Gleichstellung durch Konsum und Markt

3 Dez

Eine neue Studie der Pink Marketing GmbH über das „Freizeit- und Konsumverhalten schwuler Männer in Österreich“ ergab, dass Schwule im Durchschnitt ein höheres Nettoeinkommen beziehen als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen, statt Bier lieber Sekt, Champagner und Wodka bevorzugen und überhaupt sehr viel konsumfreudiger sind. Die charmante Einleitung der Studie:

Den beiden Auftraggebern geht es bei dieser Studie um das Sichtbarmachen der schwulen Kaufkraft und um das Hervorheben der wirtschaftlichen Bedeutung von Schwulen. Diese Tatsache soll künftig auch bei der gesellschaftspolitischen Arbeit für die Gleichstellung von Homosexuellen überzeugen und helfen.

Das Argument der wirtschaftlichen Bedeutung von Schwulen für eine gesellschaftliche Gleichstellung zu verwenden, ist ein äußerst sympatisches Anliegen. Die Integrationswirkung von Minderheiten in den Mainstream der Gesellschaft durch marktwirtschaftliche Mechanismen wird von vielen allerdings nicht wahrgenommen oder gar negiert. Zum Mechanismus wie der Einzelne in einer und durch die Marktwirtschaft vor Diskriminierung geschützt ist, sei noch Milton Friedman aus seinem Buch „Kapitalismus und Freiheit“ (Seite 45) zu zitieren:

Kein Brotverkäufer weiß, ob der verwendete Weizen von einem Kommunisten oder Republikaner, Konstitutionalisten oder Faschisten, von einem Farbigen oder einem Weißen angebaut wurde. Das macht deutlich: Ein unpersönlicher Markt trennt wirtschaftliche Aktivitäten von politischen Ansichten und schützt sogleich den einzelnen vor Diskriminierung infolge von Gründen, die mit seiner individuellen Produktivität nichts zu tun haben – seien diese Gründe nun mit seinen politischen Ansichten oder mit seiner Hautfarbe verbunden.

Eine Antwort zu “Gleichstellung durch Konsum und Markt”

  1. Yadgar 12. Dezember 2011 um 00:48 #

    „statt Bier lieber Sekt, Champagner und Wodka bevorzugen“

    Ach, was ein Glück, dass es nicht nur gutverdienende Klischee-Schwule gibt… ich bevorzuge z. B. Leitungswasser und Aldi-Kaffee! Und nein, auch mit 5000 Euro netto würde ich mich höchstwahrscheinlich nicht zum Edel-Alkoholiker entwickeln…

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