„Tod den Schwulen auf Jamaika“

10 Mai

Auf Jamaika werden Schwule und Lesben regelmäßig verfolgt, ermordet und zu Tode gehetzt. Die Karibikinsel gehört zu den für Homosexuelle gefährlichsten Plätzen der Welt.

Jamaika ist nicht das Land von Love and Peace. Für sexuelle Minderheiten ist die Insel die Hölle. Bis zu 15 Jahren Haft drohen für einfaches Händchenhalten. Homosexualität ist illegal. Politik und Kirchen behaupten, es gehe darum, urchristliche Werte zu verteidigen. Vor allem die Anhänger der Rastafari-Religion sehen Homosexualität als Hinterlassenschaft des weißen Mannes. Mit ihm sei das Böse auf die Insel gekommen und dies gelte es auszumerzen.

So, so: Homosexualität als eine der bösen Hinterlassenschaften des weißen Mannes. Offenbar begnügen sich viele Einwohner Jamaikas nicht nur damit, brutal homophob zu sein, sondern gönnen sich auch ein wenig Rassismus. Der Beitrag der ARD bemüht sich, politisch korrekt, die Gewaltbereitschaft und Aggression gegen die schwulen Jamaikaner mit der „Armut“ und der „starken sozialen Ungleichheit“ zu erklären. Warum arme und ausgegrenzte Menschen zwangsläufig zu Gewalttätern und Mördern werden müssen, erklärt der Beitrag natürlich nicht, gehört dieses Mantra doch zum Standardrepertoire verständnisvoller Berichterstatter, ebenso wie die Floskeln, dass die Armut weltweit immer mehr zunehme oder zu einem Streit immer zwei gehörten.

In diesem Zusammenhang sei unseren Lesern noch einmal der Beitrag von Lizas Welt, über die Zusammenhänge von Reggae und Homophobie, ans Herz gelegt.

Eine Antwort zu “„Tod den Schwulen auf Jamaika“”

  1. godforgivesbigots 11. Mai 2007 um 14:23 #

    Mögen sie auch in Sachen Homosexualität so kulturpessimistisch sein wie Robert Mugabe, die Exilanten sind immer noch die beste Hoffnung Afrikas. Wem gehört die Zukunft unserer südlichen Nachbarkultur? Den Erben Bismarcks? China als neuer Kolonialmacht? Den islamischen Sklavenverkäufern? Oder doch den Entwurzelten der Karibik?

    Als Joschka Fischer vor einigen Jahren den Weltsicherheitsrat von der Vertretung der Atommächte zu einer Vertretung der Kontinente umbauen wollte, scheiterte er unter anderem daran daß damit kein Weg an Gadafi vorbeiführte. Das Rastafaritum mag eine durchaus verkorkste Inselkultur sein, doch seine Wurzeln liegen genau am wundesten Punkt des Weltsystems, nämlich in Italiens Krieg gegen Äthiopien, an dem der Völkerbund zerbrach, dessen Nachfolgeorganisation bis heute in der Frage des Überlebens Afrikas zutiefst zerstritten ist. Woher sonst könnte die Zukunftsvision eines in Frieden geeinten Afrika entworfen werden, wenn nicht aus dem Exil heraus?

    Man könnte sich beinahe einen politischen Kuhhandel wünschen: Jamaika braucht die deutsche Haltung in Sachen Homosexualität, Deutschland braucht die jamaikanische Haltung in Sachen Cannabis. Sozialdemokraten in die Opposition! Aber wie?

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