allem etwas Störendes, eine Belastung, ein Risiko darstellen – das ist eine deprimierte Gesellschaft.”

Wir halten fest: Der Papst ist demnach egoistisch. Weiterlesen

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