Schwule Schweine, schwarze Rassisten

26 Jul

Bereits im Januar haben wir auf einen Text über den Zusammenhang von Reggae und Homophobie bei Lizas Welt verlinkt. Wie der Schwulenhass von Seiten der Täter auch noch rassistisch aufgeladen wird, darauf haben wir im Mai anläßlich eines ARD-Beitrags hingewiesen. Mitte Juni nun meldete queer.de einen Erfolg:

Nach drei Jahren haben sich die homophoben Reggae-Sänger Beenie Man, Sizzla und Capleton dem Druck von Menschenrechtsorganisationen gebeugt und sich schriftlich verpflichtet, nicht mehr zur Gewalt gegen Schwule aufzurufen. Nach Angaben der britischen Organisation „Stop Murder Music“ haben die jamaikanischen Künstler eine Erklärung unterschrieben, nach der sie „das Recht von Menschen, ohne Gewalt zu leben, respektieren und aufrechterhalten, egal welcher Religion, sexuellen Ausrichtung, Rasse, ethnischer Herkunft oder welchem Geschlechts sie angehören.“

Die Unterschrift zahlte sich auch finanziell aus:

Daraufhin durften Beenie Man und Sizzla zwei Wochen später bei einem Festival in Köln auftreten,

obwohl die Unterschrift unterdessen wieder bestritten wird:

Der jamaikanische Reggae-Sänger Beenie Man hat bestritten, eine Erklärung unterschrieben zu haben, in der er sich verpflichtet, nicht mehr zur Gewalt gegen Schwule aufzurufen.

Die Vereinbarung sei lediglich von den Organisatoren unterzeichnet worden, weil die Proteste in Europa so groß gewesen seien.

Er sagte in dem Interview auch, dass eigentlich keine Gewalt gegen Homosexuelle notwendig sei: „Wir brauchen das nicht. Wir brauchen sie nicht zu töten.“

Wenn, ja wenn, diese Schweine von selbst einsehen, dass ihr Lebensstil einfach nicht natürlich ist.

Jetzt bin ich gespannt auf die Reaktionen der Freunde der multikulturellen Gemeinschaft. Vermutlich sind sie voller Verständnis über diese Entwicklung und bestimmt wurde der Sänger durch die rassistische Mehrheitsgesellschaft gezwungen, zu lügen, um zu überleben. Ähnliche Argumente waren zu hören, als die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde ihren Rückzug von der These, Schweinefleisch mache schwule, antrat: Die Friedensfreunde des Propheten seien taktisch gezwungen gewesen, diese Haltung einzunehmen, eigentlich jedoch hätten sie jedes Recht der Welt auf ihre ureigenen kulturellen Traditionen. Nach dieser Lesart gibt es für Reggae-Anhänger vermutlich auch so eine Art natürliches Recht darauf, Schwule abzustechen – wenn es nur im Namen einer traditionellen Kultur geschieht.

3 Antworten zu “Schwule Schweine, schwarze Rassisten”

  1. godforgivesbigots 26. Juli 2007 um 14:10 #

    Bei den Antideutschen aus Halle gibt´s zwei sehr hörenswerte Podcasts dazu.

  2. Nowo 6. August 2007 um 16:08 #

    Shit!

    Für mich war Reggae immer DIE Musik! Ist es auch immer noch aber wenn man beachtet das die angeblich 100% Liberalen Rasafaris sich gegen schwule aussprechen kommt mir das grausen! Selbst anfangs noch über die versklafung und so weiter gesungen werden sie jetzt selbst rasistisch! Gibt es noch Hofnung für unsere Welt!?

    Da Lob ich mit doch noch einige Deutsche Reggae Musiker und… Anscheinend gibt es hier in Europa mehr Revoluzer…

    Hofendlich schwappen die Vibrations irgendwann auf alle Menschen über und wir werden endlich gleichgültig…

    In diesem Sinne… Bless, Nowo!

    Scheiß Faschos…!

  3. Ras Fabian 9. September 2009 um 16:11 #

    Hallo. Lest das bitte mit freien Gedanken und ohne Vorurteile.
    Ich bin sehr Schockiert über die Tatsache das aufgrund einiger Aussagen, in denen es um Gewalt gegen Schwule geht, welche mich im übrigen selbst traurig stimmen, eine ganze Bewegung und Glaubensgemeinschaft diskreditiert und als „Scheiß Faschos“ beschimft wird.
    Es gibt einige sehr impulsive Rastas, die aufgrund der LEIDER Homophoben Mentalität die in Jahrhunderten der Kolonialherrschaft den Jamaikanern von Anglikanern und ähnlichen Kolonialherren eingetrichtert wurden, solche Meinungen über Homosexuelle und Gewalt gegen solche haben, doch die ist nunmal Falsch, was euch auch ein jeder unserer Ehrwürdigen Ältesten bestätigen wird. Die Zentralen Grundsätze von Rastafari sind und bliben: Pazifismus, Toleranz, Nachstenliebe und Verlässlichkeit. Wir wollen eine bessere Welt, mit gleichen Rechten und Gerechtigkeit für Ausnahmslos alle Menschen, echten Rastas geht es um Liebe Ehre und um den Respekt, der uns bis heute NIE von irgendeiner Gesellschaftsform oder irgendeiner Regierung entgegen gebracht wird. Und wenn nun jemand unsere Gesamte Bewegung als Faschisten bezeichet weil er vieleicht aufgebracht ist über Aufrufe zur Gewalt, die von speziellen Individuuen kommen, so lässt er sich mit solch einer Aussage auf genau das selbe Level herab.
    Man kann die meinung einzelner leider nicht ändern denn sie sind Individuen. Universal Love and guidance.

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