Schwule Errungenschaften – Sex auf dem Klo

11 Jul

Jim Naugle, Bürgermeister von Fort Lauderdale, Florida, hat es sich zum Ziel gesetzt die öffentlichen Toiletten der Stadt zu modernisieren. Ein Grund dafür sei, so Naugle, dass mit den modernen Automatikpissoirs in Zukunft sexuelle Aktivitäten – insbesondere solche homosexueller Art – auf den öffentlichen Toiletten der Stadt unmöglich gemacht werden.

“Sometimes [public restrooms] are used for sexual activity—most of it is men meeting men because it’s same-sex people in the bathrooms,” Naugle told The Miami Herald.

Die Schwulen- und Lesbenorganisation „Equality Florida“ startete daraufhin folgende Aktion:

„Wir ermuntern die Leute dazu, eine Rolle, oder auch nur ein paar Blatt Toilettenpapier an das Rathaus zu senden. Das soll ihm helfen, sich von seinen schmutzigen Gedanken zu säubern.“ […]

„Seine Behauptung, es gäbe ein Problem mit sexuellen Handlungen auf öffentlichen Toiletten, wird durch keinerlei Erkenntnisse der Strafverfolgungsbehörden gestützt. Das spielt sich nur in seinem Kopf ab.“

Was in der Darstellung bei queer.de nicht steht ist, dass es bei der Aktion gegen Bürgermeister Naugle gar nicht so sehr um seine Äußerungen bezüglich schwulen Sex auf öffentlichen Toiletten geht, sondern um einen Satz den Naugle auch noch gesagt hat:

“I don’t use the word ‘gay.’ I use the word ‘homosexual.’ Most of them aren’t gay. They’re unhappy.”

Wie auch immer der Bürgermeister dies gemeint hat, bei den queer.de-Lesern – denen dieses Zitat Naugles nicht bekannt ist – geht es nun um die weltbewegende Frage was man denn von schwulem Sex in öffentlichen Pissoirs halten soll. Ein Kommentator konstatiert leidenschaftlich aber durchaus vernünftig

Ich finde „homosexuelle“ als auch „heterosexuelle“ Aktivitäten auf öffentlichen Toiletten ekelerregend und einfach nur widerlich!

Ich habe eine Wohnung und muss nicht unbedingt dort Sex haben wo andere ihre Exkremente hinterlassen. Sollte es Automatiktoiletten geben, die „sowas“ verhindern können plädiere ich auch für einen Einbau bei bekannten Klappen bei uns.

woraufhin ihm prompt „Intoleranz“ vorgeworfen wird:

Hach, wie „anständig“ Du doch bist. Toleranz klingt aber anders…

Warum man allerdings Sex an einem Ort tolerieren soll, der eigentlich dafür da ist, sich seiner Stoffwechselendprodukte zu entledigen, sagt dieser Kommentator nicht. Zum Glück bringt ein weiterer die ganze Problematik sehr gut auf den Punkt:

Man muss auch nicht vor jedem Mist Toleranz haben.
Klappe und darkroom sind hoffentlich nicht die größten Errungenschaften der Homobewegung

denn wie gesagt

Eine Sauna ist […] zum Schwitzen und eine öffentliche Toilette zum pinkeln da.

Offenbar gibt es aber nicht wenige innerhalb der „Community“, die der Meinung sind es schade nicht, den anonymen F*** an allen möglichen und unmöglichen Orten als „sexuelle Befreiung“ und/oder als eine Errungenschaft der „schwulen Kultur“ zu propagieren.

Wenn jemand Bock auf’s Vögeln in der Sauna oder im gemütlichen Klo-Ambiente hat, steht es ihm frei, kommerziell geführte Etablissements aufzusuchen, in denen diese Wünsche erfüllt werden. Aber auf öffentlichenToiletten, in Parks oder der U-Bahn sollte man sich eine gewisse Schamgrenze schon erlauben. Ganz egal wie bourgeois dies auch sein mag.

4 Antworten zu “Schwule Errungenschaften – Sex auf dem Klo”

  1. Sebastian 11. Juli 2007 um 14:44 #

    Volle Zustimmung!

    Anonymer Sex auf öffentlichen Toiletten, in Saunen, „outdoor“ im Wald oder am See gehört seit Jahrzehnten zum schwulen „Kulturerbe“.

    Wer daran festhält gehört zur Fraktion der unverbesserlichen Homo-Ideologen, die sich auch heute noch von der angeblich repressiven Gesellschaft missverstanden und verfolgt fühlen. Man konserviert somit das schwule Lebensgefühl der 60er Jahre: Ein eiserner Wille zur Nicht-Anpassung.

    Nach der Meinung von orthodoxen Alt-Schwulen ist Sex in einem stinknormalen Bett erzreaktionär. Wenn Heterosexuelle den Geschlechtsakt im Bett vollziehen, dann können wir ihn unmöglich dort auch vollziehen. Abgrenzung um jeden Preis. Bis ins Ghetto.

    Solche Verhinderungsaktionen seitens der Behörden sind absolut begrüßenswert. Diesem Teil der schwulen Kultur kann man nur ein baldiges Ende wünschen. Null Toleranz für schwule Unsitten.

  2. godforgivesbigots 11. Juli 2007 um 21:21 #

    Auf deutschen Autobahnen die vor Abschaffung des Par. 175 gebaut wurden gibt es bis heute keine Toiletten an den Parkplätzen, nur an den großen Rastplätzen mit Wirtschaftsbetrieb. Dafür liegt dann rund um die kleinen Parkplätze Wald und Wiese voller Tretminen. Und es gibt Anwohner die rätseln wieso Architekten vor einigen Jahrzehnten sich nicht vorstellen konnten daß auch Autofahrer mal ein Bedürfnis haben. Seltsam das.

    Ansonsten meine ich, Klappen sind heutzutage eine Herausforderung für die Gastronomie – wieso nicht die eine oder andere schwule Kneipe im historischen Klappenflair, würde sich das nicht rentieren?

  3. Christian Hoffmann 12. Juli 2007 um 00:33 #

    Realsatire:

    http://www.sun-sentinel.com/news/local/broward/sfl-flbgaybooks0711nbjul11,0,6811471.story?coll=sfla-news-broward

    Besonders schön:

    The Rev. O’Neal Dozier, an ultraconservative church leader who has made anti-gay comments in the past, showed up Tuesday to „speak for God.“ Dozier said he „loves the homosexual people“ and considers them „precious.“

    „I have homosexuals in my church that are trying to get their lives straight,“ he said.

    But, he said, „God is against homosexuals. OK, he’s against the homosexual lifestyle. … He destroyed two cities because of it.“

    Dozier ran out of time and had to sit down.

    Former Commissioner Dean Trantalis, who is openly gay, spoke next.

    „There’s one thing I have to say. I agree with the reverend, I love homosexuals, too.“

  4. hefebia 24. Juli 2007 um 16:06 #

    Seid wann haben eigentlich Schwule Sex auf öffentlichen Toiletten erfunden? Die Meinung „heterosexueller orthodoxer Alt-Hippies“ wird sich da wahrscheinlich nicht groß unterscheiden 😉

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