„Don’t Ask, Don’t Tell“ funktioniert nicht

20 Dez

Der Anfang der 90er Jahre beim amerikanischen Militär eingeführte Kompromiss, bei der Rekrutierung nicht nach der sexuellen Orientierung eines Bewerbers zu fragen (don’t ask), und zugleich zu verlangen, dass schwule und lesbische Truppenmitglieder ihre Homosexualität nicht öffentlich machen (don’t tell), erweist sich mehr und mehr als nicht praktikabel. Die Regelung wurde damals eingeführt, weil man sich zwar bewusst war, dass es Homosexuelle beim Militär gibt, die öffentliche Meinung aber nicht bereit war, dies auch anzuerkennen.

Das Quasi-Verbot für Schwule und Lesben, über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen, ist für sie weiterhin ein starker Grund, die militärische Laufbahn zu meiden. Es beruht einerseits auf der irrigen Annahme, Privatleben und Beruf ließen sich jederzeit fein säuberlich voneinander trennen, und andererseits auf althergebrachten Klischees besonders über Schwule: Sie seien zu weich fürs Kämpfen, würden ihre Kameraden sexuell belästigen etc. Trotz aller Widrigkeiten und Vorurteile wird die Zahl der in der amerikanischen Armee dienenden Lesben und Schwulen auf ungefähr 65.000 geschätzt. Und die sollen einfach unsichtbar sein? Mitnichten.

Wie nun eine Umfrage unter im Irak- und Afghanistankrieg dienenden amerikanischen Soldaten ergab, kennen fast ein Viertel der Truppenmitglieder einen Homosexuellen in der eigenen Einheit; über die Hälfte davon haben von der Person selbst die Information über deren sexuelle Orientierung erfahren. Überdies zeigt der Bericht, dass sich die Einstellungen gegenüber Schwulen und Lesben unter Militärs deutlich zum Positiven gewandelt haben: Nahezu drei Viertel der Soldaten akzeptieren ihre homosexuellen Kameraden. Welche Auswirkungen diese Studie allerdings auf „Don’t Ask, Don’t Tell“ hat, bleibt abzuwarten.

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