Schwule sind nicht normal, Schwule sind wie die Hamas

14 Jun

Homosexuelle sind eine Gefahr für Moral, Anstand und Familie. Solche reaktionären Plattitüden wabern leider immer noch viel zu oft durch Verlautbarungen von an der Degeneriertheit der Moderne leidenden Salonkonservativen, die überdies oftmals nicht umhin kommen, ihre Religiosität als Vorwand zu benutzen, um auf Schwule unbehelligt und mit wohligem, moralischem Gestus versehen, einprügeln zu dürfen. Zu ihnen gehört nicht nur Dr. Günther Rohrmoser der sich freut, wenn Schwule von nationalistisch-religiösen Eiferern was auf die Fresse bekommen, sondern auch so mancher Kommentator in der Blogger-Szene.

Vor kurzem wurde auf dem rechtskonservativen Blog Fakten Fiktionen über das neu zu errichtende Mahnmal für die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen berichtet, relativ wertneutral wie man betonen muss. Im Kommentarbereich dagegen kam es daraufhin zu interessanten Erkenntnissen der Vox Populi bezüglich Schwulen im Allgemeinen und Schwulenverbänden im Besonderen. Über die geistigen Ergüsse eines gewissen D.R. bezüglich des Zusammenhanges von Faschismus und Homosexualität habe ich mich bereits hier lustig gemacht und betrachtete den Fall damit eigentlich als erledigt. Pustekuchen. Besagter D.R. spann weiter munter wirres Zeug über die Gefahr die der freiheitlichen Gesellschaft von Schwulen und der totalitären Ideologie der Schwulenverbände angeblich erwachse. Er stellte zehn Fragen bzw. Thesen – geprägt von Vorurteilen, Klischees und schon seit Jahren widerlegten Behauptungen – an mich und andere „Befürworter von Homosexualität“ in den Raum, die man im Kommentarbereich von Fakten Fiktionen nachlesen kann. Es folgte ein Ultimatum seinerseits, gepaart mit weiteren Ergüssen*:

Das sind jetzt 10 klare Fragestellungen und ich erwarte ebenso 10 klare Antworten. Ich bin mir fast sicher daß nichts kommt, denn mit den Vertretern der Schwulenverbände kann man, das ist meine Erfahrung nicht argumentieren. Es ist Ideologie und jeder der sich dieser Ideologie widersetzt ist ein Hasser der eingesperrt gehört. So haben die Nazis gedacht.

Und jetzt gehen Sie in die Geschichte und untersuchen Sie mal wie Homosexuell die SA war, sie war es durch und durch, und die Umwandlung der Weimarer Republik in die Nazi-Diktatur war ihr Werk. Die von Hanna Ahrend beschriebene Köpenicker Blutwoche vom Frühjahr 1933 ist nur ein Beispiel mit welcher Bestialität diese Homosexuellen ihre Ideen zu verwirklichen versuchten. Die Parallelen im Denken lassen sich nicht leugnen und auch nicht wegdiskutieren. Deshalb sollte Homosexualität nicht als etwas Normales anerkannt werden. Man darf es nicht als normal akzeptieren sondern sollte sich um Abhilfe bemühen und den Menschen zu einer normalen Sexualität verhelfen.

Um diese Meinung zu untermauern, verlinkte D.R. Artikel von NARTH** und der Offensive junger Christen (OJC)***, fundamentalistisch-christlichen Vereinen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Schwule seelisch zu foltern um ihnen dann ihre „Nächstenliebe“ anzubieten, das heißt, sie davon zu überzeugen, dass der einzige Weg ein erfülltes Leben zu führen darin besteht, seine Homosexualität wegzutherapieren. Und D.R. setzte noch einen drauf:

Finden Sie es nicht pervers, daß obwohl Homosexuelle in stark erhöhtem Maße unter zahlreichen Viruserkrankungen leiden sich um ein Vielfaches mehr Homosexuelle als Heterosexuelle mit Aids infizieren, Homosexuelle stark vermehrt unter Depressionen leiden, und die Selbstmordrate um ein mehrfaches höher ist als bei normalen Menschen, daß Homosexuelle eine um bis zu 1/3 geringere Lebenserwartung haben als in einer Einehe lebende Menschen, daß trotz dieser Tatsachen, die EU mit Millionen Fördergeldern Schwulenpropaganda an den Schulen macht um 11 Jährige zu indoktrinieren, und das als Homo-Rechte ausgiebt, aber Ehe-Unterricht an Schulen faktisch verboten ist, weil er diskriminierend ist?

Es das nicht pervers? Es ist pervers. Menschen die soetwas tun sind kriminell.

Nein, es ist nicht nur pervers, es ist auch grotesk. Schwulenhasser jeglicher Couleur überbieten sich darin Homosexuelle als „krank“, „pervers“, „degeneriert“, „sündhaft“ usw. usf. darzustellen, ja sie rotzen einem diese Erkenntnis geradezu ins Gesicht, und kommen nicht mal auf den Gedanken, welche Auswirkungen dies auf das seelische Innenleben der dermaßen Angegriffenen haben könnte. Es ist ja eben kein Zufall, dass die Selbstmordrate und die Rate von Depressionen unter Schwulen – und gerade unter jungen – höher ist als bei Heterosexuellen, doch die simple Einsicht, dass dies auf Homophobie zurückzuführen sein könnte, kommt unseren hochmoralischen Freunden nicht in den Sinn. Ich antwortete D.R. dann auch entsprechend, in einem etwas schärferen Ton und stellvertretend an alle anderen mit ähnlichen Ansichten :

Ich werde mich […] nicht dazu herablassen mit jemandem zu diskutieren, der NARTH und die OJC tatsächlich als Quellen angibt – Organisationen die nicht wenige Homosexuelle in den Selbstmord getrieben haben, die mit Schuld daran sind, dass Homosexuelle, in der Tat, vermehrt Depressionen und eine höhere Selbstmordrate haben, weil ihnen ständig eingeredet wird wie krank und pervers ihre Fähigkeit zu lieben ist. Reflektieren Sie mal ein bisschen ihre Aussagen und stellen Sie sich vor, jemand würde ihnen das tagtäglich an den Kopf werfen, was sie hier allen Schwulen an den Kopf werfen. Wie moralisch verkommen muss man sein um sich dann noch auf das hohe Ross zu setzen und zu implizieren, man meine es ja nur gut? Wie selbstgerecht muss man sein um sich dann noch moralisch überlegen zu fühlen? Wie weit entfernt von der Realität?

Ihr Einfühlungsvermögen, D.R. geht gegen Null, ihre Menschlichkeit in dieser Frage, kann ich nicht erkennen. Ein weiterer armer Mensch, der seine Schwulenfeindlichkeit hinter seiner Religion versteckt und auch noch stolz darauf ist. Ein weiterer Voyeur, der am Privat- und Liebesleben anderer Menschen klebt. Sie tun mir einfach nur leid.

Wahrscheinlich war D.R. daraufhin beleidigt, zumindest meldete er sich nicht mehr. Dafür bekam ich eine Antwort von einem gewissen „tape“, der mich mit ganz neuen Erkenntnissen überraschte und klar machte, dass es auch „Freunde“ Israels gibt, auf die man gut und gerne verzichten kann:

Woher kenne ich denn noch diese Argumentation, irgendwer oder irgendetwas sei schuld daran, dass Menschen Selbstmord begehen?

Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein, die Situation der Palästinenser ist derart ausweglos, natürlich durch die blutrünstigen Juden verschuldet, dass ihnen nichts anderes übrigbleibt, als sich und andere umzubringen.

Die Argumentationen sind wirklich verblüffend ähnlich:

1)Juden haben nichts gegen einen Palästinserstaat, nur darf die Errichtung desselben nicht die Zerstörung Israels zur Folge haben.

Heterosexuelle/Christen etc. haben nichts gegen Homosexuelle, nur darf diese selbstverständliche Toleranz natürlich nicht dazu führen, dass die Keimzelle der Gesellschaft, die Familie langfristig zerstört wird.

2)Das ist den Palästinensern egal. Sie wollen ihren Staat und die Dominanz über ganz Israel.

Das ist den Homosexuellen egal, sie wollen ihre Sonderrechte und die Meinungshoheit im gesellschaftlichen Diskurs.

3) Israel schützt sich u. a. mit dem Sicherheitszaun und bekommt dafür Vorwürfe von der ganzen Welt zu hören.

Christen schützen sich und ihre Familien mit persönlichem Einsatz besonders an den Schulen, klären ihre eigenen Kinder altersgerecht auf und bewahren sie vor einer ungehemmten, nicht kindgerechten Sexualisierung.
Dafür werden sie von der ganzen Gesellschaft geächtet.

4) Für die Selbstmordattentate werden die Juden selbst verantwortlich gemacht und für Abwehrmaßnahemn von der UN zur Rechenschaft gezogen.

Für Krankheiten, Verfolgung, Selbstmorde unter den Homosexuellen werden Christen verantwortlich gemacht, da sie angeblich durch ihren Hass auf alles Schwule verhindern, dass diese sich schützen und gesellschaftlich akzeptiert werden und sich deshalb letztendlich selbst umbringen. […]

Christen sind also zu vergleichen mit den unter dem palästinensischen Terror leidenden Israelis. Nur dass der Terror in ihrem Fall nicht von der Hamas oder der Hisbollah kommt, sondern deren Äquivalenten – von Volker Beck und dem LSVD also. Was bitte schön soll man auf eine solche Paranoia und solche Geschmacklosigkeit antworten?

 

———————————————————————–

* alle Rechtschreibfehler innerhalb der Zitate sind dem Original entnommen

** http://www.narth.com/docs/ger-rondeau.pdf

*** http://www.ojc.de/dijg.de/pdf/bulletin_9_2005_unwin.pdf

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3 Antworten to “Schwule sind nicht normal, Schwule sind wie die Hamas”

  1. Sebastian 15. Juni 2007 um 15:33 #

    Solche Hass-Exzesse zeigen, dass es in der gemeinen Volksseele gewaltig wabert. Vor dem Internet verliert so manch braver Bürger sämtliche Hemmungen und lässt virtuell die Sau raus.

    Es sind aber vor allem immer wieder Evangelikale, die in solchen Debatten äußerst negativ auffallen.

    Diese groteske Mischung aus bedingungsloser Israel-Loyalität, NS-Familienideologie, Homophobie und „Frühsexualisierungs“-Paranoia lässt mich am Geisteszustand dieser sog. „Christen“ zweifeln.

    Die Opferrolle scheint bei der sog. „Neuen Rechten“ im Trend zu liegen, vor allem fühlt man sich als Opfer der allgemeinen Toleranzvorstellungen. So lange sich Konservative von Toleranz belästigt fühlen, wird es mir schwer fallen, mich als konservativ im klassischen Sinne zu bezeichnen.

    Der Realitätsverlust, sich mit den israelischen Opfern auf eine Stufe zu stellen, zeigt doch die ganze Verkommenheit dieser „Christen“-Schar.

    Oft sind diese christlichen Hassprediger gut situiert, überdurchschnittlich gebildet und verdienend und haben hohe Positionen inne. Ihr Alltag ist strikt durchorganisiert und steril. Ich weiß das aus eigener Erfarung.

    Man kann nur hoffen, dass diese unterbelichteten Gotteskrieger keinen größeren Einfluss auf unsere Gesellschaft erhalten. Man muss sich nur mal das Grundsatzprogramm der PBC (Partei Bibeltreuer Christen) durchlesen, da kann einem Angst und Bange werden ob der dort propagierten christlichen Scharia-Tendenzen.

    Religionsfreiheit ist ein wichtiger Grundsatz der Demokratie, trotzdem bleibt Religion auch immer ein Stück weit gefährliche Volksverdummung.

    Wer sich sein ganzes Leben lang in allen Belangen auf die Bibel beruft, der verpisst sich aus der Realität und neigt zu gefährlichen geistigen Experimenten.

    Die Bibel gehört in den Giftschrank, nur wenigen Verantwortungsbewussten sollte sie an die Hand gegeben werden.

  2. godforgivesbigots 16. Juni 2007 um 15:40 #

    Die obige Argumentation ist ein falscher Umkehrschluß, der sich aus der scheinbaren Analogie von Homophobie und „Islamophobie“ ergibt. Das Schlagwort von der „Islamophobie“ wird als Kampfbegriff abgelehnt, doch daraufhin fällt die Argumentation der scheinbaren begrifflichen Analogie zum Opfer und sieht in der Homophobie ebenfalls einen Kampfbegriff, anstatt die darin steckende Verdrehung zu erkennen: Die Kritik am Islam ist keine Phobie, keine krankhaft irrationale Angst, da sie nicht von den inneren Zuständen des Zurückweisenden, sondern von der äußeren Realität des Islam ausgeht. Deswegen ist ja das Wort von der „Islamophobie“ geprägt worden, um zu unterstellen, eine subjektive Abweisung des Islam resultiere aus einem gestörten Selbstbild des Kritikers, wie es bei der Homophobie tatsächlich der Fall ist, und nicht aus dem objektiven Widerspruch zwischen Menschenrecht und Sharia-Barbarei.

    Mal abgesehen davon, daß es absurd ist, zu behaupten die Palästinenser seien die verleugneten Kinder der Israelis so wie die Schwulen die der Heteros, und Verzweifelungsselbstmorde seien dasselbe wie Selbstopferterrorismus: Als Verbindendes zwischen israelsolidarischer Homophobie und palästinensischem Islam erscheint hier nicht nur ein Glaube, der sich aus seinen Feindbildern anstatt aus seinen Vorbildern heraus definiert, sondern auch ein Menschenbild, in dem der Einzelne mit seiner sexuellen Orientierung nicht als frei und eigenverantwortlich, sondern als Raubtier oder Beute aufgefaßt wird. Hieraus erklärt sich auch die These des OJC-Pamphlets, sexuelle Emanzipation und kulturelle Beständigkeit seien mittelfristig unvereinbar: Auf der Grundlage eines solchen Menschenbildes und eines solchen Antiglaubens sind sie es tatsächlich.

    Ziel dieser sogenannten Familienschützer ist es offenbar, dafür zu sorgen daß Kinder gar nichts oder so spät wie möglich und dann nur stark verzerrt von der Realität der Homosexualität erfahren, so wie es das Ziel der Hamas ist dafür zu sorgen daß die Palästinenser nichts von der Realität Israels erfahren. Jeglicher Pluralismus der Lebensentwürfe, die bloße Darstellung daß es auch anders gehen kann als von der eigenen Tradition aufgezwungen erscheint als Kulturkampf, als Versuch der Erringung einer „Meinungshoheit“, als wäre der einzelne vom Wettbewerb der Meinungen überfordert und bedürfe einer Hoheit. In dieser Paranoia wird auch die Analogie von Antisemitismus und Homophobie erkennbar.

  3. rom 17. Juni 2007 um 22:03 #

    Ich bin überzeugt der Kerl ist ein sich selbst hassender Schwuler. Ich hab ihm das einmal unter die Nase gerieben, und er hat nicht das Gegenteil behauptet. Qui ne dit mot consent, wie die Franzosen sagen.

    Ansosten ist mit die DR (Daniel Rossmann) nicht zu diskutieren. Er wird zunehmend beleidigend und seine *Fakten * sind schlicht blödsinnig und komplett falsch.

    Das einzige was mich gestört hat bei der Diskussion auf FF ist wieviele andere auf DR’s Hasszug aufspringen. Das stimmt mich nachdenklich…….rom

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