Wayne Besen: „Anything but Straight“

5 Mrz

Möchte man sich eingehend mit den Zielen und Methoden der Ex-Gay-Bewegung vertraut machen, bleibt einem nichts anderes übrig als sich auf dem englischsprachigen Buchmarkt umzusehen. Dies hat natürlich damit zu tun, dass jene kruden Organisationen, welche ernsthaft glauben Homosexualität „heilen“ zu können in Europa bzw. Deutschland noch kaum Fuß gefasst haben. Wüstenstrom und die Offensive junger Christen bilden hier unrühmliche Ausnahmen. In den angelsächsischen Staaten und vor allem in den USA sieht dies dagegen schon anders aus. Diverse Organisationen der religiösen Rechten offerieren dort ihre Dienste verzweifelten Schwulen und Lesben, die zumeist seit ihrer Kindheit dazu erzogen wurden, Homosexualität als sündhaft zu begreifen und denen die Vorstellung homosexuell und religiös zu sein als unmöglich erscheint.

Wayne R. Besen – in den Staaten als der Mann bekannt, der den ehemaligen Vorzeige-Ex-Schwulen John Paulk in einer Schwulenbar erwischte – hat mit Anything But Straight – Unmasking the Scandals and Lies Behind the Ex-Gay-Myth ein Buch geschrieben, welches sich kritisch mit der Ex-Gay-Bewegung auseinandersetzt. Ausgehend von der Geschichte um Paulks Enttarnung behandelt Besen die Historie dieser Organisationen, ihre Verbindungen mit christlich-konservativen Lobbygruppen, entlarvt fragwürdige Methoden und Statistiken und porträtiert einzelne Protagonisten wie Paul Cameron, Richard Cohen und Joseph Nicolosi. In einem eigenen Kapitel geht er auf die „Reparative Therapie“ ein.

Insgesamt ist das Buch überaus gelungen. Es ist, für den im Englischen vertrauten, leicht zu lesen und sorgt mit amüsanten Anekdoten dafür, dass einem dieses an sich deprimierende Thema trotz allem nicht die gute Laune verdirbt.

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